KAISERSDORF KENNENLERNEN
Dorfstruktur am Südhang der Landseer Berge
Kaisersdorf befindet sich im Mittelburgenland im Bezirk Oberpullendorf. Die Gemeinde zählt 599 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 12,51 Quadratkilometer. Teile des Gemeindegebiets gehören zum Naturpark Landseer Berge. Kaisersdorf ist die einzige Ortschaft der Gemeinde.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Kaisersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Landschaft und Dorfgestalt
Kaisersdorf liegt im Tal des Außeraubaches am Südhang der Landseer Berge. Die offene Hügellandschaft bildet den Übergang zu den Teilen der Gemeinde, die zum Naturpark Landseer Berge gehören. Das Dorf ist als Schmalangerdorf angelegt: Die Höfe stehen in geschlossener Verbauung längs des Straßenraums, einzelne Zwerchhöfe ergänzen die Streckhöfe. Der klare Ortsgrundriss folgt so einer traditionellen ländlichen Siedlungsform. Im Naturpark liegt die waldreiche Kulturlandschaft in einem größeren Grenzraum, der bis in Teile der niederösterreichischen Buckligen Welt reicht. Das gesamte Schutzgebiet umfasst rund 6.500 Hektar; Wander-, Rad- und Mountainbikestrecken erschließen seine Wege. In der Umgebung von Kaisersdorf befindet sich der Hexenstein, eine ungewöhnliche Steinformation. Woher ihr Name kommt, ist nicht geklärt. Die Landschaft verbindet somit bewirtschaftete Höfe, Waldhänge und geologische Besonderheiten. Der Außeraubach durchfließt den Ortsbereich und entwässert das Tal.
Quellen: Naturpark Landseer Berge – Burgenland Tourismus · Kaisersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Teil des historischen Grenzlands
Kaisersdorf wurde um 1565 als kroatische Neugründung angelegt. Der damalige Inhaber der Herrschaft Landsee, Nikolaus Császár, siedelte hier kroatische Bauern an. In der Steuerkonskription von 1570 erscheint der Ort als „noviter plantata“, als neu angelegte Siedlung; für vier bis sechs Jahre war er steuerfrei. Das Landseer Urbar von 1625 verzeichnet etwa 20 Ansässigkeiten. Der ungarische Ortsname Császárfalu wurde 1898 während der Magyarisierung amtlich vorgeschrieben. 1971 wurden Kaisersdorf und Weingraben zu einer Gemeinde zusammengelegt, 1991 wieder getrennt. Die Geschichte des Orts ist damit von kroatischer Ansiedlung und späteren Veränderungen der Gemeindegrenzen geprägt.
Quellen: Atlas Burgenland – Kaisersdorf
Pfarrkirche und neue Architektur
Die katholische Pfarrkirche ist dem heiligen Nikolaus geweiht. Die Pfarrgründung reicht ins Mittelalter zurück; die Kirchenmatriken beginnen 1724. Eine Annakapelle wurde 1911 erbaut; außerdem ist eine Aloisiuskapelle verzeichnet. Die Aufbahrungshalle im Stil des Brutalismus setzt neben den traditionellen Höfen einen modernen architektonischen Akzent. Kirche und Halle stehen in unterschiedlichen Beziehungen zum öffentlichen Leben: Die Kirche ist religiöser Mittelpunkt, die Halle dient den gemeinschaftlichen Abschiedsritualen.
Quellen: Pfarre Kaisersdorf
Arbeitswege und Alltag
Kaisersdorf ist eng mit dem regionalen Arbeitsmarkt verbunden. 2011 arbeiteten von 241 im Ort wohnenden Erwerbstätigen 31 in der Gemeinde; 210 fuhren zur Arbeit in andere Orte. Zugleich pendelten 26 Personen aus Nachbargemeinden nach Kaisersdorf. Die Zahlen geben einen Einblick in eine Gemeinde, deren Wohnfunktion über die örtlichen Arbeitsplätze hinausreicht. Mit knapp 600 Einwohnern bewahrt Kaisersdorf dennoch eine überschaubare Struktur, in der Dorfkern, Pfarrkirche und Höfe den Alltag räumlich fassen und die Landschaft des Naturparks unmittelbar an die Siedlung anschließt.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
