WEISSENSTEIN KENNENLERNEN
Weißenstein: Handelsweg an der Drau
Weißenstein liegt an der Drau westlich von Villach. Die Marktgemeinde zählt 2.885 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 49,14 Quadratkilometer. Ihr heutiges Gebiet vereint mehrere historisch eigenständige Orte, darunter Kellerberg.
Kellerberg an der alten Handelsroute
Eine Römerstraße führte von Villach über Kellerberg nach Teurnia. Später wurde Kellerberg zu einem Marktort an einer wichtigen Draubrücke. Im 13. und 14. Jahrhundert gab es nur wenige Brücken über den Fluss; die Querung bei Kellerberg stellte eine Verbindung zur Handelsstraße am Südufer her. Die Drau diente zugleich als Wasserstraße. Villach und Kellerberg unterhielten Handelsbeziehungen nach Friaul und Venedig, obwohl Mautstellen den Verkehr belasteten. 1321 galt Kellerberg bereits als wohlhabender Markt. Bergbau trug zu seinem Aufschwung bei und stärkte die wirtschaftliche Bedeutung des Ortes. Kellerberg ist heute Teil der Marktgemeinde Weißenstein, war aber zeitweise eine selbständige Gemeinde.
St. Leonhard über dem Drautal
Die Pfarrkirche St. Leonhard zu Weißenstein wird 1149 erstmals urkundlich erwähnt. Ihr romanisches Mauerwerk erhielt wohl um 1460 eine spätgotische Erneuerung. 1677 ließ der Erzpriester von Gmünd einen neuen barocken Altar anschaffen. Die Pfarre besteht seit etwa 1100 und geht auf eine Gründung des Bistums Brixen zurück. In Lansach steht die Filialkirche St. Gotthard, die 1487 erstmals genannt wird; die Kirche St. Ulrich in Kellerberg erscheint bereits 1309 in einer Urkunde. Auch Töplitsch besitzt mit St. Lambert eine eigene Filialkirche, deren erste Nennung auf 1428 datiert. Diese Kirchen liegen in verschiedenen Orten des Drautals.
Von Puch und Wollanig zur Großgemeinde
Das Gebiet der heutigen Gemeinde entsprach um 1800 ungefähr dem damaligen Gericht Weißenstein. Eine Steuerregelung von 1785 gliederte es in die Katastralgemeinden Weißenstein, Puch und Wollanig. Während der französischen Besetzung Oberkärntens von 1809 bis 1813 wurden Gemeinden links der Drau zu einer Großgemeinde zusammengefasst. 1849 entstand Weißenstein als politische Gemeinde. Kellerberg wechselte mehrfach den Status: Von 1850 bis 1865 war es selbständig, danach gehörte es zu Paternion und wurde 1899 wieder eigenständig. 1973 vereinigte die Gemeindestrukturreform Kellerberg mit Weißenstein. Puch ist 878 dokumentiert. Die Burg Wizinstein erscheint 1085 als Besitz des Bistums Brixen. Ein Erdbeben zerstörte am 4. Mai 1201 die Burg sowie mehrere weitere Befestigungen und Kirchen in Oberkärnten. Am 30. Juli 2006 wurde der Gemeinde das Marktrecht verliehen.
Verkehrskorridor und Ortsbild
Die Drautalbahn und die Drautal Straße erschließen das Tal in Ost-West-Richtung. Im Gemeindegebiet liegen die Bahnhaltestellen Puch, Weißenstein-Kellerberg und Paternion-Feistritz. Die A10 ist über die Anschlussstelle Villach West in Weißenbach erreichbar. Das Gemeindewappen greift den Namen Weißenstein mit drei übereinandergeschichteten weißen Felsbrocken auf. Eine Partnerschaft besteht mit Nidda in Hessen, eine weitere mit Šmartno ob Paki in Slowenien; die Freundschaftsurkunde mit Šmartno ob Paki wurde 2016 unterzeichnet.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
