ST. JAKOB IM ROSENTAL KENNENLERNEN
St. Jakob im Rosental: Wege zum Tunnel
St. Jakob im Rosental liegt zwischen Drau und Karawanken, nahe der slowenischen Grenze. Die Marktgemeinde zählt 4.325 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 78,76 Quadratkilometer. Ihr Gemeindegebiet schließt viele verstreute Orte und mehrere Täler ein.
Zwischen Fluss und Gebirge
Im Norden bildet die Drau eine natürliche Begrenzung, im Süden steigen die Karawanken bis zur Staatsgrenze an. Das Siedlungsgebiet verteilt sich über das Rosental und Seitentäler; der Marktort St. Jakob ist daher nur ein Teil der Gemeinde. Sechs Katastralgemeinden gliedern das Gebiet: Schlatten, Frießnitz, Maria Elend, Mühlbach, St. Peter und St. Jakob. Die amtlichen Ortsnamen treten häufig gemeinsam mit slowenischen Bezeichnungen auf, etwa Rosenbach/Podrožca oder Maria Elend/Podgorje. Diese Namen verweisen auf die lange Zweisprachigkeit des Rosentals. Für Wandernde wechseln offene Talböden mit bewaldeten Hängen und steileren Karawankenausläufern; die Gemeinde erstreckt sich vom Drauraum bis in hochalpine Lagen.
Kirchen im oberen Rosental
Die Pfarrkirche St. Jakob geht auf eine Eigenkirche zurück, die im 11. Jahrhundert von Graf Ozzi I. errichtet worden sein soll. Maria Elend besitzt dagegen eine eigene Pfarre und eine Pfarr- und Wallfahrtskirche. Die Kirche steht am südlichen Ortsrand von Maria Elend; ihr Kern ist eine breit gelagerte spätgotische Hallenkirche aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Der romanische Kern des Nordturms verweist auf ältere Baugeschichte. Zwischen 1682 und 1690 wurde das Gebäude im Barock verlängert und umgebaut. Im Chor tragen Stichkappen Bandelwerkdekor von 1731. In Schlatten ist zudem ein Mithras-Kultstein aus spätrömischer Zeit überliefert.
Von der Großgemeinde zur Marktgemeinde
St. Jakob wurde 1888 aus der damaligen Großgemeinde Rosegg herausgelöst und als selbständige Gemeinde eingerichtet. Der Bau der Karawankenbahn und des Tunnels zwischen 1901 und 1906 veränderte die Region dauerhaft. Nach dem Zerfall Österreich-Ungarns wurde der Tunnel im Kärntner Abwehrkampf zum strategischen Ziel. Rosenbach und weitere Orte waren von Truppen des SHS-Staats besetzt; im Mai 1919 gelangte der Tunnel wieder unter die Kontrolle Kärntner Truppen. Bei der Volksabstimmung vom 10. Oktober 1920 stimmte in St. Jakob eine Mehrheit für den Anschluss an Jugoslawien. Weil die Abstimmungszone insgesamt für Österreich votierte, blieb die Gemeinde bei Kärnten. Während des Zweiten Weltkriegs wurden slowenischsprachige Bewohner zwangsausgesiedelt; Bahnhöfe im Gebiet wurden bombardiert. 1981 erfolgte die Markterhebung.
Bienenlehrpfad zur Maria Elender Alm
Der Bienenzuchtverein Maria Elend legte im Herbst 2023 einen Bienenlehrpfad an. Er führt von Greuth über den Hasengraben zur Carnica-Bienenzucht-Belegstelle auf der Maria Elender Alm. Die Eröffnung fand im Juni 2024 bei einer geführten Wanderung statt; gestartet wurde am Parkplatz Greuth nahe der Brücke über den Suchergraben. An mehreren Stationen vermittelt der Verein Wissenswertes über Bienenhaltung und die Zucht der Carnica-Biene.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Sankt Jakob im Rosental – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- St. Jakob im Rosental - RiS-Kommunal - Startseite
- Verkehr & Mobilität – Marktgemeinde St. Jakob im Rosental
- Geschichte der Pfarre St. Jakob im Rosental
- Pfarrkirche Maria Elend/Podgorje – Diözese Gurk
- Gemeindezeitung St. Jakob, April–Juni 2024
Stand der Angaben: 08.10.2026
