GERAS KENNENLERNEN
Geras: Stift, Teiche und Waldviertler Wege
Geras liegt im nördlichen Waldviertel, zwischen Wald, Teichen und dem historischen Stift. Die Stadtgemeinde umfasst 67,66 Quadratkilometer; am 1. Jänner 2026 hatte sie 1.266 Einwohnerinnen und Einwohner. Das Prämonstratenserstift prägt den Ort seit dem Mittelalter.
Ein Kloster wird Mittelpunkt
Ekbert und Ulrich von Pernegg gründeten 1153 das Prämonstratenser-Chorherrenstift Geras. Die Niederlassung wurde zum geistlichen und wirtschaftlichen Mittelpunkt der Umgebung. Das Stift bewahrt in seiner Anlage mehrere Bauphasen: Ein großer Teil der Gebäude geht auf romanische Ursprünge zurück, während das sogenannte Neugebäude barock gestaltet wurde. Der Baumeister Josef Munggenast verantwortete diesen Bau; die Fresken stammen von Paul Troger. Im 17. Jahrhundert entstand der Schüttkasten, der heute als Hotel genutzt wird. Der Ort selbst wurde am 26. September 1928 vom niederösterreichischen Landtag zur Stadt erhoben.
Besuch und Kunst im Stift
Der Ausstellungsbereich ist vom 1. Mai bis 31. Oktober dienstags bis sonntags und an Feiertagen von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Führungen starten von Dienstag bis Mittwoch um 11 Uhr, Donnerstag bis Sonntag um 11 und 14.30 Uhr; an Wochenenden und Feiertagen kommt ein Termin um 13.15 Uhr hinzu. Tickets gibt es im Kloster- und Kräuterladen in der Hauptstraße 2. Zum Rundgang gehören der Marmorsaal mit seinem nie restaurierten Deckenfresko, das Kaiserzimmer, Flurgalerie, Säulenhalle und Vedutensaal. Die Flurgalerie stellt Kräuterpfarrer Hermann-Josef Weidinger und den seligen Jakob Kern vor; in der Säulenhalle läuft eine Fotoausstellung zum ländlichen Leben. In der Winterkapelle wird ein Film gezeigt.
Waldviertler Landschaft und Gemeinde
Die Stadtgemeinde umfasst zwölf Ortschaften und 13 Katastralgemeinden. Zu den Katastralgemeinden zählen Dallein, Fugnitz, Geras, Goggitsch, Harth, Hötzelsdorf, Kottaun, Pfaffenreith, Purgstall, Schiermannsreith, Sieghartsreith, Thumeritzer Sasswald und Trautmannsdorf. Fugnitz, Goggitsch, Kottaun, Pfaffenreith und Trautmannsdorf wurden 1966 eingegliedert. Acht Teiche ziehen sich wie eine Kette vom Naturpark am Stift vorbei Richtung Oberhöflein. Der Lange Teich ist der größte Karpfenteich der Reihe; zu den auffälligen Vögeln zählen Eisvogel, Graugans, Höckerschwan und Fischadler; gelegentlich ist auch ein Seeadler zu Gast. Der Naturpark ist von Palmsonntag bis 31. Oktober täglich außer Mittwoch von 9 bis 18 Uhr geöffnet; an Feiertagen entfällt der Ruhetag. Auf dem 134 Hektar großen Naturparkgelände liegen ein Streichelzoo, die Hubertuskapelle, ein Fledermauspfad und eine Vogelbeobachtungsplattform. Zu den Wildtieren im Park zählen Mufflons und Luchse. Natur- und Landschaftsführungen werden ebenfalls angeboten.
Teiche und Fischzucht
Die Teiche rund um Geras gehören zu einer langen klösterlichen Wirtschaftstradition. Seit Jahrhunderten wird in den Stiftsteichen Fisch gezüchtet; der Geraser Stiftskarpfen wird besonders in der Adventszeit angeboten. Besuchergruppen können die „Himmelsteiche“ und einen historischen Fischhälter besichtigen. Die FAO nahm die Waldviertler Karpfenteichwirtschaft 2024 in ihr Verzeichnis landwirtschaftlicher Kulturerbesysteme von globaler Bedeutung auf.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Geras – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
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- Hubertushütte und Öffnungszeiten – Naturpark Geras
- Waldviertler Karpfenteichwirtschaft – FAO GIAHS
Stand der Angaben: 08.10.2026
