METNITZ KENNENLERNEN
Metnitz: Totentanz und Marktgeschichte
Metnitz ist eine Marktgemeinde im Bezirk Sankt Veit an der Glan. Zum 1. Jänner 2026 zählt sie 1.804 Einwohnerinnen und Einwohner und umfasst 223,14 Quadratkilometer. Die Gemeinde verbindet mehrere historische Markt- und Kirchorte im oberen Metnitztal.
Berge, Fluss und vier Katastralgemeinden
Das Metnitztal bildet das Hauptsiedlungsgebiet der Gemeinde. Im äußersten Norden markieren Priewaldbach und Auenbach die Grenze zwischen Kärnten und der Steiermark; sie gehören zum Einzugsgebiet des Laßnitzbaches. Die Gemeinde reicht von dort über den Talboden bis zu den Bergkämmen. Vier Katastralgemeinden – Feistritz, Grades, Metnitz Land und Metnitz Markt – fassen 22 Ortschaften zusammen. Die Gurktaler Alpen bilden die Gebirgszüge nördlich und südlich des Tals. Der Hauptort Metnitz und der frühere Markt Grades liegen auf derselben Talachse, während weitere Orte an den Hängen und in Seitentälern verstreut sind.
Von Gurker Besitz zum Markt
Das obere Metnitztal wurde 1072 von Erzbischof Gebhard von Salzburg der Diözese Gurk übertragen. Feistritz wurde im 11. Jahrhundert besiedelt; zur Verwaltung entstanden die Ämter Feistritz und Metnitz. Grades erhielt 1346 das Marktrecht, Metnitz 1599. Die Ortsgemeinden Metnitz und Grades entstanden 1850 aus den damaligen Steuerbezirken. Als die Gemeinden 1973 vereinigt wurden, ging der Bereich Flattnitz an die damalige Großgemeinde Weitensfeld-Flattnitz; nach deren Teilung liegt er heute in Glödnitz. 1911 prüfte eine Kommission eine umfassende Grenzänderung; der Vorschlag wurde nicht umgesetzt. 1915 trat Grades rund 1.300 Hektar samt der Ortschaft Zienitzen an St. Salvator ab. 1966 erhielt Metnitz rund einen Hektar beim Erholungsbad von Grades und trat neun Hektar nordöstlich von Marienheim ab. Seit 1978 gehört das Gemeindegebiet zum Gerichtsbezirk Sankt Veit an der Glan.
Fresken und ein Volksschauspiel
Der Metnitzer Totentanz umfasst einen Freskenzyklus am Karner und ein Volksschauspiel, das vor dem Karner aufgeführt wird. Beide Formen behandeln die Gleichheit der Menschen vor dem Tod. Das Totentanzmuseum steht nahe der Pfarrkirche St. Leonhard im Markt Metnitz und vermittelt dieses lokale Bild- und Theatererbe. Die Fresken entstanden um 1500 nach Vorlagen, darunter das Heidelberger Blockbuch von 1465; vier Figurenpaare entsprechen dessen Holzschnitten. Die Originalfragmente nahm das Bundesdenkmalamt 1968/69 ab und restaurierte sie. Seit 1996 sind sie im Totentanzmuseum zu sehen; 1989 ließ die Gemeinde die Außenmalerei nach historischen Kopien rekonstruieren. In Grades führt die Wallfahrtskirche St. Wolfgang auf eine andere Tradition: Sie wurde zwischen 1459 und 1474 erbaut und mit einer Wehrmauer umgeben. Ein Ablassbrief Papst Pius’ II. unterstützte die Wallfahrt bereits zu Baubeginn.
Kirchen und regionale Erinnerung
Weitere Sakralbauten sind die Pfarrkirche St. Nikolaus in Oberhof Schattseite und die Filialkirche Maria Höfl. Das Privilegierte Metnitzer Schützenkorps führt seine Geschichte auf ein kaiserliches Recht zurück: Maria Theresia erlaubte 1744 das Tragen von Uniformen. Die Gemeinde nennt außerdem ein Brauchtumsmuseum, das kirchliche, handwerkliche und Arbeitsbräuche dokumentiert. Zur regionalen Wirtschaft gehörten 1999 insgesamt 104 Haupterwerbs- und 144 Nebenerwerbsbetriebe, die zusammen 14.440 Hektar bewirtschafteten. 596 Erwerbstätige pendelten 2001 aus.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Metnitz – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Aus der Geschichte des oberen Metnitztales – Metnitzer Journal 1/2018
- Kunst, Kultur & Religion – Marktgemeinde Metnitz
- Metnitzer Totentanzmuseum – Pfarre Metnitz
- Einzugsgebiete der Wildbäche und Lawinen, Anlage 1 – RIS Kärnten
Stand der Angaben: 08.10.2026
