NEUSTADTL AN DER DONAU KENNENLERNEN
Neustadtl an der Donau: Hochplateau und Kirchenort
Neustadtl an der Donau liegt auf der Neustadtler Platte, einem Hochplateau über dem Strudengau. Die Marktgemeinde zählt am 1. Jänner 2026 2.157 Einwohnerinnen und Einwohner und umfasst 47,90 Quadratkilometer.
Granitplatte über dem Strudengau
Die Neustadtler Platte ist ein südlicher Ausläufer der Böhmischen Masse, den die Donau vom übrigen Granitland getrennt hat. Auf der Hochfläche liegen gerundete Kuppen und verstreute Einzelgehöfte; an den Hängen zum Strom werden Felsrippen und Findlinge häufiger. Die Höhen Brandstetterkogel und Gipfelstein überragen die Landschaft. Von der Georgssäule reicht der Blick an klaren Tagen bis zum Schneeberg und zur Rax. Rund 41 Prozent der Gemeindefläche sind bewaldet. Der Markt selbst sitzt auf dem Plateau; nur Freyenstein und Hößgang liegen am Donauufer im Strudengau. Der Eisenwurzenweg quert das Gemeindegebiet auf seiner Route zwischen dem nördlichsten und südlichsten Punkt Österreichs.
Niwenstat und die Jakobuspfarre
Bischof Reginbert von Passau übergab 1147 den Ort Niwenstat dem Augustiner-Chorherrenstift Sarmingstein; die Pfarre wurde dabei neu gegründet. 1161 weihte Bischof Konrad eine Kirche, zunächst zu Ehren des Heiligen Kreuzes. Später wurde sie erweitert und dem heiligen Jakobus geweiht. Die heutige Pfarrkirche steht hoch im Markt und ist eine Station am Jakobsweg. Ihr heutiges Bauwerk reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück: Aus dieser Zeit stammen der untere Teil des Turms und das kleine Chorjoch. Das dreischiffige spätgotische Langhaus mit Netzrippengewölbe entstand um 1500; ein Fenster am rechten Seitenaltar trägt die Jahreszahl 1518. Ein elfseitiger Taufstein aus rotem Marmor gehört zu den erhaltenen älteren Ausstattungsstücken.
Schule, Markt und frühe Gewerbe
Ein Schulmeister ist 1555 erstmals belegt. Das Urbar von 1603 nennt jährliche Märkte zu Gregori und Jakobi. Im frühen 19. Jahrhundert wurde in der Silberluck’n südlich des Marktes nach Silber gesucht. Auch ein Braunkohlenversuch bei Beidenstein in Windpassing blieb wegen geringer Vorkommen erfolglos. Granitsteinbrüche prägten dagegen die Nutzung des Plateaus; bis auf einen wurden sie später stillgelegt. 1848 entstanden aus den bisherigen Grundherrschaften acht selbständige Gemeinden, die den heutigen Katastralgemeinden entsprechen. 1970 schlossen sich Berghof, Nabegg, Klein-Wolfstein, Neustadtl-Markt und Windpassing zur heutigen Großgemeinde zusammen.
Kirchenraum und Ortsgemeinschaft
Mehrere Bauphasen sind im Kircheninneren erkennbar. 1622 sind die Anfertigung eines Altars und einer Kanzel belegt; aus dem 17. Jahrhundert blieb eine Monstranz erhalten. Eine Chorstufe trägt die eingemeißelte Jahreszahl 1703. Das Jakobusbild am Altar dürfte aus derselben Zeit stammen. 1816 setzte ein Blitz den Kirchturm in Brand; zwei Jahre später erhielt er ein neues Turmkreuz und drei Glocken. 1901 begann eine neugotische Neuausstattung des Altarraums, 1902 folgten Kanzel und Seitenaltar. In Klein-Wolfstein ist die katholische Gemeinschaft Ancillae Domini ansässig. 2022 feierte die Gemeinde das 875-Jahr-Jubiläum, 2024 erschien nach zehnjähriger Arbeit einer lokalen Gruppe eine knapp 800 Seiten starke Häuserchronik.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
