HAUNOLDSTEIN KENNENLERNEN
Haunoldstein an Pielach und Westbahn
Haunoldstein ist eine Gemeinde im Bezirk Sankt Pölten-Land. Sie hat 1.267 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und eine Fläche von 9,89 Quadratkilometern. Im Norden reicht das Gemeindegebiet in den Dunkelsteinerwald; die Pielach durchquert den südlichen Bereich und nimmt bei Eibelsau die Sierning auf. Sieben Ortschaften gehören zur Gemeinde.
Ein kleines Gemeindegebiet mit mehreren Landschaften
Die Pielach durchfließt Haunoldstein von Osten nach Nordwesten. Bei Eibelsau mündet die Sierning in den Fluss. Im Norden gehört ein Teil des Gemeindegebiets zum Dunkelsteinerwald; südlich der Pielach liegt eine junge Niederterrasse. Die Höhen reichen laut geografischer Beschreibung von 240 Metern an der Pielach bis zum Schoissenberg mit 390 Metern. Steinbühel und Sierninger Berg liegen südlich des Flusses. Die vier Katastralgemeinden heißen Eibelsau, Groß Sierning, Haunoldstein und Osterburg. Landwirtschaftlich genutzt werden 68 Prozent der Fläche; 18 Prozent sind bewaldet.
Frühbronzezeitliche Siedlungsspuren
Großflächige Ausgrabungen aus den Jahren 1999 und 2000 bestätigten eine Besiedlung bereits in der Frühbronzezeit zwischen 2300 und 1600 vor Christus. Weitere Funde zeigen eine Nutzung des Platzes in der mittleren Bronzezeit und in der Latènezeit. Zu den freigelegten Spuren zählten Wohn- und Wirtschaftsgebäude aus Holz, Lehm, Stroh und Schilf sowie Vorrats- und Abfallgruben. Gefäße, Knochen und Geräte aus Geweih geben Einblick in den damaligen Alltag. Neben diesen archäologischen Befunden ist auch die mittelalterliche Ortsgeschichte durch Urkunden greifbar: Der Name erscheint 1161 erstmals, 1235 wird die Form Hunoldstain im Urkundenbuch des Chorherrenstifts St. Pölten erwähnt.
Kirchenberg und Osterburg
Die Kirche auf dem weithin sichtbaren Kirchenberg wird 1147 erstmals erwähnt. Die heutige Pfarrkirche in erhöhter Lage ist dem heiligen Michael geweiht; ihre Bausubstanz umfasst gotische Teile. Turm und Langhaus wurden um 1580 verändert, 1745 entstanden Chor und westliches Joch des Langhauses. Die Osterburg ist eng mit der Geschichte des Orts verbunden. Die Gemeinde beschreibt sie als mittelalterliche Wehrburg, deren erste urkundlich erwähnte Besitzer die Grafen von Peilstein waren. Graf Friedrich V. starb 1208 auf der Burg. Später wechselte die Anlage mehrfach den Besitz; Fürst Raimund von Montecuccoli kaufte sie im 17. Jahrhundert. Kirche und Burg stehen für zwei unterschiedliche historische Orte innerhalb der Gemeinde.
Groß Sierning und die Verkehrswege
Mit dem Bau der Reichsstraße, der heutigen B1, und der Westbahn entwickelte sich Groß Sierning nach Angaben der Gemeinde seit 1892 zum Hauptort. Die Bahnstrecke verläuft durch das Gemeindegebiet; vom Bahnhof Groß Sierning bestehen stündliche Schnellbahnverbindungen nach St. Pölten und Pöchlarn. Die B1 führt durch Groß Sierning, während die West Autobahn das Gemeindegebiet im Süden berührt. Diese Verkehrswege erklären die gute regionale Anbindung, ohne dass alle Ortschaften unmittelbar an den Bahnhof anschließen. Seit 1850 ist Haunoldstein eine selbstständige Gemeinde; ein Post- und Telegrafenamt gab es seit 1894. Heute befinden sich Kindergarten und Volksschule in der Gemeinde. 2011 lebten 544 Erwerbstätige in Haunoldstein; 87 Prozent pendelten aus.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
