ST. MARTIN-KARLSBACH KENNENLERNEN
St. Martin-Karlsbach: Glocke, Schloss und Ybbsfeld
St. Martin-Karlsbach liegt im Bezirk Melk am Übergang vom Ybbsfeld zu den Höhen des Hengstbergs. Die Marktgemeinde zählt 1.619 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 24,91 Quadratkilometer. Kirche, Schloss und Schule dokumentieren ihre lange Ortsgeschichte.
Eine Kirche seit dem 12. Jahrhundert
Die Kirche St. Martin am Ybbsfelde ist dem heiligen Martin von Tours geweiht und wurde am 1. Mai 1147 erstmals urkundlich genannt. Ein Einkommensverzeichnis des Bistums Passau belegt 1331 bereits eine Pfarre. Der ursprünglich einschiffige romanische Bau erhielt in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts teilweise hochgotische Formen. Turm und Dach wurden im 20. Jahrhundert erneuert; 1987 und 1988 erweiterte man die Kirche nach Norden und Süden, weil die Gemeinde gewachsen war. Der Volksaltar stammt von Andreas Ortner aus Hengstberg. Im Turm hängen zwei alte Glocken. Die kleinere wurde 1691 in Krems gegossen; die Oktavglocke trägt die Jahreszahl 1200 und die Inschrift „O Rex Glorie Veni Cum Pace“. Sie läutet an hohen Festtagen.
Schloss Karlsbach und seine Besitzer
Schloss Karlsbach und Ennsbach werden 1160 erstmals urkundlich erwähnt. 1522 gelangte die Burg an Gabriel von Salamanca-Ortenburg, der die Befestigungen ausbauen und den Wohnbereich erweitern ließ. Während des Bauernaufstands von 1595 wurde die Anlage verwüstet. Nach weiteren Besitzerwechseln kam sie 1685 an Balthasar Graf Starhemberg; die Familie behielt das Anwesen bis 1936. Rupert Hatschek erwarb die Gebäude im 20. Jahrhundert und ließ sie zwischen 1950 und 1960 zu einem modernen Schloss umbauen. Die Anlage ist heute restauriert und in Familienbesitz. Von der früheren Burg sind unter anderem Ecktürme, Torturm und Kanonentürme sowie Reste der Burgkapelle, das Vorschloss und der Meierhof erhalten.
Schulgeschichte am Kirchplatz
In St. Martin ist Unterricht seit 1601 nachweisbar. Über das erste Schulhaus ist wenig bekannt; ein späterer Bau soll nahe der Hohen Stiege beim Pfarrhof gestanden sein. Das Schulhaus im Ortskern neben der Kirche stammte vermutlich aus der Zeit Maria Theresias und wurde 1813, 1859 und 1880 erweitert. Als die Schülerzahlen stiegen, wurde es zu klein. Die heutige Volksschule entstand 1967/68. Das frühere Schulhaus wurde im Zuge der Marktplatzumgestaltung 2004 abgerissen. 2009 ließ man die 1968 eröffnete Schule umbauen und sanieren. Vom Obergeschoß bietet sich ein Ausblick auf Gemeindeamt und Pfarrkirche.
Zwei Gemeinden werden Markt
Am 1. Jänner 1970 schlossen sich St. Martin am Ybbsfelde und Karlsbach zur Gemeinde St. Martin-Karlsbach zusammen. 1978 begann die Errichtung des Amtshauses, das 1981 eröffnet wurde; bei diesem Anlass erhielt die Gemeinde ihr Wappen. Das amtliche Ortsverzeichnis führt drei Ortschaften: Ennsbach, Karlsbach und St. Martin am Ybbsfelde. Am östlichen Ortseingang von Karlsbach liegt der Taborberg mit einem Glockenturm, möglicherweise an der Stelle einer spätmittelalterlichen Wehranlage. Nördlich von Ennsbach befindet sich in der Rotte Habich die Engelsburg, ein ehemaliger Hausberg mit kegelstumpfförmigem Kernwerk.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- St. Martin-Karlsbach – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- St. Martin-Karlsbach www.st-martin-karlsbach.gv.at- Bürgerservice mit Zukunft / www.gvumelk.at - Startseite
- Geschichtliches
- Pfarre St. Martin am Ybbsfelde
- Unsere Schule: Chronik
- Geschichtliches: Gemeindeentwicklung
Stand der Angaben: 08.10.2026
