GREIFENBURG KENNENLERNEN
Am Kreuzungspunkt von Drau und Kreuzberg
Greifenburg liegt im breiten Becken des oberen Drautals zwischen Kreuzeckgruppe und Gailtaler Alpen. Die Marktgemeinde hat 1.689 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und erstreckt sich über 76,28 Quadratkilometer. Von hier führen Wege ins Drautal und über den Kreuzbergsattel.
Vom Römerweg zum Markt
Funde in Greifenburg belegen eine Besiedlung bereits in römischer Zeit. Ein Stein aus dem zweiten Jahrhundert steht heute beim Zugang zur Friedhofskirche. Im Gemeindegebiet wird außerdem die Straßenstation Bilachium vermutet, die an einer Route von Aquileia über das Drautal nach Salzburg gelegen haben könnte. Urkundlich tritt der Ort 1166 hervor: Die Herren von Greifenburg erscheinen als Zeugen für den Salzburger Erzbischof. 1267 wird Greifenburg als Markt bezeichnet. Der Handel entlang der Straßen durch das Drautal und über den Kreuzbergsattel gewann im späten 14. Jahrhundert an Bedeutung. Der Marktort entwickelte sich an deren Kreuzung und wurde zum Zentrum der umliegenden Siedlungen.
Kirchen und Schloss im Tal
Greifenburg und Waisach haben eigene Pfarrkirchen: St. Katharina im Markt und St. Nikolaus im Nachbarort. Schloss Greifenburg ist seit der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts belegt und blieb bis 1971 Sitz der Gerichtsbarkeit. Die Pfarrkirche St. Katharina ist eine spätgotische Anlage, die Lorenz Rieder 1521 vollendete und die um 1700 barockisiert wurde. Waisach besitzt eine kleine gotische Kirche aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts; sie ist bereits 1267 urkundlich genannt. In Gnoppnitz dokumentiert das Bergbauernmuseum bäuerliches Leben in den höher gelegenen Siedlungen. Die Gemeinde umfasst einschließlich des Markts 18 Ortschaften und drei Katastralgemeinden: Bruggen, Greifenburg und Kerschbaum.
Badesee und Talverkehr
Der Greifenburger Badesee liegt östlich des Zentrums und verbindet einen Badesteg mit Strandbad und Kletterpark. Die Drautalbahn hält im Markt und verbindet Greifenburg mit Lienz im Westen und Spittal an der Drau im Osten. Die Drautal Straße B 100 verläuft parallel zur Bahn durch den Talboden. Im Ort zweigt die Weißensee Straße B 87 ab; sie führt zum Weißensee und über den Kreuzbergsattel weiter ins Gailtal. Der vier Hektar große Badesee bietet Liegewiese, Sprungturm, Wasserrutsche, Trampolin, Boccia-Bahn und Spielplatz.
Das Talbecken der Drau
Die Talsohle der Drau ist bei Greifenburg und im östlich anschließenden Steinfeld etwa doppelt so breit wie der sonst meist nur ein Kilometer breite Talboden. Im Norden steigt die Kreuzeckgruppe steil an; ihre talnahen Flanken bilden einen markanten Abschluss des Beckens. Südlich hebt sich der Talboden zunächst bis zu einer Talschulter. Fünf Kilometer nordwestlich des Marktortes erhebt sich der Bergstock der Hochtristen; sein Gipfel liegt auf 2.536 Metern. Die Emberger Alm liegt in der Nachbargemeinde Berg im Drautal. Der Hauptort Greifenburg liegt auf rund 644 Metern Seehöhe im Tal.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Greifenburg – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Marktgemeinde Greifenburg – offizielle Website
- Schloss Greifenburg – Marktgemeinde Greifenburg
- Chronik – Marktgemeinde Greifenburg
- Pfarrkirchen Greifenburg und Waisach – Katholische Kirche Kärnten
- Gemeinde Berg im Drautal – Dünhofenhütte und Emberger Alm
Stand der Angaben: 08.10.2026
