ROSSATZ-ARNSDORF KENNENLERNEN
Rossatz-Arnsdorf: Römerwege und Wein am rechten Donauufer
Rossatz-Arnsdorf liegt am rechten Donauufer der Wachau. Die Marktgemeinde zählt 1.036 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 39,04 Quadratkilometer. Ihre Orte verbinden römische Straßenreste mit Wein- und Obstterrassen.
Straßen und Wachttürme am Limes
Bei Bacharnsdorf führt das Türkentor durch den Einschnitt des Kupfertals. Im Fels sind Pflasterung und ausgefahrene Gleisspuren einer alten Straße erkennbar. Stichwege verbanden die Route mit Wachttürmen an der Donau. Reste eines spätantiken Burgus liegen in Bacharnsdorf; seine Mauern reichen noch bis zu neun Meter hoch. Das Türkentor ließ König Ferdinand I. 1529 als Schutzbau errichten. Die Filialkirchen St. Johann und St. Lorenz stehen ebenfalls auf Fundamenten römischer Befestigungen.
Besitzungen von Metten bis Salzburg
Anfang des 9. Jahrhunderts wurde das Gebiet dem Benediktinerkloster St. Michael in Metten geschenkt. Um 985 erscheint Rossatz als „Rosseza“. Ab dem 11. Jahrhundert gehörte der Ort den Babenbergern; 1258 ist ein Richter belegt. Bach-, Ober- und Mitterarnsdorf standen über Jahrhunderte im Besitz des Erzbistums Salzburg. Rührsdorf war dem Bistum Passau zugeordnet und kam später an die Grafen Schönborn-Puchheim.
Markt, Schloss und gemeinsame Verwaltung
Rossatz ist seit 1462 als Marktgemeinde belegt. Im 16. Jahrhundert wurde der Ort protestantisch; ein Brand verwüstete den Markt 1626. Um 1630 endete diese Phase. Der Pranger von 1632 erinnert an die einstige Gerichtsbarkeit; eine Nepomukdarstellung stammt von 1721. 1768 wurde Rossatz mit der Herrschaft Mautern der Grafen Schönborn-Puchheim verbunden. Nach dem Ende der Erbuntertänigkeit kauften die Rossatzer 1848 ehemals herrschaftliche Grundstücke. 1859 gründeten sie eine Wald- und Gutsgenossenschaft; seitdem gehört das Schloss mit seinen dreistöckigen Arkaden der Gemeinschaft, heute als Agrargemeinschaft organisiert. Ein weiterer großer Brand traf Rossatz 1886. Rund um den Kirchenplatz stehen barocke Winzerhäuser. 1972 schlossen sich vier bis dahin eigenständige Gemeinden zur heutigen Marktgemeinde zusammen.
Die Pfarrkirche im Markt
Die Pfarrkirche im Markt erhielt ihre heutige Grundgestalt um 1320; der Westturm stammt aus dem 15. Jahrhundert. Eine barocke Sakristei kam 1774/75 hinzu, die Chormalereien um 1800 werden der Schule Martin Johann Schmidt zugeschrieben. Das dreischiffige Langhaus besitzt einen gotischen Vorbau mit Spitzbogentor und Kreuzrippengewölbe; in den Seitenschiffen liegen barocke Tonnengewölbe.
Wein, Obst und saisonale Überfahrten
Weinbau ist in Rossatz seit etwa 1170 urkundlich belegt. An den steilen Terrassen wechseln Reben mit Obstgärten; die Marille ergänzt Wein und anderes Obst als landwirtschaftliches Erzeugnis. Die Uferorte sind durch die Straße am rechten Donauufer verbunden. Saisonale Fähren verbinden die Orte mit dem linken Ufer: Von Arnsdorf geht es per Rollfähre nach Spitz, von St. Lorenz nach Weißenkirchen; eine Motorzille fährt von Rossatzbach nach Dürnstein. In Rossatzbach sind beidseits der Straße alte Natursteinmauern erhalten. Der Gemeindefahrplan 2026 weist die saisonalen Betriebszeiten der Fähren aus. Oberhalb der Orte führt der Panoramaweg von Rossatz nach Rührsdorf. Der Seekopf erreicht 671 Meter; von dort reicht der Blick über den Dunkelsteinerwald bis ins Donautal.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Rossatz-Arnsdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Rossatz-Arnsdorf – Die sanfte Seite der Wachau
- Bacharnsdorf – Welterbe Donaulimes
- Rollfähren-Betriebszeiten – Marktgemeinde Rossatz-Arnsdorf 2026
- Filialkirche St. Lorenz – Marktgemeinde Rossatz-Arnsdorf
- Pfarrkirche Rossatz – Marktgemeinde Rossatz-Arnsdorf
- Marktgemeinde Rossatz-Arnsdorf – Gemeindeprofil
Stand der Angaben: 08.10.2026
