OED-OEHLING KENNENLERNEN
Oed-Oehling: Römerstraße, Kirchen und Mostkultur
Oed-Oehling liegt im Mostviertel zwischen Url, Phyrra und sanft ansteigenden Höhen. Die Marktgemeinde umfasst 10,64 Quadratkilometer und zählt am 1. Jänner 2026 2.206 Einwohnerinnen und Einwohner. Alte Marktstraßen, Kirchen und Mostviertler Höfe prägen den Ort.
Zwischen Url und Phyrra
Die Url bildet im Südosten die Gemeindegrenze und fließt hier auf etwa 300 Metern Seehöhe. Von ihrem Tal steigt das Gelände auf bewaldete Höhen um 400 Meter an. Öhlingbach und Phyrra entwässern die südöstlichen und nordwestlichen Bereiche. Rund 70 Prozent der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt, etwa 15 Prozent sind bewaldet. Oed liegt an der alten Römerstraße strata publica. Im Mittelalter diente sie als Hochstraße, später als Reichspoststraße und als Grenze zwischen den Landgerichten Salaberg und Nieder-Wallsee. Die Verkehrsachse begünstigte den Marktort, dessen Zentrum entlang der Straße entstand. Öhling entwickelte sich als eigener Kirchweiler auf einem Hügel nördlich des Urlraums.
Zwei Ortsnamen, zwei Pfarrgeschichten
Öhling wird 1110 in einer Schenkungsnotiz des Göttweiger Salbuchs genannt; um 1120 erscheint der Ort auch in den Klosterneuburger Traditionsbüchern. Ein adeliger Zeuge namens Hainreich van Elling ist 1321 belegt. Für Oed liegt die älteste überlieferte Erwähnung um 1140 vor. 1318 erhielt der Markt das Marktrecht. Im Jahr 1690 waren dort zahlreiche Handwerker tätig, darunter drei Schmiede, sieben Schuhmacher, vier Schneider und acht Gastwirte. Öhling und Oed wurden 1972 zur Marktgemeinde Oed-Oehling vereint. Die neue Gemeinde übernahm das ältere Wappen des Marktes Oed: Es zeigt den heiligen Petrus mit Schlüssel und Buch sowie eine Lilie.
St. Wolfgang und Peter und Paul
Die Pfarrkirche Öhling steht auf einer Anhöhe und ist dem heiligen Wolfgang geweiht. Eine Kapelle wird im 13. Jahrhundert genannt; 1545 galt die Kirche als Filiale von Aschbach. Das Langhaus wurde 1679 erweitert, 1694 kamen Stuckarbeiten hinzu. Nach einem Brand war das Gebäude 1814 eine Ruine; Kirche und Pfarre wurden 1833 neu errichtet. Der Westturm folgte 1914 nach Plänen des Architekten Matthäus Schlager. Die Pfarrkirche Oed Markt ist den heiligen Petrus und Paulus geweiht. Ihre Vorgängerkirche entstand um 1690; den heutigen spätbarocken Bau errichtete Paul Ulrich Trientl 1759 bis 1761 im Auftrag von Leopold Graf Daun. Der Turm wurde 1834 erneuert.
Das Presshaus am Dorfplatz
Am Dorfplatz von Öhling steht das denkmalgeschützte Presshaus der Mostelleria. Johann Kirchweger ließ das Gebäude 1874 errichten; er war Kaufmann, Landwirt und Besitzer eines Ziegelofens. Sein Most wurde bis nach Berlin verkauft. Nach seinem Tod 1897 ging sein Besitz an Kaiser Franz Joseph. Das Presshaus blieb über ein Jahrhundert in Betrieb und diente später als Teil eines landwirtschaftlichen Betriebs. Nach mehr als hundert Jahren Betrieb stand das Presshaus 1987 leer. 2010 wurde es renoviert und zur Produktions-, Verkaufs- und Verkostungsstätte einer Bio-Destillerie umgestaltet. Hinter dem Haus liegt ein Mostbirnengarten mit rund 12.000 Bäumen.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
