OPPONITZ KENNENLERNEN
Opponitz: Wasserkraft, Ybbs und Eisenwurzen
Opponitz liegt im oberen Ybbstal, wo die Ybbs durch die niederösterreichische Eisenwurzen zieht. Das Gemeindegebiet verbindet eine lange Geschichte des Flusses mit moderner Energiegewinnung und Wegen, die heute Radfahrende statt Züge nutzen.
Landschaft am Fluss
Die Gemeinde umfasst 39,66 Quadratkilometer und zählt 868 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Der Hauptort liegt auf 422 Metern Seehöhe. Wälder prägen das Gebiet: 72,7 Prozent der Fläche sind bewaldet. Die Opponitz-Formation bezeichnet geschichtete Gesteine der oberen Trias in den Nördlichen Kalkalpen. Vier Katastralgemeinden – Ofenberg, Opponitz, Schwarzenbach und Thann – gliedern das Gebiet. Die amtlichen Ortschaften heißen Graben, Gstadt, Hauslehen, Ofenberg, Schwarzenbach, Strubb und Thann. Das Alpl ist mit 1.405 Metern der höchste Punkt der Gemeinde; in Ofenloch ist ein Abschnitt der freifließenden Ybbs als Naturdenkmal ausgewiesen.
Ein Ortsname am Wasser
Ein Passauer Urbar nennt Opponitz 1256 als „Opotnitz“. Der Ortsname wird mit slawischen Wurzeln verbunden; die überlieferte Form „sobot nica“ wird als „Geräusch des Wassers“ gedeutet. Bis 1848 gehörte Opponitz zur Herrschaft Gleiß; eine mittelalterliche Burg ist nicht erhalten und ihr Standort bislang nicht sicher bestimmt. Im Altertum gehörte das Gebiet zur römischen Provinz Noricum. Der heutige Hauptort hieß früher Hauslehen; der Ortsname Opponitz setzte sich für das Dorf und später für die Gemeinde durch. Die Pfarrkirche ist der heiligen Kunigunde geweiht. Nach Angaben der Diözese gehörte das Gebiet im 11. Jahrhundert zur Pfarre Aschbach; 1267 wird eine Filialkirche von Hollenstein erwähnt. Ein baufälliger Vorgängerbau wich ab 1852 einem Neubau, der nach dreijähriger Bauzeit eingeweiht wurde.
Strom für Wien aus der Ybbs
Im Ortsteil Schwarzenbach wurde von 1922 bis 1924 das Kraftwerk Opponitz errichtet. Die Gemeinde Wien forcierte 1921 den Ausbau der Wasserkraft und gründete dafür die Wasserkraftwerke AG. Es wurde in eine 110-Kilovolt-Fernleitung nach Wien eingebunden. Wien Energie bezeichnet es als ihr ältestes Wasserkraftwerk. Die Anlage nutzt das Gefälle der Ybbs zwischen Göstling und Opponitz; die Betreiberangaben nennen mehr als 120 Meter Höhenunterschied. Das historische Krafthaus steht unter Denkmalschutz. Nach rund sieben Jahrzehnten im ursprünglichen Zustand wurde die Technik in den 1990er-Jahren erneuert. Die Verbindung von Flusskraft, Leitung und städtischem Strombedarf machte Opponitz zu einem frühen Standort großräumiger Wasserkraftversorgung.
Auf der früheren Bahntrasse
Die schmalspurige Ybbstalbahn verband den Ort mit dem Tal; der Abschnitt Waidhofen an der Ybbs–Lunz am See wurde eingestellt. Auf einem Teil der Trasse verläuft seit 2017 der Ybbstalradweg durch das Gemeindegebiet. In Opponitz steht auch das ehemalige Herrenhaus des Grüblhammers, das heute als Gemeindeamt dient. Das Sichelmuseum zeigt im einstigen Hammerwerk eine originalgetreu eingerichtete, funktionsfähige Anlage zur Sichelerzeugung; es wurde 1988 eröffnet. Die Ybbs wird zudem zum Fliegenfischen genutzt, wofür Opponitz als Fischerdorf bekannt ist. Kindergarten und Volksschule sind weitere Einrichtungen im Gemeindegebiet.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Opponitz – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Land Niederösterreich – Opponitz
- Pfarre Opponitz – Pfarrkirche
- Wien Energie – Wasserkraftwerke Opponitz und Gaming
- Wien Energie – Umwelterklärung Wasserkraftanlagen
- Gedächtnis des Landes – Opponitz
Stand der Angaben: 08.10.2026
