VELM-GÖTZENDORF KENNENLERNEN
Velm-Götzendorf: Wein und Stein im Tal
Velm-Götzendorf liegt im südlichen Weinviertel am Sulzbach. Die Gemeinde zählt am 1. Jänner 2026 805 Einwohnerinnen und Einwohner und umfasst 17,74 Quadratkilometer. Ihre Ortsgeschichte erzählt von zwei alten Siedlungen, Sandstein, Weinbau und einem außergewöhnlichen Kellerberg.
Zwei Orte, eine Gemeinde
Götzendorf wird 1137 erstmals schriftlich greifbar: Adalbert, ein Sohn Markgraf Leopolds III., schenkte den Ort damals dem Stift Klosterneuburg. Der Steinbruch lieferte Sandstein für Kirchen und andere Bauten; 1250 wurde die Kirche in Spannberg mit Götzendorfer Sandstein errichtet. Teile des Materials sind in der dortigen Kirche erhalten. In einer Urkunde von 1327 erscheint das Herrschaftsschlösschen Velm, das Friedrich der Schöne dem Prior von Mauerbach übergab. Das Schloss wurde 1858 abgetragen. Velm und Götzendorf bildeten zunächst getrennte Orte. 1967 vereinigten sie sich. 1972 wurden sie im Zuge der kommunalen Strukturreform mit Spannberg zusammengelegt; 1990 wurde dieser Schritt aufgehoben und Velm-Götzendorf wieder eigenständig.
Bach, Ziegel und neue Wege
Im Jahr 1512 gehörte das Gebiet zur Pfarre Stillfried; Matzen war damals Sitz des zuständigen Landgerichts. Die erste urkundliche Erwähnung der Sommerzeil und Winterzeil stammt aus einem Grundbuch von 1514. Sulzbach, Hofbach, Geißleitenbach und Waidenbach durchziehen das Gemeindegebiet. 1762 ist ein Ziegelofen in Velm belegt: Ziegel aus dem Ort deckten damals das Dach der Kirche in Spannberg. 1772 wurde in Götzendorf eine Kapelle errichtet, ein Jahr später folgte eine Grundschule. Die Kapelle erhielt 1778 einen Turm; 1784 wurde Götzendorf zur Pfarre erhoben. Damals hatte Velm 56, Götzendorf 124 Häuser; erster Pfarrer war Rochus Wagner.
Eine unterirdische Weinwelt
Der Klingende Kellerberg besteht aus Löss und enthält 137 Keller und Presshäuser, die auf vier Terrassen angeordnet sind. An manchen Stellen liegen bis zu vier Kellergewölbe übereinander; die Höhenabstände betragen meist fünf bis acht Meter. Einige Gänge sind miteinander verbunden. Würde man sämtliche Keller aneinanderreihen, ergäbe sich eine Strecke von rund sechs Kilometern. Presshäuser wurden überwiegend mit Ziegeln und Lehmmörtel gebaut, einzelne ganz aus Lehm. Linden und Nussbäume säumen die Terrassen. Die Gebäude dienen heute unterschiedlichen Eigentümern, darunter Weinbauern, Sammlern und Kunstschaffenden. Führungen werden nach Anmeldung angeboten und verbinden den Kellerberg mit einem Bioweingarten und einem Kräuterprojekt. Im Weinbau helfen Kunekune-Schweine bei der Pflege der Reben.
Kirche und Dorfzeichen
Die Pfarrkirche ist dem heiligen Markgrafen Leopold geweiht. Die Pfarre gehört zum Pfarrverband Weinland um Maria Moos, der sechs Pfarren umfasst; die seelsorgerische Leitung erfolgt durch Priester des Deutschen Ordens. Der Friedhof liegt am Friedhofberg und gehört der Pfarre. Im Ortsbild stehen außerdem eine Dreifaltigkeitssäule an der Hauptstraße, ein Kriegerdenkmal und eine Marienstatue an der Landstraße. Für Veranstaltungen gibt es im Ort einen Weinstadl und einen Veranstaltungssaal.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Velm-Götzendorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
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Stand der Angaben: 08.10.2026
