SANKT GEORGEN AM KREISCHBERG KENNENLERNEN
Sankt Georgen am Kreischberg: Mur, Berg und Wintersport
Die Gemeinde Sankt Georgen am Kreischberg verbindet ein hochalpines Hinterland mit dem Talboden der Mur. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 1.638 Menschen; das Gemeindegebiet umfasst 111,58 Quadratkilometer im Bezirk Murau. Sechs Ortschaften gehören dazu. Diese Ausdehnung erklärt, warum das Leben nicht allein im namensgebenden Hauptort stattfindet: Siedlungen und Höfe liegen entlang der Mur und in Seitentälern, während die Berge den südlichen und nördlichen Horizont bestimmen.
Fluss und Gebirgsränder
Die Mur durchquert das Gemeindegebiet auf rund 850 Metern Seehöhe von Westen nach Osten. Südlich steigt das Gelände zu den Nockbergen an; im Norden liegen die Niederen Tauern. Mit 2.171 Metern ist der Goldachnock der höchste Punkt auf der Südseite, während der Gstoder im Norden 2.140 Meter erreicht. So reicht die Gemeinde vom Talraum bis in alpine Höhenlagen. Der Talboden bündelt Siedlung und Verkehr, die Berglandschaft prägt dagegen Freizeit und saisonale Angebote. Die sechs Ortschaften Bodendorf, Falkendorf, Lutzmannsdorf, Sankt Georgen ob Murau, Sankt Lorenzen ob Murau und Sankt Ruprecht ob Murau halten mehrere Dorfkerne im großen Gebiet präsent.
Arbeit zwischen Tal und Berg
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist für die Gemeinde 229 Arbeitsstätten aus; 38 Prozent liegen im primären, 9,2 Prozent im sekundären und 52,8 Prozent im tertiären Sektor. In diesen Arbeitsstätten wurden 591 Beschäftigungsverhältnisse gezählt. Zugleich pendeln 62,8 Prozent der aktiv Erwerbstätigen, die in der Gemeinde wohnen, aus. Das regionale Profil verbindet damit Landwirtschaft und Dienstleistungen mit einem touristisch sichtbaren Angebot: Der Kreischberg wird durch Seilbahnen erschlossen und ist im Winter ein Skigebiet, im Sommer führen Gondelbahn und Wanderwege auf die Almflächen. Talstation, Berggastronomie und Beherbergung machen die Gästewirtschaft im Ort sichtbar; das Holzmuseum in Sankt Ruprecht ergänzt sie um Kultur und Handwerk.
Kultur im Alltag
Neben dem Wintersport ist das gemeinschaftliche Kulturleben ein prägendes Merkmal. Die Passionsspiele knüpfen an eine ältere lokale Spieltradition an; seit 1998 werden sie wieder aufgeführt. Laien aus der Umgebung übernehmen Rollen, während heimische Mitwirkende Musik, Bühnenbild und Kostüme gestalten. Auch das Murauer Faschingrennen, das im Zweijahresrhythmus durch den Ort zieht, bindet Vereine und Dorfgemeinschaft ein. Solche Bräuche verteilen sich auf mehrere Ortsteile und geben dem weitläufigen Gemeindegebiet gemeinsame Anlässe. Die Pfarrkirchen in Sankt Georgen und Sankt Ruprecht markieren zugleich die historisch gewachsenen Zentren der Ortschaften.
Ein Gemeindegebiet mit mehreren Zentren
Die heutige Gemeinde entstand 2015 aus Sankt Georgen ob Murau und Sankt Ruprecht-Falkendorf. Der zunächst vorgesehene Name Sankt Georgen ob Murau wurde 2014 korrigiert; der Bezug zum Kreischberg macht die touristische Bedeutung des Gebiets sichtbar. Die älteren Dorfkerne blieben jedoch erhalten: In Falkendorf erinnern Bergbauernhöfe an die Bewirtschaftung der Hanglagen, in Bodendorf liegt ein Murkraftwerk. So stehen landwirtschaftlich geprägte Orte, Energiegewinnung und Angebote für Gäste innerhalb derselben Gemeinde. Ihre Geschichte lässt sich nicht allein vom Wintersportort Sankt Lorenzen aus erzählen.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 14.10.2026
