STOCKENBOI KENNENLERNEN
Stockenboi: Vom Glasmachertal zum Seeufer
Stockenboi reicht vom Talboden bis zu den Höhen des Goldecks. Die Gemeinde zählt 1.550 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 100,19 Quadratkilometer. Zu ihrem Gebiet gehören auch Teile des Weißensees und mehrere verstreute Bergorte.
Ein Gemeindegebiet in vielen Höhenlagen
Die Gemeindefläche steigt von rund 520 Metern bis zum 2.218 Meter hohen Staff, dem höchsten Berg des Bezirks Villach-Land. Der Weißensee bildet einen markanten Teil der Landschaft; zugleich verläuft der Stockenboier Graben weit ins Gebirge. Die verstreute Siedlungsstruktur folgt dieser Topographie. Insgesamt umfasst die Gemeinde 21 amtliche Ortschaften, darunter Zlan, Stockenboi, Tscherniheim, Gassen und Seetal am Goldeck. Die Verwaltung hat ihren Sitz in Zlan, während Stockenboi auch ein eigener Ort ist. Der Weißenbach entwässert den Weißensee; Karbach, Tiboldbach, Fellbach, Tscherniheimerbach und Riedbach sind weitere bedeutende Fließgewässer.
Tscherniheim und das Waldglas
Zwischen Weißensee und Stockenboier Graben liegt auf der Hermagorer Bodenalm das einstige Glasmacherdorf Tscherniheim. Dort wurde von 1624 bis 1879 Glas erzeugt. Das ehemalige Dorf umfasste rund vierzig Gebäude; an seine Glaserzeugung erinnern heute der ausgegrabene Ofen und das Kirchlein. Am 6. Juni 2024 eröffnete der Naturpark Weißensee die neuen Schautafeln „Dem Waldglas auf der Spur“. Ranger boten danach im Sommerprogramm geführte Termine an, um die Geschichte der Glasherstellung und das Leben im Dorf zu erläutern. Für die Glasproduktion waren große Mengen Holz nötig, denn die Öfen mussten über lange Zeit befeuert werden. Der ausgegrabene Glasofen macht den Standort der Produktion im ehemaligen Dorf sichtbar. Sechs Haltepunkte vor Ort erläutern die geschichtlichen, kulturhistorischen und sozialen Hintergründe der Glaserzeugung.
Kirchen in Stockenboi und Zlan
Zwei Kirchenorte prägen das religiöse Erbe der Gemeinde. Die evangelische Pfarrkirche in Zlan entstand 1804/05; ihr Turm wurde 1950 errichtet. Der Bau wird von der Gemeinde als Nachrokokobau eingeordnet. Die katholische Pfarrkirche in Stockenboi ist dem heiligen Nikolaus geweiht und wurde 1499 erstmals urkundlich erwähnt. Die Weihe folgte 1513. Ihr spätgotischer Kern wurde später barockisiert. In Tragail steht außerdem eine Filialkirche zur heiligen Magdalena, die 1499 erwähnt wird und im Kern romanisch ist.
Fossilien und Wege am Wasser
Ein rund 40 Zentimeter langes Fischfossil aus der Ortschaft Stockenboi wurde 1980 wegen seines wissenschaftlichen Werts zum Naturdenkmal erklärt. Es handelt sich um einen Schmelzschupper der Gattung Lepidotus, dessen Alter auf etwa 200 Millionen Jahre geschätzt wird. Am Weißensee sind Wassersportmöglichkeiten vorhanden; der Ostteil des Sees und seine Zufahrtsstraße liegen im Gemeindegebiet. Die Stockenboier Landesstraße führt von Nikelsdorf zum Weißensee-Ostufer; die Zlaner Landesstraße verbindet den Verwaltungssitz mit Mauthbrücken an der Drautalstraße. Von dort erreicht man die Drautal Bundesstraße, während die Farchtensee Landesstraße über die Kreuzen Richtung Gailtal führt.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Stockenboi – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Stockenboi – Naturparkgemeinde am Weißensee
- Über die Gemeinde
- Fakten & Zahlen – Gemeinde Stockenboi (Verkehr)
- Vom Geheimprotestantismus und der Glasproduktion am Weißensee – Katholische Kirche Kärnten
Stand der Angaben: 08.10.2026
