VELDEN AM WÖRTHER SEE KENNENLERNEN
Velden: Vom Schiffsanleger zum Seebad
Velden am Wörther See liegt am Westufer des Sees. Die Marktgemeinde zählt 9.171 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 52,98 Quadratkilometer. Der bekannte Ortskern ist nur einer von 29 Ortsteilen der Gemeinde.
Straße, Bahn und Dampfschiff
Velden entwickelte sich im 19. Jahrhundert zum Badeort, als mehrere Verkehrswege zusammentrafen. Die Wörtherseeschifffahrt nahm 1853 ihren Betrieb auf, 1864 wurde die Bahnstrecke Klagenfurt–Villach eröffnet. Eine alte Reichsstraße führte bereits durch den Ort. Die Anbindung brachte Gäste an den See und unterstützte die wachsende Gastronomie. Später stärkte die Tauernbahn mit ihrem 1909 fertiggestellten Tunnel die Verbindung nach Norden. Der Bahnhof Velden liegt an der Südbahn. Die westliche Seebucht und der Ortskern profitierten früh von diesen Ankünften; die größeren Ortsteile der Gemeinde liegen auch im Hinterland. Velden ist 1150 erstmals urkundlich erwähnt; der Name geht auf „Velben“, also Weiden, zurück. Im 12. Jahrhundert gehörte das Gebiet zur Herrschaft Hohenwart. 1545 erwarben die Khevenhüller neben Landskron auch die Herrschaft Velden; 1629 ging sie an die Grafen von Dietrichstein.
Badeanstalten und Kurbetrieb
Die erste Veldener Badeanstalt eröffnete 1864. Weitere Bäder folgten und machten das Schwimmen zu einem festen Teil des Kurorts. Ende des 19. Jahrhunderts nahm im Auenhof die erste Kneipp-Kuranstalt Kärntens den Betrieb auf. 1908 kam die Dr.-Engstlersche Wasserkuranstalt hinzu, eine der frühen Einrichtungen dieser Art am Wörthersee. Die Badeanstalten lagen im Ortszentrum und ergänzten medizinische Anwendungen durch den Zugang zum See. Zusammen mit Kurhäusern und Gastronomie zogen sie Gäste an, die länger als für einen Tagesausflug blieben.
Eine Gemeinde mit wechselnden Grenzen
Die selbständige Gemeinde wurde 1850 gebildet. Damals zählte der Ort Velden 489 Einwohner; gemeinsam mit den benachbarten Ortsgemeinden hatte die Großgemeinde 3.356 Einwohner. In den Jahrzehnten danach veränderten Verwaltungsreformen ihre Grenzen wiederholt. 1924 kamen Augsdorf, Duel, Auen und Unterjeserz hinzu; 1934 wurde ein Gebietstausch mit Köstenberg vorgenommen. 1947 erhielt Velden das Marktrecht. 1963 wurde Lind mit Duel eingemeindet. Die Reform 1972 brachte die Gemeinde Augsdorf, Köstenberg sowie Teile von Wernberg und Techelsberg in die Marktgemeinde. Damit näherten sich die Grenzen wieder dem Umfang von 1850. Die Marktgemeinde pflegt Partnerschaften mit Gemona in Italien und Bled in Slowenien.
Ein Renaissanceportal am See
Bartholomäus Khevenhüller ließ das Schloss am See zwischen 1590 und 1603 als Sommerresidenz errichten. Das Rustikaportal mit Wappen ist mit 1603 bezeichnet und führte von Norden in den Schlosspark. Nach der Ausweisung der protestantischen Khevenhüller 1629 kam das Schloss an die Grafen von Dietrichstein. 1890 ließ der Wiener Fabrikant Ernst Wahliss den Bau nach einer Vorlage aus der Khevenhüllerchronik als Luxushotel wiederherstellen. Das Schlossportal prägt seit etwa 1900 das Gemeindewappen. Wahliss ließ Innenräume für den Hotelbetrieb einrichten; der Bau wurde zu einem Treffpunkt des damaligen Fremdenverkehrs. Die Ecktürme und das Renaissanceportal blieben dabei zentrale Merkmale der Anlage.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
