STADTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Berndorf

Im Triestingtal prägen Metallindustrie, Krupp-Architektur und der Guglzipf das Stadtbild

GEMEINDEKENNZIFFER30605
Stadttheater Berndorf mit Grünanlage
Stadttheater Berndorf mit Grünanlage · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Berndorf - Stadttheater (b)“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
8 815
01.01.2026
Fläche
17,55 km²
Bevölkerungsdichte
502,3
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2560
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

BERNDORF KENNENLERNEN

Berndorf: Arbeiterstadt mit Klassenzimmern voller Stil

Berndorf liegt im Bezirk Baden im Triestingtal am Rand des Wienerwaldes. Die Stadtgemeinde umfasst 17,55 Quadratkilometer und zählte am 1. Jänner 2026 8.815 Einwohnerinnen und Einwohner. Ihr Ruf als Krupp-Stadt geht auf den Aufstieg einer Metallwarenfabrik zurück, die aus einem kleinen Gewerbestandort einen Industriestandort machte.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Berndorf (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion

Vom Kupferhammer zur Besteckfabrik

Metallverarbeitung gab es in Berndorf bereits im 18. Jahrhundert. In der Region nutzte die Neuhirtenberger Fabrik metallener Maschinen 1836 neben der Wasserkraft der Triesting die erste vor Ort gebaute Dampfmaschine Niederösterreichs. Um 1844 bestand Berndorf aus etwa 50 Häusern mit 180 Einwohnern, als Alexander Schoeller und Hermann Krupp mit rund 50 Beschäftigten Bestecke herstellten. Unter Arthur Krupp wuchs das Unternehmen zum Weltkonzern mit etwa 6.000 Mitarbeitern. Die Entwicklung des Betriebs veränderte auch die Stadt: Für Arbeiterinnen und Arbeiter entstanden die Viertel Wiedenbrunn und Margareten. Zwischen 1880 und 1918 ließ das Unternehmen 260 Häuser mit mehr als 1.100 Wohnungen errichten.

Quellen: Stadtgemeinde Berndorf: Geschichte · Berndorf AG: 180 Jahre Industriegeschichte

Zwölf Stilzimmer neben der Margaretenkirche

Ein besonderes Ensemble bilden die zwei Schulgebäude und die Margaretenkirche am gleichnamigen Platz. Die Schulen wurden 1908 und 1909 von der Stadt errichtet; Arthur Krupp finanzierte die kunstvolle Ausstattung ihrer Klassenzimmer. Zwölf Räume führen durch verschiedene historische Stilrichtungen, vom alten Ägypten über Byzanz bis zum Empire. Die Schulzimmer wurden als Lehrmittel gestaltet: Malerei, Decken und Türen greifen jeweils Architekturformen anderer Zeiten auf. In der früheren Mädchenschule richtete Krupp zudem eine Schulzahnklinik ein, die allen Kindern kostenlos offenstand; in der Knabenschule gab es Räume für den Schularzt. Die neobarocke Margaretenkirche entstand zwischen 1910 und 1917 nach Plänen von Ludwig Baumann. Ihr zwanzig Tonnen schwerer Bronzealtar zeigt die heilige Margareta.

Quellen: Stadtgemeinde Berndorf: Berndorfer Stilklassen · Stadtgemeinde Berndorf: Sonstiges Sehenswertes und Denkmäler

Theater, Gemeinden und städtischer Ausbau

Auch das Stadttheater gehört zu den Bauwerken, die Arthur Krupp der Stadt hinterließ. Hermann Helmer und Ferdinand Fellner entwarfen es; errichtet wurde es 1897 und 1898 zum fünfzigjährigen Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs. Das Haus verbindet Ringstraßenrenaissance an der Fassade mit einem Zuschauerraum, der an ein Rokokoschlosstheater erinnert. 1866 war Berndorf zum Markt erhoben worden, 1900 folgte das Stadtrecht. Durch Landesgesetz schlossen sich 1923 die zuvor selbständigen Gemeinden Berndorf, St. Veit an der Triesting und Ödlitz sowie Veitsau und Steinhof zur Großgemeinde zusammen. Die vereinigte Stadt wuchs damit über das Zentrum hinaus in mehrere Ortsteile.

Quellen: Stadtgemeinde Berndorf: Geschichte · Stadtgemeinde Berndorf: Sonstiges Sehenswertes und Denkmäler

Über dem Tal: Guglzipf und Bergbaufolgen

Das Stadtgebiet folgt dem Lauf der Triesting und reicht hinauf zum Guglzipf, dem Berndorfer Hausberg. Eine Jubiläumswarte wurde 1990 und 1991 errichtet; vom Turm öffnet sich der Blick über das Tal. Oberhalb des Zentrums liegen außerdem Spuren früherer Rohstoffgewinnung. Im Grillenberger Becken wurde von 1838 bis 1959 Braunkohle abgebaut; bewachsene Abraumhalden erinnern an den Bergbau. Der Guglzipf verbindet solche Landschaftsgeschichte mit einem nahen Erholungsraum: Wanderwege und ein Naturlehrpfad führen von der Stadt hinauf zur Warte und zur Waldhütte. Am Fluss wiederum wurden die Hochwasser von 1939 und 1944 als schwere Ereignisse verzeichnet.

Quellen: Stadtgemeinde Berndorf: Sonstiges Sehenswertes und Denkmäler · Berndorf (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Stadtgemeinde Berndorf: Geschichte

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Berndorf auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung8 810
31.10.2021 · Registerzählung8 991
01.01.2026 · Bevölkerungsstand8 815

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
2 700
NUTS-3-Region
Niederösterreich-Süd (AT122)

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