BALDRAMSDORF KENNENLERNEN
Baldramsdorf: Ortenburg und Handwerk
Baldramsdorf liegt westlich von Spittal an der Drau zwischen Goldeck und Drau. Die Gemeinde umfasst 37,94 Quadratkilometer und hat 1.827 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Ihre Geschichte ist eng mit der Ortenburg und den Siedlungen am Fuß des Berges verbunden.
Die Ortenburg als Herrschaftszentrum
Die Grafen von Ortenburg prägten die Region. Ein Adalbert de Hortenburg ist 1093 und 1096 belegt; die Burg auf einem Felsvorsprung wurde 1140 fertiggestellt. Ihr ältester Kern bestand aus Palas, romanischer Burgkapelle und Torturm. Eine Brücke führte zu einem aus dem Felsen geschlagenen Graben; dahinter erhob sich auf der Vorburg ein Bergfried, dem später ein gotischer Turm vorgesetzt wurde. Baldramsdorf und Gschieß, das heutige Rosenheim, erscheinen 1166 in einer Urkunde. 1482 übernahmen die Herren von Rosenheim den Besitz und errichteten auf einer tiefer gelegenen Wiese ihr Schloss. Das Schloss Rosenheim wechselte später mehrfach den Besitzer. 1935 wurden seine Gründe an umliegende Bauern verkauft; das Gebäude verfiel und wurde 1947 abgetragen.
Kirchen und Kloster in den Dörfern
Um 1300 wurde die dem heiligen Martin geweihte Kirche in Baldramsdorf errichtet und die Pfarre von der Ortenburg hierher verlegt. Der Turm der Kirche war zunächst ein Wartturm und wurde um 1500 zum Glockenturm umgestaltet; 1522 erhielt das Langhaus ein neues Gewölbe. Das Fastentuch von 1555 umfasst 39 Bildfelder mit Szenen aus der Schöpfungsgeschichte. Die Kirche in Gendorf wurde 1658 erbaut. In Unterhaus entstand 1720 ein Kloster, dessen Patres sich in der Umgebung für die Gegenreformation einsetzten; 1786 wurde es unter Joseph II. aufgehoben.
Schloss Ortenburg und Handwerk
Im Schloss Ortenburg in Unterhaus ist das 1. Kärntner Handwerksmuseum untergebracht. Es umfasst mehr als 40 Abteilungen zu Handwerk, Gewerbe und Arbeit; die Exponate stammen größtenteils aus Oberkärnten. Zu sehen sind etwa Feuerwehrgeschichte, Waschen und Bügeln sowie Frisör-, Maler-, Foto- und Radiogeräte. Eine China-Sammlung ergänzt die regionalen Bestände; laut Gemeindemeldung wurde sie 2016 eingerichtet. Das Handwerksmuseum eröffnete bereits 1977. Das Gemeindegebiet umfasst zwei Katastralgemeinden und zehn Ortschaften. Das Paternschloss diente während der Franzosenkriege als Lazarett. 1808 lebte nur noch ein Ordensmann im Haus; seit 1938 gehört es der Gemeinde.
Gemeinde zwischen Drau und Goldeck
Die Gemeinde liegt am Fuß des Goldecks und erstreckt sich zwischen Bergmassiv und Draufluss. Auf 550 Metern an der Drau steigt das Gebiet bis auf 2.142 Meter am Gipfel des Goldecks. Die ersten beiden Abschnitte der Goldeckseilbahn gingen 1960 in Betrieb. Die neue achtplätzige Talbahn wurde 2012 eröffnet. Der historische Ortskern liegt um die Pfarrkirche und ist von landwirtschaftlich geprägten Gebäudegruppen bestimmt. Die Gemeinde wurde 1851 selbständig. 2021 entfielen 40 der rund 188 Arbeitsplätze auf Landwirtschaft, 63 auf Produktion und 85 auf Dienstleistungen. 2011 arbeiteten nur 120 der fast 900 Erwerbstätigen am Wohnort; 70 Personen pendelten aus dem Umland ein. Die meisten Auspendler blieben im Bezirk.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Baldramsdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Über die Gemeinde – Baldramsdorf
- Kunst & Kultur – Gemeinde Baldramsdorf
- Chronik – Gemeinde Baldramsdorf
- Über die Gemeinde – Gemeinde Baldramsdorf
- Politik – Gemeinde Baldramsdorf
- Goldeck Bergbahnen – Geschichte und Bauphasen
Stand der Angaben: 08.10.2026
