MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Sooß

Zwischen Wiener Becken und Lindkogel treffen Rebflächen, ein mittelalterlicher Kirchenbau und die Erinnerung an die Reblauskatastrophe zusammen.

GEMEINDEKENNZIFFER30635
Blick über Weingärten auf Sooß mit Baden im Hintergrund
Blick über Weingärten auf Sooß mit Baden im Hintergrund · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Sooß“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 065
01.01.2026
Fläche
5,49 km²
Bevölkerungsdichte
194,1
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2504
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

SOOSS KENNENLERNEN

Sooß: Wehrkirche und Weinberge

Sooß ist eine Marktgemeinde im Bezirk Baden. Am 1. Jänner 2026 hatte sie 1.065 Einwohner und eine Fläche von 5,49 Quadratkilometern. Der Ort liegt zwischen Baden und Bad Vöslau am Übergang vom Wiener Becken zu den östlichen Ausläufern des Hohen Lindkogels.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Sooß – Wikipedia, feste Artikelversion

Lindkogel und Weinbau

Das Gelände steigt vom östlichen Beckenrand auf rund 250 Meter Seehöhe nach Westen auf mehr als 700 Meter an. Mehr als die Hälfte der Gemeindefläche ist bewaldet; knapp ein Viertel entfällt auf Weingärten, etwa ein Zehntel auf landwirtschaftlich genutzte Flächen. Lehmige Böden prägen das Weinbaugebiet rund um den Ort. Sooß besitzt keine weitere Katastralgemeinde. Die Hochquellenwasserleitung I. Wiener Wasserleitung durchquert das Gemeindegebiet. Der Wechsel von dicht bewaldeten Hängen zu offenen Rebflächen ist innerhalb des kleinen Gemeindegebiets deutlich ausgeprägt.

Quellen: Sooß – Wikipedia, feste Artikelversion

Drei Quellen und frühe Siedlung

Funde datieren menschliche Besiedlung in die Jungsteinzeit, etwa zwischen 3000 und 2200 vor Christus. Für die Region wird Weinbau schon für die Zeit des Königreichs Norikum im zweiten vorchristlichen Jahrhundert angegeben. Eine örtliche Deutung bringt den Namen Sooß mit drei Quellen in Verbindung. Eine urkundliche Erwähnung ist um 1200 im Traditionsbuch des Zisterzienserstifts Heiligenkreuz überliefert. 1848 wurde Sooß eine selbständige Gemeinde; 1957 erhielt es das Marktrecht.

Quellen: Sooß – Wikipedia, feste Artikelversion · Gemeinde Sooß – Geschichte von Sooß

Kirche der heiligen Anna

Nördlich des Orts liegt auf freiem Feld die der heiligen Anna geweihte Kirche. Ihre Entstehung wird auf den Beginn des 14. Jahrhunderts datiert. Eine Urkunde von 1319 belegt, dass Klein-Mariazell auf Abgaben verzichtete, falls im Ort eine eigene Kapelle errichtet würde. Die Kirche ist von Friedhofsmauer und doppelter Umwallung umgeben; ein Graben gehörte zum wehrhaften Ausbau. Das frühgotische Langhaus besitzt zwei quadratische Joche und gotische Kreuzgewölbe. Spätere Umbauten brachten barocke Veränderungen. Der Friedhof umfasst ein schmiedeeisernes Kreuz des Wiener Glockengießers Andreas Klein, der 1786 starb. Bis 1783 war Sooß eine Filiale der Pfarre Baden. Der quadratische Chorraum liegt unter dem Turm. Neben dem Friedhof befindet sich ein eigener Cholerafriedhof für die 1831 Verstorbenen; dort ruht auch der Afrikaforscher Oskar Lenz.

Quellen: Gemeinde Sooß – Kirche St. Anna

Reblaus und Lausturm

Zwischen 1880 und 1890 vernichtete die Reblaus die Weingärten von Sooß. Manche Winzer gaben den Weinbau vorübergehend auf und wechselten zur Milchwirtschaft; Milch wurde nach Baden und Bad Vöslau geliefert. Erst widerstandsfähige amerikanische Unterlagsreben ermöglichten neue Pflanzungen und legten die Grundlage für den modernen Weinbau. Auf dem Kaiserstein, zwischen den Weinbergen nahe der Kirche, steht der Lausturm. Der 1892 errichtete Turm wurde nach Plänen der Wiener Theaterarchitekten Ferdinand Fellner und Hermann Helmer gebaut. Für den erhöhten Standort musste Erdreich aufgeschüttet werden; das Gelände war zuvor ein Steinbruch. Die Bauarbeiten dauerten vom Frühjahr bis nach der Weinernte, danach wurde der Turm mit einem Weinlesefest eingeweiht. Die Erzählung, die letzte Reblaus sei dort in einem Fass bestattet worden, ist Teil der örtlichen Überlieferung. Der Turm befindet sich in Privatbesitz.

Quellen: Gemeinde Sooß – Geschichte von Sooß · Gemeinde Sooß – Der Lausturm · Gedächtnis des Landes – Sooß

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Sooß auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 115
31.10.2021 · Registerzählung1 023
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 065

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
415
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Südteil (AT127)

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Sooß

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.