DROSENDORF-ZISSERSDORF KENNENLERNEN
Drosendorf-Zissersdorf: Stadt über der Thaya
An der Thaya liegt Drosendorf Stadt auf einem Felsrücken im nördlichen Waldviertel. Die Stadtgemeinde Drosendorf-Zissersdorf umfasst 53,44 Quadratkilometer und zählt 1.113 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026).
Stadt über dem Fluss
Der kompakte Stadtkern liegt oberhalb der Thaya; unterhalb ziehen Wege durch die Altstadt und zu den Gärten am Fluss. Die Gemeinde beschreibt den historischen Kern als ummauerte Stadt mit Bürgerhäusern und barocken Fassaden rund um den Hauptplatz. In dessen Mitte liegt ein Park, bei dem Martinskirche und Prangersäule eng beieinanderstehen. Die Gassen führen vom Platz zum „Hintaus“ und hinunter zur Altstadt. Sommerfrischevillen und Obstgärten erinnern dort an eine spätere Zeit, als das Kamptal und das Thayatal Erholungssuchende anzogen. Das Gemeindegebiet reicht über den Stadtkern hinaus und umfasst zwölf Ortschaften.
Belagerung und wechselnde Nutzung
Die erste urkundliche Nennung Drosendorfs stammt aus dem Jahr 1188. Bekannt wurde die Stadt im Juli 1278, als sie der Belagerung durch König Ottokar II. sechzehn Tage standhielt. Die Verzögerung verschaffte Rudolf von Habsburg Zeit, seine Kräfte für die Schlacht bei Dürnkrut und Jedenspeigen zu sammeln. Das Stockkastl zeigt, wie sich die Funktion markanter Gebäude wandelte: Der Sakralbau wurde im 15. Jahrhundert aufgegeben und als Getreidespeicher genutzt; im 19. Jahrhundert richtete man darin ein Gefängnis ein. Während des Ersten Weltkriegs diente der Schüttkasten als Internierungslager.
Drei Kirchenstandorte
Die Stadtkirche am Hauptplatz ist die Martinskirche. Sie entstand 1461 bis 1464 anstelle einer hölzernen Kapelle und erhielt eine spätgotische Hallenform. Hochaltar, Kanzel und Seitenaltäre sind barock. In einer Fensternische liegt der barocke Glassarg mit den Gebeinen der heiligen Valentina: Gräfin Eleonore Lamberg brachte ihn 1702 als Papstgeschenk nach Drosendorf, zwei Jahre später wurde er aufgestellt. Unter der Orgelempore steht das Heilige Grab aus handgeschliffenen Gablonzer Glassteinen; die Firma Zbitek aus Olmütz fertigte es, seit 1881 befindet es sich in der Kirche. Die ältere Pfarrkirche steht in der Altstadt und ist Peter und Paul geweiht. Die Pfarrkirche in der Altstadt ist samt Friedhof und Pfarrhof von einer Mauer eingefasst. Ihre Deckenfresken malte um 1780 Lukas Stipperger, ein Schüler Paul Trogers; die barocke Orgel wird auf etwa 1729 datiert. Die Kirche in Zissersdorf ist ein weiterer eigener Standort und wird von Chorherren des Stifts Geras betreut.
Bahn und Flussbad
Der Bahnhof Drosendorf ist Endpunkt der 1910 eröffneten Lokalbahn von Retz. Der reguläre Personenverkehr endete 2001; heute dient die Strecke dem saisonalen Reblaus Express. Für 2026 veröffentlicht der Betreiber Fahrplan und Angebote für die Verbindung Retz–Drosendorf. Das Holzbad an der Thaya bietet einen anderen Zugang zur Landschaft am Fluss: Der Pavillon stammt aus dem Jahr 1929 und wurde 1993 renoviert, als das Strandbad wieder eröffnet wurde.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Drosendorf-Zissersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
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- Stadtkirche Drosendorf
- Stadtmauerstadt Drosendorf
- Reblaus Express Fahrplan 2026
- Pfarre Drosendorf-Zissersdorf
- Altstadtkirche Drosendorf
- Kirche Zissersdorf
Stand der Angaben: 08.10.2026
