PÖRTSCHACH AM WÖRTHER SEE KENNENLERNEN
Pörtschach: Sommerfrische zwischen Promenade und Villen
Pörtschach am Wörther See liegt am Nordufer des Sees, westlich von Klagenfurt. Die Gemeinde im Bezirk Klagenfurt-Land zählt am 1. Jänner 2026 2.959 Einwohner auf 12,62 Quadratkilometern. Sommerfrische, Villenarchitektur, Seeufer und Spuren der Römerzeit formen das Ortsbild eines anerkannten Luftkurorts.
Zwischen Ufer, Halbinseln und Hügeln
Pörtschach liegt auf 446 bis 702 Metern Seehöhe. Zum Gemeindegebiet gehören zwei Katastralgemeinden, aber nur eine Ortschaft mit mehreren Ortsteilen, darunter Sallach, Goritschach und Pritschitz. Die eiszeitliche Landschaft zeigt sich in Felsrücken und Uferformen; die letzte Vergletscherung modellierte das Seebecken. Ein Gletschertopf in Pritschitz entstand durch Schmelzwasser, das in einer Felsvertiefung kreiste. Auch ein Schalenstein nahe der Kreuzung Sankt-Oswalder-Straße und Goritschacher Weg wird als möglicher vorgeschichtlicher Kultplatz beschrieben. Im Umland erheben sich Hoher Gallin, Bannwald und Gaisrücken; diese Hügelzüge bestehen aus altem kristallinem Gestein.
Römerstraße und mittelalterliche Burgen
Funde weisen auf die norische Hauptstraße hin, die zur Römerzeit am Nordufer des Wörthersees verlief. Im Ortsteil Sallach wird die Straßenstation Saloca vermutet, die auf der Tabula Peutingeriana verzeichnet ist. Der Name Pörtschach geht auf slawische Siedler zurück und wird mit „bei den Leuten, die am Bach wohnen“ erklärt. Die erste urkundliche Erwähnung als Porsach stammt aus 1150. Eine frühe Seeburg verfiel, während die stärker befestigte Burg Leonstein als Ruine erhalten blieb. Schloss Leonstain nahe dem Ortskern entstand um 1490 und beherbergt heute ein Hotel. Die Ruine Alt-Leonstein liegt als eigener Standort höher am Hang.
Vom Fischerdorf zur Sommerfrische
Jahrhundertelang blieb Pörtschach ein kleines Fischer- und Bauerndorf. Mit der Wörthersee-Schifffahrt kamen ab 1853 die ersten Sommergäste; die Südbahn machte den Ort ab 1864 leichter erreichbar. Der Fremdenverkehr wuchs, Villen und große Badeanlagen entstanden. Johannes Brahms verbrachte die Sommer 1877 bis 1879 in Pörtschach und schuf hier bedeutende Werke. Kaiser Franz Joseph besuchte den Ort 1856, 1882 und 1899. 1886 wurde Pörtschach als Kurort anerkannt. Eine Schule bestand bereits seit 1777; 1788 wurde der Ort zur eigenen Pfarre erhoben. Die erste Südbahnstation trug zunächst den Namen Maria Wörth. Die heutige Seeuferarchitektur zeigt die Entwicklung jener Zeit: Die Werzer Badeanstalt, das Bootshaus und Villen wie Almrausch, Venezia und Parkvilla Wörth prägen das historische Ensemble.
Promenade und Blick über den See
Die Hohe Gloriette ist eine Aussichtswarte oberhalb des Ortes. Am Landspitz, beim Brahmshof und an der Ruine Alt-Leonstein liegen weitere Ziele innerhalb Pörtschachs. Am Seeufer verbindet eine Blumenpromenade verschiedene Abschnitte des Orts; das Promenadenbad liegt auf einer Halbinsel und ist über eine Brücke mit der Blumeninsel verbunden. Der Verschönerungsverein entstand 1875. Er organisierte Veranstaltungen und kümmerte sich um Wanderwege, Bänke und Wegmarkierungen; schon im Reiseführer von 1885 wurde der Spaziergang zur Aussichtswarte beschrieben. Der Landspitz ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen und markiert die Spitze der weit in den See ragenden Halbinsel.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
