LUDMANNSDORF KENNENLERNEN
Ludmannsdorf: Kirchen und Kultur am Rosentalhang
Ludmannsdorf, slowenisch Bilčovs, liegt auf einem sonnigen Hang über dem Rosental und dem Drau-Stausee. Die Gemeinde im Bezirk Klagenfurt-Land zählt am 1. Jänner 2026 1.801 Einwohner und umfasst 26,20 Quadratkilometer. Kirchen, zweisprachiges Vereinsleben und die bewaldete Hügellandschaft prägen den Ort.
Hanglage über dem Rosental
Ludmannsdorf liegt nördlich der Drau auf dem bewaldeten Höhenzug der Sattnitz. Von den Hängen öffnet sich der Blick über das Rosental zu den Karawanken; Wald und landwirtschaftlich genutzte Flächen wechseln einander ab. Ludmannsdorf besteht aus fünf Katastralgemeinden und 17 Ortschaften, die auf dem Höhenrücken und in Seitentälern liegen. Die Siedlungslagen auf dem Höhenzug liegen zwischen 600 und 900 Metern. Landwirtschaftliche Kleinbetriebe haben das Gebiet seit Jahrhunderten geprägt.
Die Pfarrkirche am Jakobsweg
Die Pfarrkirche ist dem heiligen Jakobus dem Älteren geweiht. Die Pfarre wurde im späten 18. Jahrhundert von Köttmannsdorf abgetrennt und selbständig. Ihr Ursprung reicht in die Romanik zurück, der Bau erhielt später gotische Erweiterungen und eine barocke Ausstattung. Als Filialkirche von Köttmannsdorf ist sie 1370 belegt. Im Inneren gilt ein spätgotischer Christus an der Geißelsäule als älteste Skulptur. Die Kirche liegt an einem europäischen Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Die Pfarrgrenzen umfassen außerdem Kirchen in Wellersdorf, Großkleinberg und Selkach, die eigene Baugeschichten besitzen.
Filialkirchen mit eigenen Geschichten
Die Filialkirche St. Helena in Großkleinberg wird 1541 erstmals erwähnt. Der geräumige, einschiffige Bau stammt aus der Spätgotik und gehörte möglicherweise früher dem Zisterzienserkloster Viktring. In Selkach steht die Leonhardskirche, deren heutiger Bau 1638 errichtet wurde; ein Vorgänger südlich der Drau ist 1567 bezeugt. Außen zeigt sich ein Christophorus-Wandbild von Franc Jerina aus dem Jahr 1950. Die Kirche Peter und Paul in Wellersdorf ist seit 1469 schriftlich bekannt. Ihr mächtiger Vorhallenturm kam 1889 dazu; im Inneren fallen eine spätgotische Petrusfigur und eine eigenwillige Bemalung auf. Die Kirche am Rupertiberg gehört hingegen zur Pfarre St. Egyden.
Zweisprachige Kultur und Kunst
Ludmannsdorf pflegt Kultur in slowenischer und deutscher Sprache. Die Vereine fördern laut Gemeinde sowohl traditionelle als auch zeitgenössische Ausdrucksformen; das gemeinsame Singen gilt dabei als wichtiger Ort der Begegnung. Die Kulturwerkstatt Holzbau Gasser befindet sich in Edling und verbindet den Werkstoff Holz mit kulturellen Angeboten. Die bildende Künstlerin Meina Schellander verbrachte ihre Kindheit in Ludmannsdorf/Bilčovs und arbeitet vorwiegend in Wien, zeitweise auch in ihrer Heimatgemeinde. Ihre Tätigkeitsfelder reichen von Zeichnung und Fotografie bis zu Skulptur, Rauminstallation und Kunst im öffentlichen Raum. Auch die Schriftstellerin Theresia Köfer wuchs in Lukowitz bei Ludmannsdorf auf. An der Bucht bei Selkach gestalteten die Künstler Edmund und Tomas Hoke sowie Armin Guerino das Land-Art-Projekt „Drau-Art“: Schnecke, Strudel und Walze formen die Wasserlandschaft am Stausee.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
