SPANNBERG KENNENLERNEN
Spannberg: Burgberg, Marktrecht und Weinviertler Kirchen
Spannberg liegt im südlichen Weinviertel und ist eine Marktgemeinde im Bezirk Gänserndorf. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 990 Menschen; das Gemeindegebiet umfasst 19,60 Quadratkilometer. Seine Chronik verbindet eine mittelalterliche Burganlage mit kirchlichen Bauwerken und Erinnerungszeichen im Ortsraum.
Burg auf zwei Hügeln
Die erste urkundliche Nennung des Namens „de Spangenberc“ stammt vom 2. Juli 1205; darin erscheint Poppo de Spangenberg als Zeuge. Eine Urkunde von 1277 nennt ausdrücklich einen Burgherrn. Die Wehranlage umfasste Hausberg und Kirchenberg und hatte laut Gemeindechronik einen Umfang von etwa 700 Metern. Damit zählte sie zu den großen Burganlagen der Region. Das Marktrecht erhielt Spannberg 1370. Um 1400 wurde die Burg zerstört und verfiel. Der Hausberg blieb als Geländemarke im Ort erhalten. 1529 wurde der Ort von den Türken zerstört; während des Dreißigjährigen Krieges war er wiederholt betroffen. Choleraepidemien wüteten 1831, 1855 und 1866.
Pfarrkirche und Orden
Die Kirche steht in enger Verbindung mit der Entwicklung der Pfarre. 1233 ist ein Geistlicher in Spannberg belegt; ein Dechant wird 1262 erwähnt. Die erste ausdrückliche Nennung einer Pfarrkirche stammt aus 1325. 1369 gehörte sie dem niederösterreichischen Adelsgeschlecht der Clementer. Hans Clementer übertrug das Patronatsrecht 1391 dem Deutschen Orden. Die heutige Pfarrkirche ist dem heiligen Martin geweiht und besitzt einen mittelalterlichen Kern, der später barock umgestaltet wurde. Der Pfarrstadl war ein Wirtschaftsgebäude der Pfarre mit Scheune an der Hauptstraße und Stallungen an der Pfarrgasse. Nach Jahren des Leerstands wurde die Sanierung mit freiwilliger Hilfe umgesetzt; 1991 eröffnete der Stadl zum Jubiläum „600 Jahre Deutscher Orden in Spannberg“.
Kapellen, Kellergassen und Dorfleben
Neben der Pfarrkirche verteilen sich Kapellen, Bildstöcke und Kreuze über Spannberg. Eine Sandsteinstatue des heiligen Johannes Nepomuk stand früher auf der anderen Seite des Sulzbaches; 1967 restaurierte sie Prof. Franz Schütz. 2010 wurde der Platz erneuert. Die Kriegerkapelle am Tumulus mit altem Barockkreuz entstand 1924; der ÖKB restaurierte sie 2008. Eine Hubertuskapelle errichtete die Jagdgesellschaft zwischen 2004 und 2006. Auch die Florianistatue wechselte ihren Standort: 1826 kam sie auf den Marktplatz, 1941 in den Pfarrgarten und 1997 vor das Feuerwehrhaus. Der Tumulus diente wiederholt als Wehranlage. Spannberg hat rund 80 Hektar Rebfläche. Zwei Kellergassen, Am Quent und Eselgrund, bewahren Spuren des Weinbaus; ein Weinlehrpfad zeigt eine Baumpresse aus dem 18. Jahrhundert.
Schule und Kinderbetreuung
Der Kindergarten wurde 2019 umgebaut und um eine Tagesbetreuung für Kinder ab einem Jahr erweitert. Das Volksschulgebäude in der Kirchengasse erhielt 2009 einen Zubau; seither gibt es Nachmittagsbetreuung. Als unverbindliche Übungen nennt die Schule Slowakisch für alle Schulstufen sowie Englisch für die zweite bis vierte Schulstufe. Für Kinder der ersten Schulstufe gibt es außerdem eine Kreativwerkstatt.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Spannberg – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Marktgemeinde Spannberg – Chronik
- Marktgemeinde Spannberg – Kapellen, Marterl und Kreuze
- Weinstraße Süd – Spannberg
- Marktgemeinde Spannberg – Kindergarten und Tagesbetreuung
- Marktgemeinde Spannberg – Pfarrstadl
- Marktgemeinde Spannberg – Volksschule
Stand der Angaben: 08.10.2026
