EBREICHSDORF KENNENLERNEN
Ebreichsdorf: Wege durch vier Ortsteile und drei Flüsse
Ebreichsdorf liegt im Steinfeld des Wiener Beckens und zählt als Stadtgemeinde 12.017 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Auf 43,21 Quadratkilometern verteilen sich vier Ortschaften: Ebreichsdorf, Schranawand, Unterwaltersdorf und Weigelsdorf. Piesting, Fischa und der hier entspringende Kalte Gang prägen das Gewässernetz.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Ebreichsdorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Ein Fund aus der Bronzezeit
Bei archäologischen Ausgrabungen im Zuge des Ausbaus der Pottendorfer Linie wurde 2019/20 in einer spätbronzezeitlichen Siedlung ein fünfteiliger Goldschatz entdeckt. Das Naturhistorische Museum Wien beschreibt zwei Fragmente einer fein verzierten Goldschale; außerdem gehören große und kleinere Spiralreifen sowie ein Bündel aus Golddraht zum Depot. Die Motive der Schale könnten auf einen religiösen Zusammenhang mit Sonnenverehrung hinweisen. Fachleute untersuchten die Objekte, um Herstellung und Herkunft des Metalls näher zu bestimmen; das Bundesdenkmalamt restaurierte sie. Am 18. August 2023 übergab die ÖBB den Schatz dem NHM Wien. Dort ist er im Goldkabinett ausgestellt.
Quellen: Naturhistorisches Museum Wien – Goldschatzfund von Ebreichsdorf
Schloss, Anger und Pfarrkirchen
Das Zentrum wird vom mittelalterlichen Schloss und den noch erkennbaren Resten des Angers am Hauptplatz geprägt. Die Pfarrkirche Ebreichsdorf ist ein gotischer Bau mit romanischer Bausubstanz; ihr barocker Westturm mit Zwiebelhelm entstand 1784. In Unterwaltersdorf erinnert die Pfarrkirche an eine Mutterpfarre, die bereits 1050 belegt ist. Schranawand besitzt mit der Georgskirche ein Gotteshaus, während das dortige Schloss nicht erhalten blieb. Weigelsdorf hat eine den Aposteln Peter und Paul geweihte Pfarrkirche. Die Stadtgemeinde schlägt eine rund 20 Kilometer lange, ebene Kirchen-und-Schlösser-Tour durch die Ortsteile vor; Schautafeln und QR-Codes erläutern Baudenkmäler entlang der Strecke.
Quellen: Ebreichsdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Stadtgemeinde Ebreichsdorf - Startseite - Stadtleben - Freizeit - Sehenswürdigkeiten
Textilhandwerk und Wasserkraft
Im 18. Jahrhundert erhielt Ebreichsdorf durch eine große Baumwoll- und Schafwollmanufaktur wirtschaftliche Bedeutung. Teile der damaligen Fabrikgebäude stehen noch am Hauptplatz. Mühlen und spätere Betriebe nutzten die Wasserkraft von Piesting, Fischa und Kaltem Gang. Ein weiterer historischer Einschnitt war die Schlossgeschichte: 1333 ging Ebreichsdorf vom Besitz des Stifts Melk an Ulrich und Berthold von Pergau über. Das Schloss wechselte danach wiederholt den Besitzer; Hieronymus von Beck kaufte es 1568 und ließ es mit einem ausgedehnten Park umbauen. Unterwaltersdorf wurde bereits 1304 als Markt erwähnt. Die Pottendorfer Linie verlief früher durch den Ort Ebreichsdorf und wurde 2023 nach Osten verlegt; der neue Bahnhof liegt außerhalb des alten Siedlungskerns.
Stadtrecht und heutige Angebote
Ebreichsdorf erhielt im September 2001 das Stadtrecht. Die vier Katastralgemeinden tragen dieselben Namen wie die vier Ortschaften. In Unterwaltersdorf begann 1915 das Don-Bosco-Gymnasium mit dem Unterricht; eine Niederlassung der Salesianer war dort schon 1914 gegründet worden. In Weigelsdorf wurde Ende 2012 die Gläserne Burg eröffnet. Der denkmalgeschützte ehemalige Bahnhof Unterwaltersdorf beherbergt heute das Heimatmuseum, dessen Sammlung auch die Textilgeschichte des Orts behandelt. Das Sportzentrum der Stadt wurde 2012/13 errichtet und vereint Fußballplatz, Beachvolleyballfelder, Skaterplatz, Mehrzweckfläche und Erlebnisspielplatz. Die A3 sowie die Bundesstraßen B16 und B60 erschließen das Gemeindegebiet.
Quellen: Ebreichsdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Stadtgemeinde Ebreichsdorf - Startseite - Stadtleben - Freizeit - Sehenswürdigkeiten
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
