MEISELDORF KENNENLERNEN
Meiseldorf: Schlösser und Dorfgeschichten
Meiseldorf liegt im Bezirk Horn am Rand des Manhartsbergs. Die Gemeinde umfasst 35,43 Quadratkilometer und hatte am 1. Jänner 2026 829 Einwohner. Der Hauptort ist Klein-Meiseldorf.
Vier Orte, vier eigene Geschichten
Die Gemeinde entstand am 1. Jänner 1971 aus den bis dahin eigenständigen Gemeinden Kattau, Kleinmeiseldorf, Maigen und Stockern. Die ältesten schriftlichen Hinweise aus diesem Gebiet betreffen Kattau: Eine Urkunde des Stifts Melk nennt 1074 Ulrich von Chadowe als Besitzer von Alt-Kattau. Wo dieser Vorgängerort lag, ist heute nicht bekannt. Die Familie Kattau lässt sich bis ins 16. Jahrhundert verfolgen; Alt-Kattau verschwand im Lauf dieser Zeit oder kurz danach. Das Gemeindegebiet liegt zwischen Horn und Eggenburg in der Übergangslandschaft von Wald- und Weinviertel. Der Maigner Bach verlässt das Gemeindegebiet im Osten auf etwa 330 Metern Seehöhe. Klein-Meiseldorf liegt an der Franz-Josefs-Bahn; der Bahnhof Klein-Meiseldorf–Maria-Dreieichen wurde bis Dezember 2015 im Personenverkehr bedient.
Schloss und Dorfanger in Kattau
Neu-Kattau dürfte in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts entstanden sein; 1343 werden zwei Sitze namens Chadow und Wenigern Chadow erwähnt. Schloss Kattau wurde später mehrfach umgebaut. Die Freiherren von Gilleis prägten seine barocke Gestalt, während das Gebäude nach dem Zweiten Weltkrieg wegen seines schlechten Zustands sogar zum Abbruch vorgesehen war. Teilrenovierungen bewahrten es. Heute ist es Zentrum eines Gutsbetriebs und steht im Besitz der Familie Hiller. Zusammen mit Meierhof und Pfarrkirche bildet das Schloss den markanten Kern des Angerdorfs. Die Gemeindeseite beschreibt Kattau als Ort mit weiten Blicken ins Weinviertel, Feldern, Waldflächen und ersten Weingärten. Im Ort befindet sich außerdem die Danielmühle, in der mehrmals im Jahr Kulturveranstaltungen stattfinden.
Kirchen, Backstube und Meiseldorfer Teich
Auch die anderen Orte bewahren bauliche Zeugnisse. In Maigen, dem kleinsten Dorf der Gemeinde, liegt eine Kirche, deren Chorraum mittelalterliche Fresken zeigt. Seit 2016 gibt es dort eine gemeinschaftlich genutzte Backstube; das Dorfgemeinschaftshaus bildet einen Treffpunkt im Ort. Stockern besitzt neben seinem Schloss eine neugotische Pfarrkirche zum Heiligsten Herzen Jesu. Der Kulturstadl wird vom Frühjahr bis in den Herbst für Veranstaltungen genutzt. Der Meiseldorfer Teich liegt außerhalb von Klein-Meiseldorf. Die Gemeinde beschreibt das Gewässer als Ziel für Spaziergänge und als Angelgewässer.
Dorfkapelle Klein-Meiseldorf
Die Dorfkapelle Klein-Meiseldorf wurde laut Gemeinde im 17. Jahrhundert von den ersten Einwohnern errichtet und gehörte zunächst der Dorfgemeinschaft. Mit dem Zusammenschluss der vier Katastralgemeinden ging sie in Gemeindebesitz über. Eine Spendenaktion in den 1970er Jahren finanzierte die Erneuerung von Innenraum, Altar, Sakristei und Bänken. Im September 2024 kündigte die Gemeinde die Außenrenovierung an, für die der Gemeinderat im Juni rund 60.000 Euro beschlossen hatte. Für die denkmalgeschützte Kapelle wurde ein steuerlich absetzbares Spendenkonto eingerichtet.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
