STEINBERG-DÖRFL KENNENLERNEN
Zwei Straßendörfer im oberen Rabnitztal
Die Marktgemeinde Steinberg-Dörfl besteht aus den beiden Ortschaften Steinberg und Dörfl im oberen Rabnitztal. Beide sind Straßendörfer und eigene Katastralgemeinden. Auf 37,14 Quadratkilometern leben 1.312 Menschen (Stand 1. Jänner 2026). Handwerk, Wallfahrt und konfessionelle Geschichte geben den beiden Ortsteilen jeweils eigene kulturelle Bezugspunkte.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Steinberg-Dörfl – Wikipedia, feste Artikelversion
Zwei Ortschaften, zwei historische Zentren
Steinberg und Dörfl liegen im oberen Rabnitztal und bilden die beiden Ortschaften der Marktgemeinde. Steinberg liegt südlich von Dörfl; beide Siedlungen entwickelten sich entlang ihrer Straßenachsen. Ihre Geschichte ist durch getrennte Grundherrschaften geprägt: Steinberg gehörte zur Herrschaft Lockenhaus, während Dörfl 1566 als eigene Kleinherrschaft verkauft wurde. In den Ortskernen liegen unterschiedliche Bezugspunkte. Steinberg besitzt die Pfarrkirche zum heiligen Wenzel und die Blaudruckerei Koó. In Dörfl stehen Michaelskirche, Kastell und Maria Bründl. 1971 wurden die zuvor eigenständigen Gemeinden Steinberg an der Rabnitz und Dörfl zusammengelegt.
Quellen: Steinberg-Dörfl – Wikipedia, feste Artikelversion · Zur Geschichte von Steinberg-Dörfl – Gemeindechronik (PDF)
Konfessionen und Dorfgeschichte
Die Konfessionsgeschichte verlief in den beiden Orten nicht gleich. Steinberg nahm in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts unter dem Einfluss der Grundherrschaft den lutherischen Glauben an; Dörfl blieb überwiegend katholisch. Steinbergs Pfarrer Adam Metzler unterzeichnete 1598 die Formula Concordiae. Die Pest von 1600 forderte laut Ortschronik etwa die Hälfte der Bevölkerung. 1605 wurden beide Orte geplündert und niedergebrannt. Steinberg wurde wiederholt als Markt bezeichnet; ab 1678 ist diese Bezeichnung in den Herrschaftsdokumenten regelmäßig belegt. Diese Ereignisse betreffen beide Siedlungen, doch die konfessionelle Entwicklung blieb unterschiedlich.
Quellen: Zur Geschichte von Steinberg-Dörfl – Gemeindechronik (PDF)
Blaudruck als Familienhandwerk
Joseph Koó begründete 1921 in Steinberg die Blaudruckerei. Beim Verfahren werden Muster mit Modeln und einer Schutzmasse auf den Stoff übertragen, bevor das Gewebe im Indigo gefärbt wird. Die ausgesparten Stellen bleiben hell und bilden das Muster. In der Werkstatt gehören Küpen und Sternreifen zur Arbeit; auf den Reifen wird der Stoff beim Färben gespannt. Die Familie fertigt traditionelle Stücke wie Kleidung und Tischtücher und arbeitet auch mit Designerinnen und Designern. 2010 wurde der Original-Indigo-Blaudruck in das österreichische Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen; 2018 folgte die UNESCO-Anerkennung. Kindergarten, Volksschule und Marianum liegen ebenfalls in Steinberg.
Quellen: Der Blaudruck – Marktgemeinde Steinberg-Dörfl · 100 Jahre Blaudruck aus Steinberg-Dörfl – ORF Burgenland
Dörfl: Maria Bründl und Kastell
In Dörfl begründete Baron Matthias Hédly, Pfandherr ab 1666, den Wallfahrtsort Maria Bründl. Die ersten Wallfahrten sind für 1677 belegt. Eine Erzählung überliefert, Hédlys nahezu erblindeter Koch habe durch Waschen mit Quellwasser sein Augenlicht wiedergewonnen; dies ist eine Legende. Am 15. August findet jährlich die Wallfahrt statt. Das Kastell in Dörfl wird Gabriel Szentgyörgyi als Bauherr zugeschrieben. Die Nádasdy kauften Dörfl 1630 zurück; 1676 gelangten die Besitzungen an die Esterházy. Um 1795 diente das Kastell als Sitz Graf Gabriel Esterházys. In der alten Schmiede ist Einrichtung aus der Zeit um 1900 erhalten.
Quellen: Zur Geschichte von Steinberg-Dörfl – Gemeindechronik (PDF) · Steinberg-Dörfl – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
