ZISTERSDORF KENNENLERNEN
Zistersdorf: Stadt am Steinberg
Zistersdorf liegt im Bezirk Gänserndorf am Fuß des Steinbergs im Weinviertel. Die Stadtgemeinde zählt 5.529 Einwohner (Stand: 1. Jänner 2026) und umfasst 88,69 Quadratkilometer. Zum Gemeindegebiet gehören mehrere Katastralgemeinden mit eigenen Weinbauorten.
Ein befestigter Marktort
1160 erscheint Zistersdorf erstmals in einer Urkunde. Mitte des 13. Jahrhunderts gründeten die Kuenringer hier eine ummauerte Stadt und verliehen ihr Stadtrecht. Der rechteckige Platz im Zentrum ist ein Rest dieser geplanten Anlage. Hussiten, schwedische Truppen und 1706 die Kuruzzen fielen in den folgenden Jahrhunderten ein; zugleich entwickelte sich Zistersdorf zum Handels- und Marktzentrum für das Umland und die östlichen Nachbarn. Die Stadtmauer erreichte Höhen bis zu 14 Metern; Reste sind in der Naglergasse am ehemaligen Stadtgraben erhalten. Das erhaltene nördliche Stadttor entstand ungefähr 1782; die Tore im Westen und Osten wurden Mitte des 19. Jahrhunderts abgetragen.
Kirche, Spital und Schloss
Nach dem Ende der Kuenringer folgten als Stadtherren die Pottendorfer und später die Grafen von Althan. Rudolf von Teuffenbach ließ ein Spital und ein Franziskanerkloster errichten. Dessen Kirche entstand zwischen 1627 und 1640. Als Joseph II. 1783 die Aufhebung des Klosters verfügte, blieb es zunächst bestehen; 1810 kaufte das Stift Zwettl den Komplex. Kirche und Kloster wurden Pfarrkirche und Pfarrhof, der Glockenturm kam 1894 hinzu. Das mittelalterliche Schloss wurde bis Mitte des 17. Jahrhunderts weitgehend abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Seit 1960 nutzt es die Landesberufsschule, zunächst für Spengler und Kupferschmiede sowie Gas- und Wasserleitungsinstallateure.
Quellheiligtum und Meierhof
Südlich der Stadt steht Maria Moos, eine Wallfahrtskirche, die die Gemeinde auf 1160 datiert. Der ursprünglich romanische Bau wurde später gotisiert und barock ausgestattet. Zur Ausstattung gehören eine Pietà am Gnadenaltar, Seitenaltäre von Ferdinand Kainz und ein Gemälde Paul Trogers. Östlich des Schlosses liegt der Meierhof, dessen bauliche Ursprünge der Museumsverein ins 18. Jahrhundert datiert. Seit 1994 ist dort das Stadtmuseum untergebracht. Vier Räume zeigen die Ortsgeschichte; einer ist der Erdölförderung seit den 1930er-Jahren gewidmet. Auch Ziegel aus örtlichen Ziegeleien, historische Dokumente und Filmaufnahmen gehören zum Bestand. Das Museum öffnet am ersten Sonntag im Monat von 10 bis 12 Uhr und nach Vereinbarung.
Industrie, Erdöl und Weinorte
Im 19. Jahrhundert brachten Gewerbebetriebe und Ziegelproduktion wirtschaftlichen Aufschwung. Bahnanschlüsse verbanden die Stadt 1889 mit Drösing und 1911 mit Pirawarth und Dobermannsdorf. In der Zwischenkriegszeit veränderte Erdöl die Region: 1930 stieß man erstmals auf Rohöl, vier Jahre später lieferte die Bohrung Gösting II täglich rund 30 Tonnen. Auch die Maustrenker Kellergassen sind laut Gemeinde Treffpunkte und Zeugnisse regionaler Weinwirtschaft. Die Pfarrkirche des Ortes ist dem heiligen Georg geweiht und besitzt eine Rieger-Orgel. In Windisch Baumgarten steht eine 1726 errichtete Kapelle mit gut erhaltenen Fresken des heiligen Laurentius.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Zistersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Zistersdorf - GEM2GO WEB - Startseite - Freizeit & Veranstaltungen - Tourismus - Sehenswürdigkeiten
- Zistersdorf - GEM2GO WEB - Startseite - Unsere Gemeinde - Wissenswertes - Geschichte
- Das Stadtmuseum – Museumsverein Zistersdorf
- Chronik – Landesberufsschule Zistersdorf
- Katastralgemeinden – Stadtgemeinde Zistersdorf
Stand der Angaben: 08.10.2026
