HAFNERBACH KENNENLERNEN
Hafnerbach am Rand des Dunkelsteinerwaldes
Hafnerbach ist eine Marktgemeinde im Bezirk Sankt Pölten-Land. Zum Stichtag 1. Jänner 2026 lebten hier 1.664 Menschen; die Fläche umfasst 29,24 Quadratkilometer. Die Gemeinde liegt an der Pielach südlich des Dunkelsteinerwaldes. Ihr Gebiet besteht aus 21 Ortschaften und 18 Katastralgemeinden. Die gemeinsame Pfarr- und Schulgeschichte erklärt, weshalb die heutige Marktgemeinde mehrere früher getrennte Dörfer umfasst.
Pielach und Dunkelsteinerwald
Die Pielach bildet eine wichtige landschaftliche Achse am Rand des Dunkelsteinerwaldes. Ältere Flächendaten weisen 57 Prozent der Gemeindefläche als landwirtschaftliche Nutzfläche und 35 Prozent als Wald aus. Diese Flächennutzungsanteile beziehen sich auf das gesamte Gemeindegebiet. Die örtliche Geschichte führt die heutige Verbindung auf ein gemeinsames Pfarrgebiet und später eine gemeinsame Schule zurück. So waren die Siedlungen schon vor der politischen Zusammenlegung durch kirchliche und schulische Einrichtungen miteinander verbunden.
Spuren früher Besiedlung
Archäologische Grabungen zwischen 1984 und 1998 belegen eine dichte Besiedlung während der Urnenfelderkultur. Bei einer Kirchenrenovierung wurden 1966 Fragmente römischer Grabsteine gefunden. Die erste urkundliche Erwähnung des Namens Hafnerbach stammt aus dem Jahr 1210; in der Schenkung Graf Friedrichs von Hohenburg an das Stift Altenburg erscheint die Form Hauaenaerbach. Die Gemeinde leitet den Namen von Hafnern ab, die am Bach siedelten. Ihre Pfarrkirche ist dem heiligen Zeno geweiht und könnte bereits um 1260 Pfarrkirche gewesen sein. Diese frühen Belege betreffen den Ort Hafnerbach und seine Kirche, während das heutige Gemeindegebiet eine größere Zahl umliegender Ortschaften einschließt.
Hohenegg und Raimund Montecuccoli
Die Geschichte Hafnerbachs ist eng mit der Burg Hohenegg und der Familie Montecuccoli verbunden. Fürst Raimund Montecuccoli lebte von 1609 bis 1680 und war von 1637 bis 1680 Herr auf Hohenegg. Die Gemeinde beschreibt seine Residenz als einst prächtig ausgestaltete Burg; im Lauf der folgenden Zeit verfiel sie zur Ruine. Seit 1629 stand die Pfarre Hafnerbach unter der Patronanz der gräflichen Familie Montecuccoli zu Hohenegg beziehungsweise später Mitterau. Die Verbindung von Herrschaft und Pfarre prägt die lokale Überlieferung. Ein von der Gemeinde hervorgehobener Gedenkraum widmet sich Montecuccoli. Die Ruine Hohenegg ist damit ein Zeugnis der Herrschaftsgeschichte im Dunkelsteinerwald, nicht ein Gebäude im heutigen Ortszentrum.
Vom Pfarrgebiet zur Marktgemeinde
Im Zuge der politischen Neuordnung nach 1848 wurden die 21 Dörfer und Weiler des Pfarrgebiets auf mehrere Gemeinden verteilt. Laut Gemeinde wurden sie zwischen 1939 und 1948 zeitweise zwangsweise getrennt und 1966 freiwillig wieder vereinigt. In diesem Jahr schlossen sich die früheren Gemeinden Hafnerbach, Sasendorf und Wimpassing zur Marktgemeinde Hafnerbach zusammen. Mit der Zusammenlegung wurden das Marktwappen verliehen und ein Volksschulgebäude errichtet. Heute bestehen ein Kindergarten und eine Volksschule in Hafnerbach. Für die Orientierung ist wichtig: Sasendorf und Wimpassing sind Ortschaften im Gemeindegebiet, während Hafnerbach die Marktgemeinde bezeichnet. Die Zusammenführung verband zuvor getrennte Gemeindeverwaltungen, nicht alle Siedlungen zu einem einzigen Ort.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
