KLEBLACH-LIND KENNENLERNEN
Burgen und Kirchen über der Drau
Kleblach-Lind liegt im östlichen oberen Drautal, rund zehn Kilometer Luftlinie von Spittal an der Drau entfernt. Die Gemeinde hat 1.143 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 62,99 Quadratkilometer. Kleblach und Lind, die namensgebenden Orte, liegen auf gegenüberliegenden Seiten der Drau.
Die Herren von Lind
Oberhalb von Lind stehen die Ruinen zweier hochmittelalterlicher Burgen. Die Anlagen entstanden vermutlich im 11. oder 12. Jahrhundert und gehörten Gefolgsleuten der Grafen von Görz. Seit 1166 nannten sich Angehörige des Adelsgeschlechts nach Lind. Zu den frühen belegten Namen zählt Wulfing von Lind, Sohn eines örtlichen Richters und Gefolgsmann Graf Albrechts von Görz. Später errichtete ein Mitglied der Familie die Burg Raggnitz südwestlich von Lind. Die Herren von Lind zählten zu bedeutenden Lehensträgern der Görzer; das Geschlecht erlosch 1843 im Mannesstamm. Die beiden Burgruinen über dem Ort erinnern an diese Herrschaftszeit und die strategische Bedeutung der Hänge über dem Drautal.
Vom Erz zum Gemeindeamt
Neben Land- und Forstwirtschaft prägte über Jahrhunderte der Bergbau die Gegend, besonders im Siflitzgraben. In Lind erinnert das Wallnerhaus an diese Zeit. Das Gebäude stammt aus der Zeit um 1500 und dient seit 1982 als Gemeindeamt. Die erhöhte Pfarrkirche zum heiligen Bartholomäus in Lind ist eine gotische Anlage aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Ihr spätbarocker Westteil erhielt 1788 eine neue Fassade; als Pfarre ist Lind seit 1242 belegt. Eine weitere alte Kirche ist die Kapelle Maria Hilf, ursprünglich gotisch und später barockisiert. Sie wurde 1347 geweiht und diente als Burgkapelle der Burg Unterlind. In der Siflitz steht die offene Hubertuskapelle; sie wurde 1979 errichtet und besitzt ein Bild des heiligen Hubertus. Der nördliche Chorturm trägt einen barocken Zwiebelhelm. Im Inneren unterscheiden sich die Gewölbe: Kreuzrippen überspannen den Chor, während das Langhaus ein spätgotisches Netzrippengewölbe besitzt. Vier hohe ionische Pilaster gliedern die Westfassade.
Zwei Gemeinden werden eins
1850 entstand zunächst die Gemeinde Lind. 1902 wurde die Katastralgemeinde Blaßnig abgetrennt und als Ortsgemeinde Kleblach selbstständig. Beide Gemeinden wurden 1964 unter dem Namen Kleblach-Lind vereinigt. Die heutige Gemeinde gliedert sich in die Katastralgemeinden Blaßnig und Lind und umfasst neun Ortschaften. Das Gemeindegebiet reicht vom Fluss hinauf in Seitentäler und zu den bewaldeten Hängen. Im Alltag ist die Landwirtschaft weiterhin prägend; unter den Arbeitsstätten bildet sie einen großen Anteil.
Verbindungen entlang des Flusses
Der Bahnhof Kleblach-Lind liegt im Ortsteil Kleblach. Die Drautalbahn verbindet den Ort mit Spittal im Osten und Lienz im Westen. Parallel dazu verläuft die Drautal Straße B 100. Für den Radverkehr führt der Drauradweg durch das Gemeindegebiet und begleitet den Fluss durch das Tal. Laut Arbeitsstättenzählung 2021 arbeiteten rund 160 der etwa 550 Erwerbstätigen mit Wohnort in der Gemeinde auch hier; rund 390 pendelten aus. Etwa 40 Beschäftigte kamen aus Nachbargemeinden nach Kleblach-Lind.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
