MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Straning-Grafenberg

Ortschroniken und Granitformen verbinden die vier Katastralgemeinden.

GEMEINDEKENNZIFFER31130
Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Straning, Gemeinde Straning-Grafenberg
Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Straning, Gemeinde Straning-Grafenberg · Foto: Manfred Kuzel · „Straning Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
706
01.01.2026
Fläche
26,47 km²
Bevölkerungsdichte
26,7
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3722
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

STRANING-GRAFENBERG KENNENLERNEN

Straning-Grafenberg: Kirchenhügel und Kogelsteine

Straning-Grafenberg liegt im Bezirk Horn, am Übergang zwischen Weinviertel und Waldviertel. Die Marktgemeinde zählt 706 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 26,47 Quadratkilometer.

Vier Orte zwischen Wein und Wald

Zur Gemeinde gehören die Ortschaften und Katastralgemeinden Etzmannsdorf bei Straning, Grafenberg, Straning und Wartberg. Nördlich von Grafenberg liegt das Naturschutzgebiet Fehhaube-Kogelsteine. Die Silikattrockenrasen zwischen den Felsgruppen tragen zur besonderen Vegetation des Schutzgebiets bei. In den Ortskernen stehen Kellergassen für die Weinwirtschaft.

Frühe Siedlungen und geistliche Grundherren

Funde belegen in Straning Besiedlung vom frühen und mittleren Neolithikum über Bronze- und Hallstattzeit bis zur römischen Kaiserzeit und ins 9. Jahrhundert. Auch auf dem Vitusberg bei Grafenberg kamen steinzeitliche Geräte zutage; eine mittelalterliche Ansiedlung ist dort für die erste Hälfte des 11. Jahrhunderts belegt. 1051 schenkte Kaiser Heinrich III. Besitz in „Gravenberch“ an Markgraf Adalbert. Straning erscheint 1239 in einer Urkunde des Stifts Melk, die einen Güterverkauf an das Kloster Baumgartenberg festhält. 1266 übergab Margarete von Österreich Grafenberg dem Stift Lilienfeld; ihre Grablege wählte sie im Kloster. Das Kloster übte bis 1848 die Dorfobrigkeit aus. Der Rittsteig verband Krems und Znaim als Nord-Süd-Weg; die Schmidatalstraße führte von Wien über Stockerau, Ziersdorf und Straning nach Eggenburg.

Pfarrkirchen und Setzbergkapelle

In Straning gab es vermutlich schon im 11. Jahrhundert eine hölzerne Kirche. 1265 wird der Ort als Filialkirche der Mutterpfarre Eggenburg-Gars erwähnt; 1277 ist erstmals ein Pfarrer namentlich belegt. Seit 1564 war Straning eine eigene Pfarre. Der heutige Bau der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt entstand ab etwa 1741 und wurde am 18. Juni 1752 geweiht. Baumeister Wisgrill ließ Zogelsdorfer Stein verwenden. Grafenberg hat eine Pfarrkirche zum Heiligen Kreuz, Wartberg eine zum heiligen Leonhard. An einem hölzernen Marterl hielten Patres aus Eggenburg während der Pestzeit 1713 Gottesdienste für die Grafenberger. Pfarrer Franz Schindlauer sammelte nach der guten Weinernte 1852 Geld für eine Vituskapelle, die 1853 an die Stelle des Marterls trat. Die Restaurierung von 2002 finanzierte die Gemeinde, ausgeführt wurde sie von der örtlichen Feuerwehr.

Marktrecht und Gemeindebildung

Wartberg wird 1190 im Zusammenhang mit einer nach dem Ort benannten Adelsfamilie greifbar. Grafenberg besaß spätestens 1449 Marktrecht; die zugehörige Urkunde ist nicht erhalten. Der Ortsname Wartberg verweist laut Gemeindechronik auf eine Warte am 311 Meter hohen Kirchenberg. 1620 kam es dort zu einer Schlacht zwischen böhmischen und kaiserlichen Truppen. 1968 schlossen sich Etzmannsdorf bei Straning, Grafenberg und Straning zusammen; 1972 kam Wartberg hinzu. Nach einer Phase unter dem Namen Grafenberg erhielt die Gemeinde 1973 wieder den Namen Straning-Grafenberg.

Granit und Wollsackverwitterung

Die Kogelsteine sind Granit, der vor rund 500 Millionen Jahren aus einer Gesteinsschmelze erstarrte. Später formten Brüche entlang der Diendorfer Störung sowie Verwitterung und Abtragung die heutigen Türme und gerundeten Blöcke. Wollsackverwitterung rundet Kanten und Ecken; Wächter, Pilz, Venusstein und Wackelstein tragen eigene Namen. Das Schutzgebiet Fehhaube-Kogelsteine wurde 2009 eröffnet; ein Förderverein besteht seit 2010.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Straning-Grafenberg auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung765
31.10.2021 · Registerzählung705
01.01.2026 · Bevölkerungsstand706

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
444
NUTS-3-Region
Waldviertel (AT124)

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Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Straning-Grafenberg

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.