IRNFRITZ-MESSERN KENNENLERNEN
Irnfritz-Messern: Zwischen Bahnhofssiedlung und Herrschaftsorten
Irnfritz-Messern liegt im Waldviertel im Bezirk Horn. Die Marktgemeinde umfasst 55,98 Quadratkilometer und zählte am 1. Jänner 2026 1.415 Einwohner.
Ein Bahnhof verändert den Ort
Mit der Eröffnung der Franz-Josefs-Bahn 1869 erhielt Irnfritz eine Verbindung nach Wien. Abseits des älteren Dorfs entwickelte sich beim Bahnhof der Marktort Irnfritz-Bahnhof. Zum Gemeindegebiet gehören zwölf Ortschaften und zwölf Katastralgemeinden. Irnfritz-Messern ist Mitglied der Kleinregion Taffa-Thaya-Wild. Durch die Gemeinde verlaufen die Landesstraßen L42, L50 und L52; die Gemeinde weist außerdem Wander- und Radwege aus.
Burgruine Grub und Schloss Wildberg
Die erste urkundliche Erwähnung von Grub findet sich 1237 in einer Altenburger Urkunde, die Pilgrimus de Grueb nennt. Nördlich des Weilers liegt die Burgruine auf einem steil abfallenden Felsen. Das Ehepaar Hampapa kaufte den ruinösen Komplex 1970 vom Stift Altenburg und setzte ihn instand. Irnfritz ist 1333 als „Iermfricz“ belegt; der Name geht auf den althochdeutschen Personennamen Irmvrit zurück. Südlich von Messern liegt Schloss Wildberg auf einem von der Großen Taffa umflossenen Geländesporn. Schloss Wildberg war seit dem 12. Jahrhundert Wehrburg; 1135 wird Pilgrimus von Wildberg genannt. Die Gemeinde weist darauf hin, dass die Anlage nicht öffentlich zugänglich ist. Die Pfarrkirche Messern ist dem heiligen Jakobus dem Älteren geweiht; ihre Grundsteinlegung fällt ins 14. Jahrhundert, das Langhaus wurde im 17. Jahrhundert verlängert und barockisiert. Im Inneren stehen ein Hochaltar von 1685 und das Altarbild des heiligen Jakobus.
Kirchen und Schule in den Dörfern
In Nondorf begann die Marienwallfahrt im 17. Jahrhundert. Eine Marienfigur aus der Mitte des 18. Jahrhunderts steht in einer Nische der Apsis. Nach einer baulichen Anpassung 1763 wurde die Kirche 1783 wieder Mittelpunkt einer eigenen Pfarre. Seit 1783 gab es in Nondorf auch eine Schule; nach Fertigstellung der Volksschule in Irnfritz wurde sie 1971 geschlossen. Trabenreith besitzt eine dem heiligen Johannes Nepomuk geweihte Kirche, Wappoltenreith eine Filialkirche des heiligen Leopold.
Spuren aus Werkstätten und Ateliers
In Trabenreith zeigt das Ziegelmuseum handgeformte und gebrannte Backsteine. Vor der Industrialisierung versahen Hersteller Ziegel mit Zeichen: überliefert sind Blumen, Tiere und Kreuze ebenso wie Abdrücke kleiner Hände und Füße. Sammler Kranzl trug Hunderte unterschiedlich gebrannte Exemplare zusammen. Die Familie Busch erklärt die Ofenzeichen nach telefonischer Voranmeldung. In Messern präsentiert die Galerie Blaim Ölbilder, Aquarelle, Zeichnungen und Grafiken von Adolf Blaim (1942–2004). Der Künstler illustrierte auch Bücher des Kräuterpfarrers Hermann-Josef Weidinger.
Ein Netz aus Dörfern
Neun Feuerwehren nennt die Gemeinde für das Gemeindegebiet; vier Ortschaften bilden gemeinsam die Feuerwehr Messern. Zu den örtlichen Einrichtungen zählen Volksschule und Mittelschule. Der Irnfritzer-Teich, ein Eislaufplatz und Tennisanlagen werden als Freizeitangebote geführt. Der TTW-Rundradweg verbindet die Gemeinde mit der weiteren Region. 1997 entstand unmittelbar an der Franz-Josefs-Bahn eine Betriebsanlage für den Waldviertler Recyclingpark.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Irnfritz-Messern – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Irnfritz-Messern - GEM2GO WEB - Startseite
- Ziegelmuseum Trabenreith – Marktgemeinde Irnfritz-Messern
- Nondorf – Marktgemeinde Irnfritz-Messern
- Messern – Marktgemeinde Irnfritz-Messern
- Zahlen und Fakten – Marktgemeinde Irnfritz-Messern
- Grub – Marktgemeinde Irnfritz-Messern
Stand der Angaben: 08.10.2026
