MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Michelbach

Ein Mostviertler Marktort mit Erinnerung an alte Handwerke und gemeinschaftliche Energie

GEMEINDEKENNZIFFER31923
Elsbeerplatz in Michelbach im Winter
Elsbeerplatz in Michelbach im Winter · Foto: Markus Wachter · „Elsbeerplatz“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
851
01.01.2026
Fläche
24,95 km²
Bevölkerungsdichte
34,1
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3074
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

MICHELBACH KENNENLERNEN

Michelbach zwischen Wald, Köhlerei und Sternenhimmel

Michelbach liegt im Bergland des Mostviertels südöstlich von St. Pölten. Die Marktgemeinde zählt 851 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 24,95 Quadratkilometer. Acht Ortschaften gliedern sich in drei Katastralgemeinden. Rund 48 Prozent der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt, 47 Prozent bewaldet. Die Ziele in den Ortsteilen verbinden regionale Handwerke, Obstkultur und Astronomie.

Siedlungen im Hügelland

Zum Gemeindegebiet gehören Finsteregg, Gstetten, Kleindurlas, Kropfsdorf, Mayerhöfen, Michelbach Dorf, Michelbach Markt und Untergoin. Die drei Katastralgemeinden heißen Mayerhöfen, Michelbach Dorf und Michelbach Markt. Damit umfasst die Marktgemeinde mehrere Siedlungen, deren Namen nicht mit den Verwaltungseinheiten gleichzusetzen sind. Die hügelige Landschaft verbindet Wald und offene Nutzflächen. Im Süden liegt das Gebiet bereits im Übergang zu den Voralpen; Wege führen über Wiesen und Höfe und geben Einblick in die gewachsene Kulturlandschaft.

Pfarrort mit bewegter Geschichte

1124 wird Michelbach als „Michilpach“ erstmals genannt. Eine Urkunde Bischof Reginmars von Passau hielt die Herauslösung aus dem Pfarrverband Pyhra und die Erhebung zur eigenständigen Pfarre fest. Während der ersten Wiener Türkenbelagerung wurde der Ort verwüstet. 1683 kamen weitere Zerstörungen hinzu; die Pfarrkirche wurde zerstört und ab 1708 neu aufgebaut. Auch ein Hochwasser richtete 1921 erhebliche Schäden an. 274 Menschen starben 1683, und 48 Häuser wurden zerstört. 72 Soldaten aus Michelbach kehrten 1945 nicht mehr in die Heimat zurück. Die Chronik macht sichtbar, wie Pfarrgeschichte, Wiederaufbau und Naturereignisse den Ort prägten.

Holzkohle und Elsbeere

Die Köhlerei Hochecker verarbeitet Hartholz aus dem Wienerwald zu Holzkohle. Das Bauern- und Handwerksmuseum befindet sich ebenfalls in Kleindurlas; es zeigt landwirtschaftliche und hauswirtschaftliche Geräte. Ein Themenweg verbindet Köhlerei und Mostwirtschaft. In Mayerhöfen widmet sich das Haus der seltenen Elsbeere; der Familienbetrieb verarbeitet die Frucht zu Spezialitäten. Die drei Ziele liegen in verschiedenen Ortsteilen und zeigen verschiedene Formen der Nutzung regionaler Rohstoffe. Rund um das Haus wachsen Kräuter und Wildpflanzen; seltene Obstsorten sind Nagowitz-, Holz-, Butter- und Scheibelbirnen. Der Familienbetrieb besteht in vierter Generation und verkauft Elsbeerprodukte im eigenen Verkaufsraum.

Beobachtungen am Himmel, Energie aus Wind

Die NÖ Volkssternwarte bietet Einblicke in den Sternenhimmel. Führungen widmen sich unter anderem Mond, Planeten, Sternbildern und Galaxien. Auch die Windenergie hat einen konkreten Platz in der Ortsgeschichte. Knapp hundert Menschen beteiligten sich an der Finanzierung der ersten W.E.B.-Anlage; aus der Initiative ging das Unternehmen W.E.B. hervor. So treffen in Michelbach Angebote zur Himmelsbeobachtung auf ein frühes Beispiel gemeinschaftlich finanzierter erneuerbarer Energie. Der Verein Antares betreibt die Sternwarte in Michelbach Dorf. Die Montage erfolgte am 11. Juli; am 13. Juli 1995 floss erstmals Strom ins Netz. Dieser konkrete Schritt markierte den Beginn der lokalen Windstromerzeugung. Auch Satellitenspuren, Radioastronomie und wissenschaftliche Forschung gehören zum Führungsprogramm.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 09.10.2026

GEOGRAFIE

Michelbach auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung873
31.10.2021 · Registerzählung861
01.01.2026 · Bevölkerungsstand851

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
342
NUTS-3-Region
Sankt Pölten (AT123)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Michelbach

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.