WEISSENSEE KENNENLERNEN
Weißensee zwischen See und Gailtaler Alpen
Weißensee ist eine Gemeinde im Bezirk Spittal an der Drau mit 758 Einwohnern und 78,11 Quadratkilometern Fläche (Stand 1. Jänner 2026). Sie liegt am gleichnamigen Alpensee am Fuß der Gailtaler Alpen. Der 11,6 Kilometer lange See ist fast ganz von der Gemeinde umschlossen; nur ein kleiner Abschnitt des Ostufers gehört zu Stockenboi.
Ein See mit zwei Gesichtern
Der See erreicht 99 Meter Tiefe; sein westlicher Abschnitt ist nur etwa sieben Meter tief, während das östliche Becken deutlich tiefer ist. Kalkablagerungen am Grund erzeugen den hellen Rand, von dem der Name Weißensee abgeleitet wird. Im Westen wirkt das flachere Wasser eher smaragdgrün, im Osten blau bis türkis. Das Gemeindeportal ordnet den See und seine Umgebung einem rund 76 Quadratkilometer großen Landschafts- und Naturschutzgebiet zu. Das Ufer ist zu etwa zwei Dritteln unverbaut. Auf 930 Metern Seehöhe gehört der Weißensee zu den hoch gelegenen Kärntner Badeseen.
Sieben Ortschaften, eine Katastralgemeinde
Die einzige Katastralgemeinde Techendorf umfasst sieben amtliche Ortschaften: Gatschach, Kreuzberg, Naggl, Neusach, Oberdorf, Techendorf und Tröbelsberg. Die Siedlungen gruppieren sich nicht gleichmäßig um das Ufer; Naggl liegt auf der Südseite des Sees, die übrigen Orte vor allem am Nordufer. Die Gemeinde wurde 1850 gegründet; 1968 wechselte ihr Name von Techendorf zu Weißensee.
Evangelische Kirche und alte Filialkirchen
Die evangelische Kirche in Techendorf entstand 1900 bis 1903 im neugotischen Stil und orientiert sich gestalterisch an der Kirche in Weißbriach. Die katholische Filialkirche St. Martin in Gatschach ist bereits 1485 belegt; ihr Bau ist ursprünglich spätgotisch. Bei der Volkszählung 2001 bekannten sich 73,6 Prozent der Bevölkerung zum evangelischen und 22 Prozent zum römisch-katholischen Glauben. Nach dem Toleranzpatent von 1781 bekannten sich die Bewohner Techendorfs zum evangelischen Glauben. Im 1782 errichteten Bethaus hielt Pastor Johann Gottfried Gotthard am 6. Oktober den ersten Gottesdienst. Der heutige neugotische Kirchenbau besitzt ein vierjochiges Langhaus, einen einjochigen Chor und einen westlichen Eingangsturm. Die Fenster im Altarraum mit Szenen aus dem Leben Jesu gestaltete Erika Wolf-Rubenser 1991.
Naturpark und behutsame Erschließung
Der Naturpark Weissensee wurde 2014 zum Naturpark des Jahres erklärt; die Gemeinde erhielt 2012 den Europäischen Dorferneuerungspreis. Ein Grund für diesen Schutzgedanken ist die weitgehend unbebaute Uferlandschaft. Der Naturparkverband bezeichnet den Weißensee als den einzigen Kärntner See ohne Umfahrungsstraße. Der markierte Seeuferweg ist 8,5 Kilometer lang und verbindet die Naturparkgemeinden Weißensee und Stockenboi; der Naturpark gibt dafür rund drei Stunden Gehzeit an. Für die Rückfahrt oder einzelne Teilstrecken kann das Schiff als Verbindung über den See dienen. Die ersten größeren Beherbergungsbetriebe entstanden im 20. Jahrhundert: Die Villa Regitnig in Techendorf eröffnete 1911, der Nagglerhof in Naggl 1928. Seit 1989 werden am See Eisschnelllaufrennen ausgetragen; der gefrorene See dient dafür als Wettkampffläche.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
