MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Markersdorf-Haindorf

Zwei historische Pfarrorte, ein Flugplatzgelände und die Pielachlandschaft

GEMEINDEKENNZIFFER31922
Ortsansicht von Markersdorf-Haindorf
Ortsansicht von Markersdorf-Haindorf · Foto: Henry Kellner · „Markersdorf 0451 Panini 5 cut“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
2 058
01.01.2026
Fläche
16,68 km²
Bevölkerungsdichte
123,4
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3388
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

MARKERSDORF-HAINDORF KENNENLERNEN

Markersdorf-Haindorf an alten Straßen und neuen Spuren

Markersdorf-Haindorf liegt im Pielachtal westlich von St. Pölten. Die Marktgemeinde zählt 2.058 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 16,68 Quadratkilometer. Zehn Ortschaften gehören zum Gemeindegebiet. Wiesen, Felder und kleine Waldstücke prägen die offene Landschaft. Zwei historische Ortszentren, Markersdorf und Haindorf, geben der Gemeinde ihren Namen; die heutige Marktgemeinde verbindet beide Orte verwaltungsmäßig.

Zwei Orte, zwei Pfarrgeschichten

Markersdorf wird 1108 erstmals urkundlich genannt, Haindorf um 1130. Beide Orte besaßen bereits im 12. Jahrhundert Kirchen. Die Haindorfer Kirche entstand um 1100 und wurde um 1130 dem Stift Göttweig geschenkt. Nach 1250 wurde Haindorf eine eigene Pfarre. Die Markersdorfer Kirche war zunächst eine Filiale; 1784 wurde sie zur selbstständigen Pfarrkirche erhoben. Die Markersdorfer Kirche wurde nach 1430 erweitert; bei einer späteren Restaurierung wurden romanische Grundmauern des Vorgängerbaus freigelegt. An der Westfront ist ein Römerstein eingemauert.

Maut und alte Ost-West-Verbindung

Markersdorf lag an einer Ost-West-Verbindung, die die Gemeindeseite als Limesstraße und als alte Ochsenstraße beschreibt. Der Weg wurde bis ins Mittelalter genutzt; Viehtrieb aus Ungarn führte durch den Ort in Richtung Oberbayern. In Markersdorf befand sich eine Mautstation. Das Wappen erinnert mit einem weißen Streifen an diesen Verkehrsweg und an die Teilung des Gebiets durch spätere Verkehrsachsen. Die spätere Poststraße folgte dem Verlauf der heutigen Bundesstraße.

Das Gelände des Fliegerhorsts

1938 begann der Bau des Fliegerhorsts auf einem 640 Hektar großen Gelände, davon waren 60 Hektar verbaut. Zur Anlage gehörten Kasernen, Hangars, Werkstätten und Versorgungseinrichtungen. 1944 wurde der Flugplatz dreimal bombardiert; auch Gebäude im Ort wurden schwer beschädigt. Am 20. April 1945 sprengten deutsche Truppen die Anlagen vor ihrem Abzug. Das nachrückende sowjetische Militär zerstörte weitere Teile. Ein Teil des Geländes wurde später rekultiviert, während an anderen Stellen Ruinen erhalten blieben. Zum Flugplatz gehörten acht Kasernen, fünf Hangars, eine Flugzeugwerft, Heizhäuser und Fahrzeughallen mit Werkstätten. 1942 wurden außerdem Wohnblöcke für Offiziere, Unteroffiziere und Verwaltungspersonal errichtet.

Eine Verwaltungsgemeinde wächst zusammen

Die politischen Gemeinden Markersdorf und Haindorf wurden 1970 verwaltungsmäßig zusammengelegt. Danach entstanden gemeinsame Einrichtungen wie Schulhaus, Gemeindeverwaltungszentrum und Kindergarten; auch Kanalisation und Wasserpumpanlage gehörten zu den Vorhaben. Das denkmalgeschützte Schloss Mitterau aus der Zeit um 1600 liegt im Norden; zu ihm gehören 950 Hektar Wald. Die Pfarrkirche St. Martin in Markersdorf und die Kirche der heiligen Petrus und Paulus in Haindorf bewahren zwei örtliche Bezugspunkte. Das Schloss Mitterau ist privat verwaltet und liegt in einer Landschaft mit Waldflächen und landwirtschaftlich genutzten Flächen. Die Tourismusinformation nennt außerdem den mittelalterlichen Pranger und das alte Pfarrhaus als historische Ziele. Diese Orte ergänzen die beiden Pfarrkirchen und machen die Siedlungsgeschichte an mehreren Punkten des Gemeindegebiets sichtbar.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 09.10.2026

GEOGRAFIE

Markersdorf-Haindorf auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 943
31.10.2021 · Registerzählung2 053
01.01.2026 · Bevölkerungsstand2 058

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
723
NUTS-3-Region
Sankt Pölten (AT123)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Markersdorf-Haindorf

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.