JAPONS KENNENLERNEN
Japons: Kirchberg, Marmor und acht Orte
Japons liegt im Bezirk Horn im Waldviertel. Die Marktgemeinde umfasst 29,38 Quadratkilometer und hatte am 1. Jänner 2026 696 Einwohner. Die Thaya bildet im Nordwesten einen Abschnitt der Gemeindegrenze.
Ein alter Siedlungsraum
Auf der Anhöhe des Kirchbergs wurden um 1900 vorgeschichtliche Stücke aus Jaspopal und achatartigem Silex gefunden. Die Gemeindeseite deutet sie als Streufunde einer früheren Ansiedlung. Auch im Plateaulehm von Wenjapons ist ein altsteinzeitlicher Lagerplatz belegt. Japons gehört zur Kleinregion Taffa-Thaya-Wild.
Pfarrort und mittelalterliche Herrschaften
Die Pfarre Japons bestand wahrscheinlich schon vor 1155. Bei der Gründung des Prämonstratenserstifts Geras um diese Zeit wurde sie dem Stift übertragen; Herzog Friedrich II. führte die Kirche 1240 in einem Schutzbrief an. Eine erste urkundliche Nennung des Ortsnamens datiert 1336, als „Chinjapons“. Im gleichen Jahr ist Zettenreith erstmals schriftlich belegt. In Unterthumeritz stand eine Burg, die 1385 erwähnt wird. Die Pfarrkirche, dem heiligen Laurenz geweiht, liegt erhöht im Ort. Ihr schlichtes barockes Erscheinungsbild bewahrt ältere gotische Elemente; im Inneren hängen Ölbilder von Johann Jakob Zeiller. Kapellen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stehen in Ober- und Unterthumeritz, Wenjapons und Zettenreith.
Stein aus Unterthumeritz
Eine andere Ortsgeschichte liegt im Steinbruch südlich von Unterthumeritz. Seit 1884/85 wurde dort ein als „Thumeritzer Marmor“ bekannter Naturstein gebrochen, vor Ort geschliffen und poliert und anschließend in Werkstätten in Hötzelsdorf und Wien weiterbearbeitet. Zeitweilig beschäftigte der Betrieb 25 bis 30 Menschen. Grabdenkmale, Portale, Stiegenstufen und Wandverkleidungen gingen bis nach Ungarn, Bulgarien, Rumänien und in die Türkei. Nach dem Ersten Weltkrieg brachen Auslandsaufträge weg; nur noch etwa ein Fünftel der Belegschaft blieb. Ein zweiter Steinmetzbetrieb gewann den Stein nördlich des Ortes und stellte zwischen 1934 und 1939 Werk- und Dekorsteine her. Sein Nachfolger fertigte bis 1965 Betonstein- und Terrazzoarbeiten.
Gemeindebildung und Alltag
Die heutige Marktgemeinde umfasst acht Ortschaften: Japons, Goslarn, Oberthumeritz, Sabatenreith, Schweinburg, Unterthumeritz, Wenjapons und Zettenreith. Goslarn und Zettenreith wurden 1966 eingemeindet; 1968 kamen fünf weitere bisher selbständige Gemeinden hinzu. Kindergarten und Volksschule befinden sich in Japons. Die Gemeinde bietet ein VOR-Schnupperticket an; der nächste ÖBB-Bahnhof mit regulärem Personenverkehr liegt in Irnfritz an der Franz-Josefs-Bahn.
Unterthumeritz: Ortsname und Sage
Die Gemeindechronik nennt 1242 als erste Erwähnung von Thumeritz und erklärt den slawischen Namen mit „Waldbach“. Überliefert sind Formen von Tumbraz über Tumracz und Dumbritz bis Unterthumeritz. Eine Sage erzählt von drei Grafentöchtern, die an einem Sonntag statt in die Kirche in den Wald gingen und dort weiter tanzten, obwohl sie die Glocken von Japons hörten. Ein plötzliches Gewitter habe sie an der „Frau Tanzwies“ in den Boden versinken lassen; dort sei bis heute eine wassergefüllte Vertiefung zu sehen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Japons – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Offizielle Homepage der Marktgemeinde Japons - Startseite
- Offizielle Homepage der Marktgemeinde Japons - Startseite - Unsere Gemeinde - Interessantes & Wissenswertes - Geschichte
- Unterthumeritz – Marktgemeinde Japons (Ortschronik)
- Katastralgemeinden – Marktgemeinde Japons
Stand der Angaben: 08.10.2026
