SULZ IM WEINVIERTEL KENNENLERNEN
Sulz im Weinviertel: Vier Orte zwischen Quellmulde und Teichen
Sulz im Weinviertel vereint die Katastralgemeinden Obersulz, Niedersulz, Erdpreß und Nexing. Die Marktgemeinde hat zum 1. Jänner 2026 1.254 Einwohnerinnen und Einwohner und umfasst 31,37 Quadratkilometer. Sulz liegt im Quellgebiet des Sulzbaches, in einer Landschaft aus Äckern, Weinbergen und Teichen.
Sulze am Sulzbach
Obersulz ist bereits 1045 urkundlich belegt. Die Gemeindechronik nennt für Obersulz die Verleihung des Marktrechts im Jahr 1125. Der Wochenmarkt fand auf dem Platz vor der heutigen Bäckerei Kronberger statt. Obersulz liegt in einer geschützten Senke am Fuß des Kapellenbergs und des Wachtbergs. 1971 wurden Obersulz, Niedersulz, Erdpreß und Nexing zur Großgemeinde zusammengeschlossen. Das Gemeindewappen erinnert mit Blau und Rot an die Herrschaft Liechtenstein, mit einer goldenen Traube an den Weinbau und mit der Schwurhand an das Stift Heiligenkreuz.
Kirchen und Kellergassen
In Obersulz steht eine frühbarocke Pfarrkirche, deren Bau 1671/72 entstand. Das einschiffige Gotteshaus hat sechs Joche und ein mächtiges Stichkappengewölbe; der Hochaltar stammt aus der Bauzeit. Marmoraltäre, Kanzel und Chorbrüstung kamen im 18. Jahrhundert hinzu. Die Gemeinde führt außerdem die Kellergasse Am Steinberg als örtliches Ziel an. Dort stehen Presshäuser und Weinkeller, die einst der Verarbeitung und Lagerung des Weins dienten.
Nexinger Teiche und Muscheln
Nexing liegt in einer Talsenke am Nexingbach, entlang des einstigen Postwegs von Wien nach Brünn. Der Ortsname erscheint erst im 15. Jahrhundert in schriftlichen Quellen. Bekannt war die kleine Ansiedlung wegen des Muschelkalks am Muschelberg und in der sogenannten Nexinger Schweiz. Dort liegt eine Ansammlung fossiler Muscheln aus dem Sarmatium, rund 12,5 bis 13,5 Millionen Jahre alt. Das Areal befindet sich hinter Schloss Nexing, einem früheren Wirtschaftsgut mit ausgedehnter Teichlandschaft. Diese Teiche dienten der Karpfenzucht des Zisterzienserstifts Heiligenkreuz; später gehörte das Anwesen Franz Ritter von Heintel. Heute ist die Landschaft ein Ziel für Spaziergänge und Angler.
Ein Dorf um 1900
Das Weinviertler Museumsdorf Niedersulz wurde 1979 von Josef Geissler gegründet, um bäuerliche und dörfliche Geschichte der Region zu bewahren. Rund 80 Gebäude aus zwei Jahrhunderten wurden an ihren ursprünglichen Orten abgetragen und im Museumsdorf wieder aufgebaut. Bauernhöfe, Handwerkerhäuser, Kapellen, Stadel, ein Wirtshaus, eine Schule und Presshäuser bilden das Zeilendorf. Die Häuser stammen aus mehreren Gemeinden des Weinviertels; ihre Anordnung zeigt, wie Wohn- und Wirtschaftsgebäude früher zusammenlagen. Bauerngärten und ein lebender Bauernhof ergänzen die Anlage. Im Kleinhäuslerhaus aus Wilfersdorf zeigt die Dauerausstellung die Geschichte der Täufer und Hutterer von ihren Anfängen bis zu den Freikirchen der Gegenwart. Diese Bewegung siedelte sich ab 1528 in Liechtensteinischen Besitzungen im Weinviertel und Südmähren an. Das Gelände umfasst 22 Hektar; seit 2002 gehören die Gärten zu den Schaugärten der Aktion „Natur im Garten“. Für die Pflege nach deren Kriterien erhielt das Dorf wiederholt das Qualitätssiegel „Goldener Igel“.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Sulz im Weinviertel – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Geschichte - Marktgemeinde Sulz im Weinviertel
- Nexing - Marktgemeinde Sulz im Weinviertel
- Pfarrkirche Obersulz - Marktgemeinde Sulz
- Weinviertler Museumsdorf Niedersulz
- Weinviertler Museumsdorf Niedersulz - Infos zum Dorf
- Obersulz - Marktgemeinde Sulz im Weinviertel
- Franziskusweg Weinviertel - Gemeinde Sulz im Weinviertel
- Gruppen - Weinviertler Museumsdorf Niedersulz
- Die Täufer im Weinviertel – Museumsdorf Niedersulz
Stand der Angaben: 08.10.2026
