WALDHAUSEN KENNENLERNEN
Waldhausen: Marktgemeinde zwischen Feldern und Wald
Waldhausen liegt im Waldviertel zwischen dem Purzelkamp und den Höhen des Gemeindegebiets. Die Marktgemeinde im Bezirk Zwettl zählt 1.191 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 39,92 Quadratkilometern. Zwölf Ortschaften und ein großer Sägewerksstandort prägen ein Gebiet, in dem Landwirtschaft, Wald und kleine Siedlungen eng nebeneinanderliegen.
Zwischen Purzelkamp und Höhenzügen
Im Nordosten bildet der Purzelkamp über weite Strecken die Gemeindegrenze; weiter nördlich erreicht er den Ottensteiner Stausee am Kamp. Der tiefste Punkt des Gemeindegebiets liegt dort auf etwa 500 Metern Seehöhe, während der Loschberg mit 800 Metern herausragt. Rund die Hälfte der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt, etwa 44 Prozent sind bewaldet. Waldhausen besteht aus zwölf Ortschaften und elf Katastralgemeinden.
Holzverarbeitung und regionale Arbeit
Die Gemeindetabelle der Abgestimmten Erwerbsstatistik 2024 weist für Waldhausen 123 Arbeitsstätten und 112 Unternehmen aus; in den Arbeitsstätten waren 533 Beschäftigungsverhältnisse erfasst. 54,2 Prozent dieser Beschäftigungsverhältnisse entfielen auf den sekundären Sektor. 74,6 Prozent der Erwerbstätigen mit Wohnort Waldhausen waren 2024 Auspendler:innen; damit ist die Gemeinde stark in die regionalen Arbeitswege eingebunden. Ein anschauliches Beispiel ist das Sägewerk Brand von Stora Enso: Es verarbeitet Holz zu Schnittholz, gehobelten Produkten, Pfosten, Balken und Brettschichtholz. Der Betreiber nennt für den Standort eine Jahreskapazität von 440.000 Kubikmetern Schnittholz und rund 300 Beschäftigte; diese Standortangaben sind nicht mit den Gemeindesummen gleichzusetzen. Die Werte machen die Holzverarbeitung als örtlichen Arbeitszweig greifbar.
Ein Markt aus mehreren Ortschaften
Waldhausen ist 1346 als „Walthowsen“ belegt; der Name wird mit Häusern im Wald in Verbindung gebracht. 1849 entstand eine eigenständige Ortsgemeinde. 1968 wurden Brand, Niedernondorf und Obernondorf mit Waldhausen zusammengeführt, 1979 erhielt die Gemeinde das Marktrecht. Überregional bekannt wurde Brand durch den Fund der Saliera: Das 2003 aus dem Kunsthistorischen Museum gestohlene Kunstwerk wurde am 21. Jänner 2006 in einem Wald bei Brand entdeckt.
Dörfer mit eigenen Mittelpunkten
Die Pfarrkirchen von Waldhausen, Niedernondorf und Brand verweisen auf die eigenständige Geschichte der Dörfer. Die Kirche in Waldhausen steht am südlichen Rand des Marktes; sie wird von der Gemeinde als Pfarrkirche zu den Aposteln Petrus und Paulus geführt. Ihr Bau verbindet ältere Bauteile mit späteren Veränderungen. Als Besucherziel ist außerdem die Ökomeile Wiesenreith ausgewiesen, ein kurzweiliger Themenweg durch die Kulturlandschaft. Davon getrennt beginnt der fünfstündige Rundwanderweg Waldhausen am Sportplatz.
Landwirtschaft, Bildung und Verbindung
Waldhausen ist durch zwei unterschiedliche Alltagsräume geprägt: den Markt mit kommunalen und kirchlichen Einrichtungen und die Ortschaft Brand mit dem großen Holzverarbeitungsstandort. Die Dörfer behalten eigene Treffpunkte und Wegebezüge; für weiterführende Versorgung und Dienstleistungen orientieren sich Bewohner auch an den Zentren der Umgebung. Die frühere Bahnstrecke nach Zwettl und Martinsberg hat heute keinen Personenverkehr mehr. Ihre Trasse erklärt noch die historische Verbindung des Ortes mit der Region, während der Alltag inzwischen über Straßen und Pendelwege organisiert ist.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Waldhausen (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Statistik Austria – Unternehmen 2024, Gemeindetabelle (Gebietsstand 2026)
- Statistik Austria – Arbeitsstätten 2024, Gemeindetabelle (Gebietsstand 2026)
- Stora Enso – Sägewerk Brand
- Marktgemeinde Waldhausen – Katastralgemeinde Waldhausen
- Niederösterreich Tourismus – Gemeinde Waldhausen
- Statistik Austria – Arbeitsort und Pendeln 2024, Gemeindetabelle
Stand der Angaben: 10.10.2026
