BURGSCHLEINITZ-KÜHNRING KENNENLERNEN
Burgschleinitz-Kühnring: Stein, Burg und Friedensgeschichte
Die Marktgemeinde Burgschleinitz-Kühnring liegt am Nordostrand des Manhartsbergs im Bezirk Horn. Sie hat 1.297 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und eine Fläche von 41,86 Quadratkilometern. Zogelsdorf ist für seinen Kalksandstein bekannt.
Der Zogelsdorfer Stein
Der sogenannte Weiße Stein von Eggenburg ist ein Kalksandstein, der in Zogelsdorf abgebaut wurde. Das Steinmetzhaus im Ort führt in seine Erdgeschichte, Fossilien und handwerkliche Nutzung ein; eine Schaustelle ergänzt die Ausstellung. Laut Museumsmanagement Niederösterreich ist das Haus von April bis Oktober an Sonn- und Feiertagen vormittags und nachmittags geöffnet. Die Gemeinde verweist auf Führungen im Steinmetzhaus und im nahegelegenen Johannessteinbruch, die nach vorheriger Kontaktaufnahme vereinbart werden. Zogelsdorfer Stein wurde für Bauwerke und Bildhauerarbeiten verwendet, darunter Figuren für Stifte und Wiener Bauten. Eine geologische Fachpublikation belegt Steinbrüche bei Zogelsdorf schriftlich seit 1472; nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Steingewinnung zum Erliegen. Der Johannesbruch ist heute als Erlebnispunkt ausgewiesen und als Typuslokalität der geologischen Zogelsdorf-Formation in der Eggenburger Bucht festgelegt. Das Steinmetzhaus befindet sich an der Adresse Zogelsdorf 25; der Schausteinbruch liegt etwa 200 Meter entfernt.
Burganlagen und Pfarrkirchen
In Burgschleinitz steht eine Wasserburg am Rand eines Teichs, umgeben von einem tiefen Wassergraben. Die Pfarrkirche St. Michael liegt südöstlich oberhalb des Orts und ist von Kirchhofmauer, Karner und Friedhof umgeben. In Kühnring befindet sich die Kirche der heiligen Philipp und Jakob auf dem tieferen Plateau eines ehemaligen Kernwerks; sie gilt als frühere Burgkirche. Hadmar I. von Kuenring ließ in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts an dieser Stelle die Stammburg der Kuenringer errichten. Damit ist der Ortsname Kühnring eng mit einer frühen Herrschaftsgeschichte verbunden. Die Gemeindeseite bietet für beide Ortskerne Führungen mit Kirche und Karner an; für die Burg Burgschleinitz ist die Besichtigung von außen ausgewiesen. Die Termine werden über die Gemeinde vereinbart.
Persönlichkeiten und örtliche Denkmäler
Schloss Harmannsdorf ist mit Bertha von Suttner verbunden. Die Friedensnobelpreisträgerin lebte dort und schrieb ihren Roman „Die Waffen nieder!“. Das Schloss befindet sich im gleichnamigen Ort, der zur Marktgemeinde gehört. In Reinprechtspölla befindet sich das Geburtshaus des Urzeitforschers Josef Höbarth; auf dem Friedhof liegt das Grab des Komponisten Otto M. Zykan. Die Barbarakapelle in Zogelsdorf entstand vor 1730.
Fluss, Höhen und Gemeindebildung
Die Schmida entspringt im Gemeindegebiet und verlässt es im Osten auf rund 340 Metern Seehöhe. Schmalzberg und Sonnwendberg sind mit 402 und 413 Metern die höchsten Erhebungen. Die Zogelsdorfer Steinbrüche liegen auf der Hochfläche südlich und südwestlich von Eggenburg. Die Großgemeinde entstand 1967 aus acht Gemeinden; Reinprechtspölla kam 1971 hinzu, 1972 folgte Harmannsdorf mit der Katastralgemeinde Geiersdorf. 1987 wurde sie zur Marktgemeinde erhoben.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Burgschleinitz-Kühnring – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Kleinode & Sehenswertes – Marktgemeinde Burgschleinitz-Kühnring
- Steinmetzhaus Zogelsdorf – Museumsmanagement Niederösterreich
- Die Zogelsdorfer Kalksandsteine im nördlichen Niederösterreich – Mitteilungen des Instituts für Geologie, BOKU Wien
Stand der Angaben: 08.10.2026
