MARKERSDORF-HAINDORF KENNENLERNEN
Markersdorf-Haindorf an alten Straßen und neuen Spuren
Markersdorf-Haindorf liegt im Pielachtal westlich von St. Pölten. Die Marktgemeinde zählt 2.058 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 16,68 Quadratkilometer. Zehn Ortschaften gehören zum Gemeindegebiet. Wiesen, Felder und kleine Waldstücke prägen die offene Landschaft. Zwei historische Ortszentren, Markersdorf und Haindorf, geben der Gemeinde ihren Namen; die heutige Marktgemeinde verbindet beide Orte verwaltungsmäßig.
Zwei Orte, zwei Pfarrgeschichten
Markersdorf wird 1108 erstmals urkundlich genannt, Haindorf um 1130. Beide Orte besaßen bereits im 12. Jahrhundert Kirchen. Die Haindorfer Kirche entstand um 1100 und wurde um 1130 dem Stift Göttweig geschenkt. Nach 1250 wurde Haindorf eine eigene Pfarre. Die Markersdorfer Kirche war zunächst eine Filiale; 1784 wurde sie zur selbstständigen Pfarrkirche erhoben. Die Markersdorfer Kirche wurde nach 1430 erweitert; bei einer späteren Restaurierung wurden romanische Grundmauern des Vorgängerbaus freigelegt. An der Westfront ist ein Römerstein eingemauert.
Maut und alte Ost-West-Verbindung
Markersdorf lag an einer Ost-West-Verbindung, die die Gemeindeseite als Limesstraße und als alte Ochsenstraße beschreibt. Der Weg wurde bis ins Mittelalter genutzt; Viehtrieb aus Ungarn führte durch den Ort in Richtung Oberbayern. In Markersdorf befand sich eine Mautstation. Das Wappen erinnert mit einem weißen Streifen an diesen Verkehrsweg und an die Teilung des Gebiets durch spätere Verkehrsachsen. Die spätere Poststraße folgte dem Verlauf der heutigen Bundesstraße.
Das Gelände des Fliegerhorsts
1938 begann der Bau des Fliegerhorsts auf einem 640 Hektar großen Gelände, davon waren 60 Hektar verbaut. Zur Anlage gehörten Kasernen, Hangars, Werkstätten und Versorgungseinrichtungen. 1944 wurde der Flugplatz dreimal bombardiert; auch Gebäude im Ort wurden schwer beschädigt. Am 20. April 1945 sprengten deutsche Truppen die Anlagen vor ihrem Abzug. Das nachrückende sowjetische Militär zerstörte weitere Teile. Ein Teil des Geländes wurde später rekultiviert, während an anderen Stellen Ruinen erhalten blieben. Zum Flugplatz gehörten acht Kasernen, fünf Hangars, eine Flugzeugwerft, Heizhäuser und Fahrzeughallen mit Werkstätten. 1942 wurden außerdem Wohnblöcke für Offiziere, Unteroffiziere und Verwaltungspersonal errichtet.
Eine Verwaltungsgemeinde wächst zusammen
Die politischen Gemeinden Markersdorf und Haindorf wurden 1970 verwaltungsmäßig zusammengelegt. Danach entstanden gemeinsame Einrichtungen wie Schulhaus, Gemeindeverwaltungszentrum und Kindergarten; auch Kanalisation und Wasserpumpanlage gehörten zu den Vorhaben. Das denkmalgeschützte Schloss Mitterau aus der Zeit um 1600 liegt im Norden; zu ihm gehören 950 Hektar Wald. Die Pfarrkirche St. Martin in Markersdorf und die Kirche der heiligen Petrus und Paulus in Haindorf bewahren zwei örtliche Bezugspunkte. Das Schloss Mitterau ist privat verwaltet und liegt in einer Landschaft mit Waldflächen und landwirtschaftlich genutzten Flächen. Die Tourismusinformation nennt außerdem den mittelalterlichen Pranger und das alte Pfarrhaus als historische Ziele. Diese Orte ergänzen die beiden Pfarrkirchen und machen die Siedlungsgeschichte an mehreren Punkten des Gemeindegebiets sichtbar.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Markersdorf-Haindorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Markersdorf-Haindorf – Niederösterreich
- Geschichte & Pfarre – Marktgemeinde Markersdorf-Haindorf
- Unser Marktwappen – Marktgemeinde Markersdorf-Haindorf
- Der Fliegerhorst – Marktgemeinde Markersdorf-Haindorf
Stand der Angaben: 09.10.2026
