STOOB KENNENLERNEN
Stoob, das Töpferdorf im Stooberbachtal
Stoob liegt im Stooberbachtal im Mittelburgenland und ist die einzige Ortschaft der Marktgemeinde. Zum Gemeindegebiet gehört auch Stoob-Süd, das an Oberpullendorf anschließt. 1374 Menschen leben auf 17,38 Quadratkilometern (Stand 1. Jänner 2026). Überregional bekannt ist der Ort für Hafnerei und Keramikausbildung.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Stoob – Wikipedia, feste Artikelversion
Im Tal des Stooberbachs
Stoob liegt im Tal des Stooberbachs; der Hauptort und Stoob-Süd bilden die Gemeinde. Stoob-Süd schließt an Oberpullendorf an, während der historische Ortskern im Tal liegt. Über ihm erhebt sich der Noplerberg bis auf 364 Meter. Am Hang liegt das Naherholungsgebiet Biri mit rund 100 Hektar Streuobstwiesen, dem größten zusammenhängenden Bestand dieser Art im Burgenland. Das Gebiet steht seit 2013 unter Schutz. Die offene Kulturlandschaft geht hier in den bewaldeten Höhenzug über. Der Bach und die Lage am Fuß des Noplerbergs bestimmen damit sowohl die Siedlungsform als auch den Übergang zu den Streuobstwiesen.
Hafner, Zunft und Keramikschule
Das Hafnerhandwerk prägte Stoob über Jahrhunderte. Ein Hafner namens Thoma Paur ist 1676 im Grundbuch nachweisbar. 1851 kam auf jedes vierte Haus ein Hafnermeister; 1903 wurde in 27 von 220 Häusern getöpfert. Der Plutzer, ein charakteristischer Keramikkrug, ist im Gemeindewappen dargestellt. Die Zunfttruhe von 1846 bewahrt Bücher und eine Zunft- und Gesellenordnung von 1675. Ein Zinnkrug von 1619 trägt eine Inschrift des örtlichen Hafnerhandwerks. Am Stefanitag wird die Truhe traditionell geöffnet; die Zusammenkunft heißt Triacherltragn. Dabei prüfen Zunftmeister und Nachfolger gemeinsam die überlieferten Schriftstücke. Die Tongewerbefachschule bestand 1893, die Esterházy-Tonwarenfabrik entstand 1895 und 1956 kam die Keramikfachschule hinzu. Die Gemeindechronik nennt für 1851 außerdem 41 Hafnermeister, 26 Gesellen und neun Lehrlinge.
Quellen: Stoob – Wikipedia, feste Artikelversion · Zunfttruhe – Marktgemeinde Stoob
Kirchen und Ortsgeschichte
Die Bergkirche Johannes des Täufers geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Die heutige katholische Pfarrkirche wurde 1959 errichtet, die evangelische Christus-Kirche 1962. Das evangelische Pfarrhaus umfasst Bauteile von 1786 und 1830. Die Pestkapelle, auch Rosalia- oder Rochuskapelle genannt, stammt aus 1737. 1861 zerstörte ein Brand fast das ganze Dorf; die Frau des Schulmeisters starb. Ein Wolkenbruch löste 1895 schwere Überschwemmungen aus. Diese Ereignisse gehören zur Ortsgeschichte des 19. Jahrhunderts. Der 1895 errichtete Industrieschlot erinnert an die damalige Tonwarenproduktion und bildet zusammen mit dem Töpfermuseum einen konkreten Hinweis auf Stoobs gewerbliche Entwicklung.
Quellen: Stoob – Wikipedia, feste Artikelversion · Geschehen von 1850 bis 1921 – Marktgemeinde Stoob
Keramikbrunnen und Ausbildung
Der Keramikbrunnen von 1978 bringt das Handwerk in den öffentlichen Raum. Heute wird die Ausbildung im Ceramico Campus gebündelt: Unterricht gibt es in Keramik, Fliesen und Ofenbau. Der Neubau und die Erneuerung begannen 2023; bei der Planung wurden Holz und wiederverwendetes Abbruchmaterial eingesetzt. Abwärme aus Brennöfen soll über Wärmepumpen nutzbar werden. Der Campus knüpft an die frühere Tongewerbefachschule an und konzentriert die Keramikausbildung an einem Ort.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
