HORITSCHON KENNENLERNEN
Blaufränkisch und Ortsleben im Mittelburgenland
Horitschon ist eine Marktgemeinde im Bezirk Oberpullendorf mit 1.813 Einwohnerinnen und Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026). Das Gemeindegebiet von 18,73 Quadratkilometern umfasst die Ortschaften Horitschon und Unterpetersdorf. Gemeinsam mit Deutschkreutz, Neckenmarkt und Lutzmannsburg zählt Horitschon zu den Hauptorten des Blaufränkischlandes. Der Name bezeichnet eine Vermarktungsregion, keine amtliche geografische Einheit. Weinbau, besonders Rotwein, prägt die Kulturlandschaft und das Selbstverständnis des Orts.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Horitschon – Wikipedia, feste Artikelversion
Weinbau und Landschaft
Mehr als vierzig Prozent der Gemeindefläche werden landwirtschaftlich genutzt; rund ein Viertel entfällt auf Weingärten und knapp ein Fünftel auf Wald. Horitschon gehört zum Weinbaugebiet Mittelburgenland, dessen Rebhänge sich zwischen dem Ödenburger Gebirge und dem Günser Bergland erstrecken. Nach Osten öffnet sich die Ungarische Tiefebene; pannonische Einflüsse und lehmige Böden bieten günstige Bedingungen für Reben. Neben Blaufränkisch werden weitere Sorten wie Zweigelt, Merlot und Cabernet Sauvignon kultiviert. Das Landschaftsbild aus Weingärten und Feldern erzählt so von einer lang gewachsenen Verbindung zwischen Boden und Landwirtschaft.
Vom Weinort zur Marktgemeinde
Eine Urkunde von 1186 nennt den Ort als „Hurusun“ und bestätigt zwölf königliche Höfe. 1933 legte das Burgenländische Landesmuseum auf den Teichäckern einen römischen Gutshof mit Fußbodenheizung frei. Auf der Ried Rakitsch wurden Gefäßreste aus der Jungsteinzeit gefunden, 1993 kam auf den Teichäckern eine Steinaxt aus der Lengyelkultur zutage. 1680 kaufte die Gemeinde ein Freihaus und nutzte es als erstes Gemeindehaus. Bis 1920/21 gehörte Horitschon zu Ungarn; seit 1921 zum Burgenland. 1961 wurden beim Gasthaus Lazarus zwei kleine Tongefäße aus dem 11. Jahrhundert gefunden, die eine Besiedlung vor der ersten schriftlichen Nennung belegen.
Quellen: Atlas Burgenland – Horitschon
Pfarrkirche und Gemeindeentwicklung
Die Pfarre Horitschon ist vor 1389 belegt; nach einer Unterbrechung wurde sie 1696 wiedererrichtet. Im Zweiten Weltkrieg wurde die barocke Kirche am östlichen Ortsausgang zerstört. Die heutige Pfarrkirche zur heiligen Margareta entstand 1947 bis 1949 im Ortszentrum; ein Altarbild der Vorgängerkirche aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts blieb erhalten. Eine Orgel mit 14 Registern und zwei Manualen wurde 1990 von Rieger gebaut. Die neue Kirche steht in einer Gemeinde, deren Ortsentwicklung auch nach 1945 von Wiederaufbau und neuem Wohnraum geprägt war. Zwischen 1999 und 2010 halbierte sich die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe; Dienstleistungen gewannen an Bedeutung.
Quellen: Röm.-kath. Pfarre Horitschon · Horitschon – Wikipedia, feste Artikelversion
Blaufränkischweg und Weinwirtschaft
Horitschon gehört zu den Hauptorten des Blaufränkischlands. Früher lagen viele Weingärten der Horitschoner in Raiding und Neckenmarkt; nach dem Ende des Feudalsystems 1848 wurden am eigenen Gemeindegebiet verstärkt Reben ausgepflanzt. Heute prägen die Rieden und die Winzergenossenschaft die örtliche Weinwirtschaft. Der Blaufränkischweg wurde 2011 als Rundweg eröffnet. Informationstafeln behandeln Rebsorten, Bodentypen, den Jahreszyklus der Weingärten und überlieferte Anekdoten aus dem Weinbau. 2014 kamen eine Aussichtsstiege auf der Ried Hochäcker und ein Kostplatz auf der Dürrau hinzu. Gemeinde, Tourismusverein und Weinbauverein entwickelten das Projekt gemeinsam.
Quellen: Tourismus und Wein in Horitschon · Horitschon – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
