ALLAND KENNENLERNEN
Alland: An der Schwechat zwischen Buchberg und Mayerling
Alland liegt im Bezirk Baden am Oberlauf der Schwechat, dort, wo das Helenental in den Wienerwald übergeht. Die Marktgemeinde umfasst 68,70 Quadratkilometer und zählte am 1. Jänner 2026 2.693 Einwohnerinnen und Einwohner. Wälder, Bachläufe und verstreute Siedlungen prägen das weitläufige Gemeindegebiet.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Alland – Wikipedia, feste Artikelversion
Schwechat, Buchberg und Höhle
Der Buchberg erhebt sich südlich des Allander Ortskerns; in seinem bewaldeten Hang liegt die Tropfsteinhöhle. Sie wurde von einem Pionierbataillon aus Klosterneuburg erschlossen und am 21. Juni 1928 als Schauhöhle eröffnet. Das Naturdenkmal ist 70 Meter lang und reicht zwölf Meter tief. In der Höhle finden sich Perlsinter, Bergmilch, Wasserschlote und Deckenzapfen; die feuchten Felsfugen lassen Pflanzenwurzeln bis elf Meter in den Untergrund wachsen. Knochenfunde zeugen von Braunbären, darunter das Skelett einer mehr als 10.000 Jahre alten Bärin. Auch der Buchberg war früh besiedelt: Ausgrabungen brachten Werkzeuge und Gegenstände aus Geweih, Knochen, Stein und Ton, vereinzelt auch aus Bronze und Eisen, ans Licht.
Eine Pfarre mit großer Ausdehnung
Im Jahr 1002 gehörte Alland zu einem Gebiet, das König Heinrich II. dem Babenberger Markgrafen Heinrich I. schenkte. Die Pfarrkirche St. Georg und St. Margareta wird 1115 erstmals urkundlich erwähnt; die Pfarre reichte damals über ein Gebiet, das heute elf Pfarren umfasst. Das Gotteshaus ist eine dreischiffige Hallenkirche: Der ältere Kern erhielt später spätgotische Formen. Im 13. Jahrhundert wurde Friedrich von Österreich 1249 in Alland geboren. Kriege und Seuchen prägten die folgenden Jahrhunderte. 1529 wurde der Ort von osmanischen Truppen gebrandschatzt, 1683 erneut. Während der Pestepidemie von 1713 starben in Alland innerhalb von drei Monaten 37 Menschen. Der gedeckte Steg über die Schwechat entstand 1745; nach Zerstörungen wurde er 1994 neu gebaut.
Quellen: Marktgemeinde Alland: Chronik · Marktgemeinde Alland: Pfarre Alland
Mayerling und die Umnutzung des Jagdschlosses
Mayerling ist eine der zehn Ortschaften der Gemeinde. Kronprinz Rudolf erwarb den dortigen Gutshof 1886 und ließ ihn zum Jagdanwesen umbauen. Am 30. Jänner 1889 starben Rudolf und Mary Vetsera in Mayerling. Kaiser Franz Joseph ließ das Anwesen anschließend in ein Karmelitinnenkloster umwandeln; die Kirche steht an jenem Ort, an dem sich die Tragödie ereignete. Ein modernes Besucherzentrum wurde 2014 eröffnet. Es führt in einer Ausstellung an Rudolfs Leben und die Ereignisse des Jänner 1889 heran. Zum Rundgang zählen auch der historische Teepavillon, die Kapelle und weitere Schauräume.
Quellen: Marktgemeinde Alland: Chronik · Karmel Mayerling: Ort des Geschehens
Zehn Ortschaften, eine Marktgemeinde
Neben Alland gehören Glashütten, Groisbach, Holzschlag, Maria Raisenmarkt, Mayerling, Rohrbach, Schwechatbach, Untermeierhof und Windhaag zur Gemeinde. Ihre heutige Struktur entstand 1972, als Alland und Raisenmarkt zusammengelegt wurden. Der größere Verbund reicht von der Schwechat über Waldhänge bis zu den Siedlungen an den Seitentälern. Die Geschichte des Raums zeigt sich auch in wechselnden Nutzungen: In Groisbach wurde 1897 eine Lungenheilstätte errichtet, während Alland im späten 19. Jahrhundert als Sommerfrische für Gäste aus Wien an Bedeutung gewann. Der wachsende Verkehr hinterließ ebenfalls Spuren. 1977 wurde der Anschluss an die Wiener Außenringautobahn A21 eröffnet. Entlang der Schwechat sind zudem Abschnitte eines Radwegs entstanden; die Chronik verzeichnet 2017 die Fertigstellung der Strecke von Mayerling nach Schwechatbach.
Quellen: Alland – Wikipedia, feste Artikelversion · Marktgemeinde Alland: Chronik
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
