PATERNION KENNENLERNEN
Paternion: Spuren eines Marktes an der Drau
Paternion liegt im Unteren Drautal, wo das Tal in die Gailtaler Alpen übergeht. Die Marktgemeinde zählt 5.762 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 105,50 Quadratkilometer. Archäologische Fundplätze, Marktrecht und mehrere Schloss- und Kirchenorte erzählen von einer langen Siedlungsgeschichte.
Ein Tal mit antiken Siedlungsspuren
Ein hallstattzeitliches Grab und separat gefundene Steinbeile belegen frühe menschliche Nutzung des Gemeindegebiets; sie stammen aus unterschiedlichen Fundzusammenhängen. Auf der rund elf Hektar großen Niederterrasse Auf der Görz nördlich von Feistritz an der Drau finden sich Hinweise auf ein keltisches Oppidum. Auf dem Dueler Hügel entstand um 400 nach Christus eine spätantike Befestigung. Dort stand auch eine frühchristliche Pfeilerbasilika, deren Fundamente erhalten sind. Burganlage und Kirche wurden um 600 zerstört. Die Ausgrabung erfolgte 1928 und 1929 unter Leitung des Archäologen Rudolf Egger. Funde aus Duel werden im Museum von Teurnia in Lendorf aufbewahrt.
Vom heiligen Paternianus zum Marktrecht
Der Name Paternion geht auf den Bischof Paternianus zurück, der um 340 gelebt haben soll. Der Ortsname erscheint 1296 erstmals in einer Urkunde. 1424 ist Paternion als Markt belegt; Ferdinand I. verlieh am 28. Juni 1530 die Marktrechte. Vom 14. Jahrhundert an war der Raum ein Zentrum des Blei- und Eisenerzabbaus, später kam Gold hinzu. Im Buchengraben wurde nach Zinnober und Quecksilber geschürft. Die Herrschaft wechselte: 1599 erwarb Bartholomäus Khevenhüller Schloss und Herrschaft Paternion. Sein Erbe Hans VI. musste 1629 aus Glaubensgründen Kärnten verlassen; der venezianische Kaufmann Hans Widmann übernahm den Besitz.
Kirchen und Schlösser in mehreren Orten
Die Gemeinde umfasst sechs Katastralgemeinden und 20 Ortschaften. Entsprechend verteilen sich ihre Bauwerke über ein weites Gebiet. Die Pfarrkirche zum heiligen Paternianus geht auf das 12. Jahrhundert zurück. Über dem Südportal der Pfarrkirche Nikelsdorf wurde ein Mithrasstein eingemauert, dessen Inschrift eine Weihung an Mithras dokumentiert. In Feistritz an der Drau steht die Kirche des heiligen Georg; in Kamering die Kirche Maria Dornach. Die Pfarrkirche Kreuzen ist den Heiligen Veit und Leonhard geweiht, jene in Rubland der Dreifaltigkeit. Schloss Paternion ist seit 1354 als Burg belegt; Schloss Pöllan und Schloss Kreuzen ergänzen die Herrschaftsbauten im Gemeindegebiet. Ein Brand zerstörte 1859 den größten Teil von Schloss Paternion; der Westtrakt blieb erhalten. 1897 und 1898 wurde Schloss Paternion teilweise im historistischen Stil wiederaufgebaut.
Wald, Landwirtschaft und Verkehrsachsen
Das Gemeindegebiet umfasst Talflächen an der Drau und Teile der Gailtaler Alpen. Landwirtschaft und Forstwirtschaft haben die Nutzung des Raums geprägt. Im Jahr 1999 gab es 130 land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Im 21. Jahrhundert arbeiteten viele Menschen in Bauwirtschaft, Warenproduktion, öffentlicher Versorgung und Dienstleistungen. Die A10 Tauern Autobahn und die Drautal Straße B100 verbinden das Gebiet mit dem Zentralraum und Oberkärnten. Ein Bahnhof Markt Paternion liegt rund drei Kilometer vom Ortszentrum entfernt an der Drautalbahn. Der Bahnhof Paternion-Feistritz befindet sich hingegen in der Nachbargemeinde Weißenstein.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Paternion – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde-Chronik – Marktgemeinde Paternion
- Kultur und Sehenswürdigkeiten – Marktgemeinde Paternion
- Pfarre Paternion – Katholische Kirche Kärnten
- Paternion: Marktgemeinde, Kreuzen und Hundskirche – Geschichtsverein für Kärnten
Stand der Angaben: 08.10.2026
