ALBECK KENNENLERNEN
Albeck: Sirnitz, Hochrindl und Gurkursprung
Albeck liegt im Bezirk Feldkirchen in den Gurktaler Alpen. Die Gemeinde zählt 940 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 99,32 Quadratkilometer; Hauptort ist Sirnitz.
Ein langes Seitental des Gurktals
Der Kernraum der Gemeinde liegt im Sirnitzbachtal, einem Seitental des Gurktals. Das Gemeindegebiet reicht von etwa 790 bis 2.341 Meter Seehöhe und umfasst Teile der Nockberge. Die vier Katastralgemeinden Albeck, Großreichenau, St. Leonhard und Sirnitz teilen sich in 32 Ortschaften. Der Hauptort Sirnitz liegt deutlich tiefer als die Hochlagen von Hochrindl und den umliegenden Bergen. Die Gemeinde nennt mehr als 200 Kilometer markierte Wanderwege, darunter Routen zu Aussichtspunkten, Naturdenkmälern und Kirchen.
Sirnitz und Albeck in den Urkunden
Sirnitz ist zwischen 985 und 993 als „Sirnvuiza“ überliefert. Der Name Albeck erscheint 1155 in Verbindung mit dem Burgherrn Rudolf von Albeck. Die Burg ging später an die Gurker Kirche; die kirchlichen Besitzungen blieben in der Region umfangreich. Als die Burg im späten 17. Jahrhundert verfiel, erhielt Neu-Albeck einen neuen Amtssitz für die bischöflichen Pfleger. 1898 führte eine Schmalspurbahn von Treibach bis Klein-Glödnitz; wegen der Höhenunterschiede und des schwierigen Geländes wurde sie nicht bis Sirnitz verlängert. 1850 entstand die Ortsgemeinde Albeck. 1867 wurde St. Lorenzen nach einem Antrag der Bewohner von Albeck getrennt und der Gemeinde Reichenau zugeteilt. Die Wege nach Sirnitz waren weit und über das Alpl unsicher. 1874 erhielt Sirnitz sein erstes Postamt im Lacknerhaus; 1888 gründeten Bewohner eine Freiwillige Feuerwehr. 1964 übersiedelte das Gemeindeamt in den Neubau im Unterdorf.
Seen am Ursprung der Gurk
Das Naturschutzgebiet Gurkursprung erstreckt sich über Albeck und Reichenau. Gurksee und Torersee sind glazial geformte Karseen und liegen nahe dem Ursprung der Gurk. Ihre Umgebung umfasst offene, tundrenartige Landschaften und Almen. Der Mornellregenpfeifer findet dort geeignete Brutplätze. Das Naturschutzgebiet umfasst 1.507 Hektar und zählt zu den größten Kärntens. Markierte Wege führen hindurch, darunter der Lattersteig (Weg 156) sowie die Routen 109, 153, 155 und 157. Der nördliche Bereich der Albecker Anteile wird durch Kalteben, der westliche durch einen Bergkamm über Lattersteighöhe, Bretthöhe und Torer begrenzt.
Schloss, Mühle und Hochrindl
Schloss Albeck ist ein spätbarocker Gutshof, der Anfang des 18. Jahrhunderts aus Steinen der verfallenen Burg errichtet wurde. Bis 1848 lag die Gerichtsbarkeit über das obere Gurktal dort. Heute finden im Schloss Konzerte, Vorträge und Ausstellungen statt. Im Hauptort Sirnitz steht eine spätgotische Pfarrkirche mit barockem Karner. Die Wassermühle am Widitschbach wurde als funktionsfähige Anlage erneuert; an ausgewählten Mahltagen wird ihr Mahlbetrieb vorgeführt. In Hochwiditsch steht eine alte Lärche, die das Land Kärnten als Naturdenkmal auswies. Die Straße nach Hochrindl wurde ab 1886 etappenweise gebaut, 1967 folgten eine neue Verbindung und der erste Schilift. Schon 1930 zählte die Gemeinde 5.020 Übernachtungen; etwa die Hälfte der Gäste kam aus Kärnten und nur vier aus Deutschland. 1980 wurden 48.875 Nächtigungen verzeichnet. 1993 erhielt Sirnitz sowohl den Europäischen Dorferneuerungspreis als auch den Greenpeace-Klimaschutzpreis.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
