DRASSMARKT KENNENLERNEN
Marktort am Naturpark Landseer Berge
Draßmarkt liegt im Mittelburgenland; Teile des Gemeindegebiets gehören zum Naturpark Landseer Berge. Die Marktgemeinde umfasst Draßmarkt, Karl und Oberrabnitz und zählt 1.360 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Auf 36,23 Quadratkilometern verbindet sie drei Ortskerne mit einer abwechslungsreichen Hügellandschaft. Die heutige Gemeindeform geht auf die Eingemeindung von Karl und Oberrabnitz im Jahr 1971 zurück. Jedes Dorf hat eigene kirchliche und historische Bezugspunkte, die das gemeinsame Gemeindegebiet zugleich vielfältig und überschaubar machen.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Draßmarkt – Wikipedia, feste Artikelversion
Frühe Erwähnungen und Marktrecht
Die erste schriftliche Erwähnung Draßmarkts stammt aus 1263 und nennt „terram ville Dregza“. 1289 erscheint der Ort während der Güssinger Fehde als befestigter Platz „Traizzendorf“. 1425 war der Ort Mautstation der Burg Landsee. 1614 wurde ihm von König Matthias das Marktrecht und die niedere Gerichtsbarkeit verliehen; der Pranger beim Kirchenberg erinnert an die Gerichtsfunktion. Bis 1921 gehörte Draßmarkt zu Ungarn, danach zum Burgenland. Die Marktgemeinde umfasst heute auch Karl und Oberrabnitz. Das Marktrecht wurde 1971 auf die Gemeinde übertragen. Oberrabnitz erscheint bereits 1279 als „Villa Rebca“; Karl wird ebenfalls 1279 urkundlich genannt. Diese frühen Belege zeigen, dass die gemeinsame Verwaltung Orte mit jeweils eigener Geschichte verbindet.
Kirchen und Ortsdenkmäler
In Draßmarkt steht die Pfarrkirche zum heiligen Andreas. Ihr heutiger Bau stammt aus dem 16. Jahrhundert, wurde barock verändert und 1899 erweitert. Eine Gesamtrestaurierung fand 1971 bis 1977 statt. Im Chor hängt ein Andreasbild von 1943; die Glocke wurde 1761 von Christof Packendorff gegossen. In Karl entstand die Oswaldikapelle 1671. Zum öffentlichen Ortsbild gehören außerdem der steinerne Pranger mit vier Nischen und Gerichtsarm sowie ein Springbrunnen am Kirchenberg. Oberrabnitz bewahrt ein altes ungarisches Feuerwehrhaus aus dem 19. Jahrhundert mit historischem Löschwagen. Das Papstkreuz und der Kreuzweg in Karl verweisen auf örtliche religiöse Traditionen.
Rabnitztal und Gemeindeleben
Karl und Oberrabnitz liegen im oberen Rabnitztal, dessen waldreiche Umgebung das Gemeindegebiet mitprägt. In Oberrabnitz erinnert ein Cholerakreuz an die Epidemie von 1832. Die Geschichte des Orts war von schweren Einschnitten gezeichnet: Um 1600 zerstörte ein Großbrand fast das ganze Dorf; 1683 brannten 29 Häuser nieder. Die heutige Gemeinde umfasst landwirtschaftliche Flächen und Erwerbsarbeit in Produktion und Dienstleistungen. 2010 gab es 51 landwirtschaftliche Betriebe; 23 davon wurden im Haupt- und 23 im Nebenerwerb geführt. Im Ort befinden sich Kindergarten und Volksschule.
Quellen: Sehenswürdigkeiten Draßmarkt
Wirtschaft und Wege
2011 lebten 668 Erwerbstätige in Draßmarkt; 176 arbeiteten in der Gemeinde, 492 pendelten aus. Zugleich fuhren 157 Menschen aus anderen Gemeinden zur Arbeit nach Draßmarkt. Die Zahlen zeigen eine ausgeprägte Verflechtung mit dem weiteren Mittelburgenland. Das Vereinsleben ist in allen drei Ortsteilen aktiv; zu den Vereinen zählen der Musikverein Heimatklänge Draßmarkt und die Blasmusik Oberrabnitz. Eine jährliche Fußwallfahrt nach Maria Hasel ist seit 1771 belegt; die Verbindung führte 1994 zu einer Gemeindepartnerschaft mit Pinggau. Der Brauch gehört zu den traditionsreichsten gemeinsamen Wegen der Gemeinde.
Quellen: Sehenswürdigkeiten Draßmarkt
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
