PILGERSDORF KENNENLERNEN
Sieben Dörfer am Zöbernbach
Pilgersdorf ist eine Gemeinde im Bezirk Oberpullendorf im Burgenland. Die Großgemeinde verbindet sieben Ortschaften im östlichen Mittelburgenland mit einer ungewöhnlich tiefen Siedlungsgeschichte.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Pilgersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Sieben Orte, ein Tal
Pilgersdorf liegt am Zöbernbach zwischen Kirchschlag in der Buckligen Welt und Lockenhaus. Die Großgemeinde umfasst sieben Ortschaften: Bubendorf, Deutsch Gerisdorf, Kogl, Lebenbrunn, Pilgersdorf, Salmannsdorf und Steinbach. Zu mehreren Orten gehören kleinere Siedlungsbereiche wie die Pfarrsiedlung, Rotleiten und Gschorrholz. 1971 wurden die zuvor selbständigen Gemeinden zu einer Großgemeinde zusammengeführt. Der Bachlauf bildet eine landschaftliche Achse, während die Dörfer auf den umliegenden Hängen und Ebenen eigene Zentren bewahrt haben. Diese dezentrale Struktur prägt Verwaltung, Vereinsleben und Alltag bis heute.
Brunnaron und die frühen Spuren
Die Besiedlungsgeschichte reicht weit zurück. Um 1980 wurde bei der alten Schule ein kleiner römischer Friedhof aus dem ersten Jahrhundert nach Christus entdeckt. Eine Schenkungsurkunde König Ludwigs des Deutschen erwähnt 844 den Ort Brunnaron am Zöbernbach und einen Gutshof, der dem Kanzler Dominicus übertragen wurde. 860 ist eine Kirche des Minigo genannt. Nach der Zerstörung der Siedlung im 10. Jahrhundert zeugen Funde wie ein Bronzedrahtring mit Glasperle von früheren Bewohnern. Pilgersdorf selbst erscheint 1225 erstmals als „Pylgrim“ in einer Urkunde über eine Straße, die vom Ort ausgeht.
Pfarrkirchen und Dorfgeschichte
Die Pfarrkirche von Pilgersdorf ist dem heiligen Ägidius geweiht und stammt in ihren Ursprüngen aus dem frühen 14. Jahrhundert. In Kogl steht die Pfarrkirche des heiligen Oswald; Bubendorf besitzt eine Filialkirche des heiligen Florian, Lebenbrunn eine des heiligen Ulrich. Diese Kirchen verteilen sich über die Großgemeinde und spiegeln ihre eigenständigen Siedlungskerne. Die Geschichte des Orts war von wiederholten Zerstörungen und Wiederaufbau geprägt: 1289 wurde der befestigte Ort während der Güssinger Fehde zerstört, 1532 im Umfeld der Belagerung von Güns verwüstet und 1605 niedergebrannt. Danach begann der Wiederaufbau schrittweise. Beim Abbruch der alten Schule wurden 1975 die Mauern einer älteren romanischen Kirche aus der Zeit um 1200 entdeckt. Eine römische Straße führte aus dem Raum Savaria über den Höhenrücken zwischen Rabnitz- und Zöberntal Richtung Bucklige Welt. Die heutige Pfarrkirche wurde 1970 bis 1973 großzügig erweitert.
Quellen: Pilgersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Gemeinde Pilgersdorf: Ortsteil Pilgersdorf
Landwirtschaft und heutiger Alltag
Land- und Forstwirtschaft prägen die offene Landschaft rund um die Dörfer. Zwischen 1999 und 2010 sank die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 168 auf 93; viele werden im Nebenerwerb geführt. Ein Kindergarten und eine Volksschule befinden sich im selben Gebäude. Die Kirchschlager Straße B55 verbindet den Norden der Gemeinde mit Kirchschlag; südlich verläuft die B50 in Richtung Oberpullendorf und Oberwart. Vier Haupterwerbsbetriebe bewirtschafteten 2010 ein Viertel der Fläche, Nebenerwerbsbetriebe die Hälfte. Von 790 Erwerbstätigen arbeiteten 101 in der Gemeinde, 689 pendelten aus; 66 Personen kamen zum Arbeiten aus anderen Gemeinden.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
