GEMEINDE · BURGENLAND

Piringsdorf

An der Rabnitz bewahrt das Dorf eine eigene Mundart und lebendige Handwerkstraditionen.

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Kirche in Piringsdorf
Kirche in Piringsdorf · Foto: Ueb-at · „Kirche piringsdorf“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
829
01.01.2026
Fläche
16,14 km²
Bevölkerungsdichte
51,4
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
7373
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

PIRINGSDORF KENNENLERNEN

Piringsdorf und seine besondere Sprachinsel

Piringsdorf liegt im Rabnitztal im Mittelburgenland und besteht aus einem einzigen Dorf. Die Gemeinde zählt 829 Einwohnerinnen und Einwohner und umfasst 16,14 Quadratkilometern (Stand 1. Jänner 2026). Über die Grenzen der Region hinaus bekannt ist der Ort für eine eigenständige Sprachform, die Sulzquelle und die frühere Korbflechterei.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Piringsdorf – Wikipedia, feste Artikelversion

Am Lauf der Rabnitz

Die Rabnitz durchzieht den Ort und fließt weiter nach Ungarn, wo sie bei Győr in die Raab mündet. Das Gemeindegebiet umfasst nur die gleichnamige Ortschaft. Die Landschaft gehört zum Übergang vom Talraum zu den Hügeln am Südostrand der Zentralalpen. In der Umgebung treten Mineral- und Heilwasservorkommen auf; die Gemeinde nennt die örtliche Sulzquelle einen stark mineralisierten Säuerling. Sie beschreibt außerdem, dass die Quelle inzwischen verschüttet ist. Damit sind Lage und Wasser zugleich Teil der lokalen Naturgeschichte.

Quellen: Piringsdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · GEMEINDE - Gemeinde Piringsdorf · Sulzquelle – Gemeinde Piringsdorf

Piringsdorfer Sprachinsel

Die Gemeinde bezeichnet die Mundart von Piringsdorf als eigene Sprachform innerhalb des deutschen Sprachraums. Unterschiede zu den Nachbarorten betreffen Wortschatz, Aussprache und Grammatik. In der Sprache sind ältere Wörter erhalten, die andernorts bereits im 16. und 17. Jahrhundert verschwanden. Das Wörterbuch „Sprachinsel Piringsdorf“ hält Wortformen und Aussprache fest. Eine mögliche Herkunft aus dem ostfränkischen Raum gilt mangels früher Schriftzeugnisse als Vermutung. Beispiele aus dem Wörterbuch sind „foläsch“ für falsch, „Foaränga“ für Farbe und „Bearänga“ für Gebirge. Die Formen zeigen, dass die Unterschiede nicht nur einzelne Laute betreffen, sondern auch Wortschatz und Wortbildung. Das Buch entstand aus einer gemeinschaftlichen Dokumentation mit Tonaufnahmen, Wortschatzlisten, Schüleraufsätzen und gesammelten Geschichten. Ein Modellprojekt des Burgenländischen Volksbildungswerks förderte die Arbeit; geleitet wurde es von Rudolf Muhr vom Forschungszentrum Österreichisches Deutsch der Universität Graz.

Quellen: Piringsdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · GEMEINDE - Gemeinde Piringsdorf · Sprachinsel Piringsdorf – Dokumentation des Piringerischen, Gemeinde Piringsdorf

Von Bodonya zu Piringsdorf

Eine Urkunde König Sigismunds vom 12. August 1390 nennt den Ort erstmals als Bodonya. Das Datum belegt die schriftliche Überlieferung, nicht die Gründung. Unter der Magyarisierung war ab 1898 Répczebónya als ungarischer Name vorgeschrieben. Bis 1920/21 gehörte die Region zu Ungarn; seit 1921 liegt Piringsdorf im Burgenland. 1971 wurde der Ort mit Unterrabnitz und Schwendgraben zur Großgemeinde Piringsdorf-Unterrabnitz verbunden. Der Gemeinderat beschloss die Teilung am 10. Juli und 26. November 1990. Eine Landesverordnung vom 12. Dezember 1990 setzte die Auflösung mit 1. Jänner 1991 in Kraft. So blieb die gemeinsame Verwaltungsphase zeitlich klar begrenzt. Vor Christi Geburt lag das Gebiet im keltischen Königreich Noricum, später in der römischen Provinz Pannonia.

Quellen: Piringsdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · GEMEINDE - Gemeinde Piringsdorf

Korbhandwerk und örtliche Zeichen

Piringsdorf war als Korbflechterdorf bekannt. Das Gewerbe verlor durch die Industrialisierung fast vollständig an Bedeutung; ein Flechtmuseum bewahrt Werkzeuge, Techniken und Erzeugnisse. Beim Korbflechten werden biegsame Ruten lagenweise verbunden, sodass stabile Gebrauchsgegenstände entstehen. Auch die Sulzquelle zählt zur Ortsüberlieferung. Die Pfarrkirche ist den Heiligen Johannes dem Täufer und Koloman geweiht. Eine Mariensäule ergänzt die religiösen Bezugspunkte. Sport-, Musik- und Feuerwehrvereine sowie Jugend- und Seniorenarbeit gehören zu den örtlichen Gemeinschaftsstrukturen.

Quellen: Piringsdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · GEMEINDE - Gemeinde Piringsdorf · Sulzquelle – Gemeinde Piringsdorf

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Piringsdorf auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung865
31.10.2021 · Registerzählung844
01.01.2026 · Bevölkerungsstand829

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
387
NUTS-3-Region
Mittelburgenland (AT111)

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Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

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Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.