KLAUSEN-LEOPOLDSDORF KENNENLERNEN
Klausen-Leopoldsdorf: Holz auf dem Wasserweg
Klausen-Leopoldsdorf liegt am Oberlauf der Schwechat im Wienerwald. Die Gemeinde im Bezirk Baden zählt 1.701 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 60,05 Quadratkilometer. Mehr als 80 Prozent der Fläche sind bewaldet. Neben dem Hauptort prägen zahlreiche verstreute Siedlungen und Einzellagen das Gemeindegebiet.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Klausen-Leopoldsdorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Kaiserliche Holztrift
1667 entstand im Schwechattal eine Holztriftanlage mit 14 Klausen. Kaiser Leopold I. ließ damit den Holzreichtum des Wienerwaldes für die Versorgung der Stadt nutzbar machen. Holzknechte aus Oberösterreich, Salzburg, Bayern und Schwaben wurden angesiedelt; Zimmerleute aus dem Salzkammergut bauten die erste Klause. Unwetter zerstörten sie bereits zwei Jahre später, worauf eine neue Anlage mit zwei Toren errichtet wurde. 1720 wurden auf der Schwechat 100.000 Festmeter Holz getriftet. Die hölzerne Hauptklause ersetzte man 1756/57 durch einen massiven Steinbau. Die Trift veränderte den Wald: Der zuvor von Tannen und Buchen geprägte Mischwald wurde durch den starken Einschlag von Nadelholz zunehmend laubholzreicher.
Quellen: Klausen-Leopoldsdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Klausen-Leopoldsdorf – Geschichte der Region
Vom Forsthof zur Dorfkirche
Der Forsthof ist der früheste urkundlich genannte Gemeindeteil; er erscheint 1547 in einem Anzbacher Urbar. Der heutige Ortskern entstand später. In Dörfl bestand bereits eine kleine Siedlung, als sich um 1750 am Zusammenfluss von Schwechat, Hainbach, Lammeraubach und Agsbach die Ansiedlung Leopoldsdorf in den Klausen entwickelte. 1754 kam neben einer hölzernen Kapelle ein Schulhaus hinzu. Ein Jahr darauf wurde die Kapelle durch eine steinerne Kirche mit Holzturm ersetzt. Die dem heiligen Leopold geweihte Kirche erhielt 1767 den Rang einer Pfarrkirche. Nach der Pest von 1679 siedelten sich Waldbauern aus Salzburg und Tirol an; die Bevölkerungsgeschichte ist damit eng mit Forstarbeit und Holztransport verbunden.
Quellen: Klausen-Leopoldsdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Klausen-Leopoldsdorf – Geschichte der Region
Waldpflege und Ende der Trift
Die Waldwirtschaft wandelte sich im 19. Jahrhundert. Bis 1820 waren Kahlschläge verbreitet; danach ließ man einzelne Bäume zur natürlichen Aussaat stehen. Ab 1825 wurden Forstpflanzen angezogen, ab 1830 die Wälder systematisch durchforstet. Der Holztransport auf der Schwechat endete erst später: Die letzte Trift fand 1939 statt, 1963 erlosch die Bewilligung. Viele Klausen verloren damit ihre ursprüngliche Funktion. Teile der Anlage, darunter Hauptklause, Lengbachl- und Riesenbachklause, sind weiterhin in der Landschaft erkennbar. Eine 1870 geplante Eisenbahn von Baden nach Klausen-Leopoldsdorf wurde nicht verwirklicht.
Quellen: Klausen-Leopoldsdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Klausen-Leopoldsdorf – Freizeit und Leben
Waldgemeinde mit vielen Übergängen
Der Hauptort liegt auf rund 375 Metern Höhe; die umliegenden bewaldeten Berge erreichen 400 bis 500 Meter. Vier Übergänge führen in Nachbartäler: über Forsthof nach Laaben, über Hochstraß nach Altlengbach, über den Hengstlsattel nach Pressbaum und über die Geschriebene Buche nach Gruberau. Im Jahr 2011 arbeiteten von 831 erwerbstätigen Einwohnern 140 in der Gemeinde; mehr als 80 Prozent pendelten aus. Etwas mehr als zehn Prozent der Gemeindefläche werden landwirtschaftlich genutzt. 2010 gab es 40 landwirtschaftliche Betriebe, sieben davon im Haupterwerb. Eine Volksschule befindet sich im Ort. Die Wiener Außenringautobahn verläuft nahe der Gemeinde; die nächste Anschlussstelle liegt bei Alland.
Quellen: Klausen-Leopoldsdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Klausen-Leopoldsdorf – Freizeit und Leben
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
