GEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Weiden an der March

Oberweiden, Zwerndorf und Baumgarten in einer Grenzgemeinde

GEMEINDEKENNZIFFER30865
Pfarrkirche Sankt Leopold in Oberweiden, Gemeinde Weiden an der March
Pfarrkirche Sankt Leopold in Oberweiden, Gemeinde Weiden an der March · Foto: Peter Lauppert · „Oberweiden Pfarrkirche o“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 at · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 010
01.01.2026
Fläche
55,78 km²
Bevölkerungsdichte
18,1
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2295
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

WEIDEN AN DER MARCH KENNENLERNEN

Weiden an der March: Dörfer zwischen March und Sanddünen

Weiden an der March liegt im östlichen Marchfeld an der Grenze zur Slowakei. Die Gemeinde umfasst drei Katastralgemeinden, zählt 1.010 Einwohner (Stand: 1. Jänner 2026) und bedeckt 55,78 Quadratkilometer. Sanddünen, Pfarrkirchen und die Gasgeschichte setzen unterschiedliche Akzente.

Drei Orte, verschiedene Landschaften

Baumgarten, Oberweiden und Zwerndorf gehören zur Gemeinde, liegen aber in unterschiedlichen Landschaftsräumen. Oberweiden ist durch die Sandberge geprägt; weiter östlich reichen die Marchauen an die Grenze zur Slowakei. Im Gemeindegebiet befindet sich auch die Salzsteppe Baumgarten an der March, die das Land Niederösterreich als Naturschutzgebiet führt. Sie zeigt, dass die Marchlandschaft neben Auwald und Flussufer auch kleinräumige offene Salzlebensräume umfasst. Das Gemeindeamt hat seinen Sitz in Oberweiden. Im Raum Baumgarten vernetzte ein Renaturierungsprojekt das Maritz-Gewässersystem; dadurch entstanden mehrere Kilometer neuer Fließgewässer.

Oberweidens bewegte Sandflächen

Die Sandberge Oberweiden sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Ein Managementplan des Landes beschreibt eine Düne im Bereich von Oberweiden, die während der letzten Eiszeit durch Winderosion entstand. Wind formte das Relief aus den sandigen Ablagerungen der Region; auf dem trockenen Boden entwickelte sich Trockenrasen. Die Schutzgebietsunterlagen nennen außerdem Wacholderbüsche und ein kleines Waldgebiet. Solche offenen Flächen bleiben auf Pflege angewiesen: Im Managementplan werden Beweidung und Mahd als Wege genannt, um den Trockenrasen zu erhalten. Eine Gemeindepublikation nennt Wildbienen, Grabwespen und Gottesanbeterinnen als Beispiele für seltene Insekten der Sandberge. Im Tiefland der Salzsteppe Baumgarten liegt laut Landesmanagementplan die einzige österreichische Alkalisteppe. Zu ihren auffälligen Pflanzen zählen Graue Aster und Echter Haarstrang; sie besiedeln dort tiefer liegende Lackenbereiche. Höher gelegene wechseltrockene Rasen werden dagegen stärker von Trockenwiesenarten geprägt.

Zwei Pfarrgeschichten

Auch die Kirchenorte spiegeln eine längere Geschichte als die heutige Gemeindegrenze. Die Pfarre Oberweiden führt ihr Vikariat auf die Zeit vor 1300 zurück; zur Pfarre wurde sie 1656. Als Patrozinium nennt die Erzdiözese den heiligen Leopold. In Zwerndorf steht die Pfarrkirche unter dem Patrozinium des heiligen Pankratius. Dort ist ein Vikariat nach 1300 belegt, die Pfarre entstand 1783. Die beiden Pfarren gehören heute zum Pfarrverband Melker Pfarren im Marchfeld. Die Erzdiözese verzeichnet ihre Kirchen tagsüber als geöffnet.

Vom Gasfeld zur Sammelstation

Zwerndorf gab auch einem Erdgasfeld seinen Namen. 1952 wurde dort die Sonde Zwerndorf 1 gebohrt. Ein Zeitzeugenbericht des späteren Baumgartner Anlagenleiters Karl Pinter schildert einen unerwarteten Gasausbruch, bei dem ein großer Krater entstand und die Bohranlage versank. 1959 ging in Baumgarten eine Station in Betrieb, zunächst zum Sammeln des im Feld geförderten Gases. Von dort wurde es aufbereitet und an große Abnehmer wie Wien und die Raffinerie Schwechat weitergeleitet. 1968 folgte die erste Gaslieferung aus der Sowjetunion. 1974 ging die Trans-Austria-Gasleitung nach Italien in Betrieb, 1980 die West-Austria-Gasleitung nach Deutschland und 1996 die Leitung nach Ungarn. Das Gasfeld reicht bis in die Slowakei. Ein Abkommen von 1960 regelte die gemeinsame Nutzung der grenzüberschreitenden Lagerstätten.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Weiden an der March auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung992
31.10.2021 · Registerzählung998
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 010

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
611
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Nordteil (AT126)

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ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

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Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.