ALBRECHTSBERG AN DER GROSSEN KREMS KENNENLERNEN
Albrechtsberg an der Großen Krems: Burg-Schlossanlage, Wallfahrt und Kremstalhöhlen
Albrechtsberg an der Großen Krems ist eine Marktgemeinde im Bezirk Krems mit 978 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026). Ihre Fläche beträgt 28,74 km². Im Hauptort erhebt sich die mittelalterliche Burg-Schlossanlage über dem Tal.
Burg und Schloss über dem Tal
Der älteste Schlossteil stammt wohl aus dem 12. Jahrhundert; sein Erbauer ist unbekannt. Der Ort erscheint 1157 als Elharteskirchen. Die Burg wurde 1230 mit Konrad von Albrechtsperge urkundlich erwähnt. Die Kuenringer gelten als mögliche Bauherren. Später werden Starhemberger, Neidecker und Peukham als Besitzer genannt. Um 1600 entstand der dreistöckige Nordtrakt; ein Gang verbindet Schloss und Kirche. 1692 kam die Anlage an die Lempruchs, 1770 erhielt sie ihre heutige Form. Felder und Wiesen wurden 1960/61 verkauft, der Wald 1967. Eugen Jussel kaufte das Schloss 1972, Alexander Tollmann 1990. Seit 2022 gehört die Liegenschaft Erich Erber.
Eine Wallfahrtskirche in mehreren Bauphasen
Ab 1263 ist ein Priester für die Pfarre belegt. Die Pfarrkirche Maria auf der Stiege wurde um 1400 zum Wallfahrtsort; eine Schenkung Pfarrer Gerhard Salmans ist 1403 dokumentiert. Seitenkapelle und Gnadenstatue stammen aus dieser Zeit. Eine Glocke von 1594 dient als Zügenglöckerl. 1679 fand wegen der Pest eine Bußprozession statt, 1680 gründete man die Sebastiani-Bruderschaft. 1681 ließ die Pfarre Glocken umgießen, 1706 kaufte sie neue Fenster und Messingleuchter. Der alte Kirchturm stürzte 1715 ein. In den 1760er-Jahren erhielt die gotische Kirche außen eine barocke Ummantelung und wurde innen erneuert. Nach Streitigkeiten mit Baumeister Matthias Mungenast vollendete ein anderer den Bau 1770. Hoch- und Seitenaltäre von Antony Carcon folgten 1778/79, 1782 wurde die Orgel umgebaut. Der Pfarrhof brannte 1833 ab; die alte Gruft blieb erhalten.
Els und seine eigene Ortsgeschichte
Els liegt 2,5 Kilometer südlich des Hauptorts zwischen Kleiner Krems und Gillausbach. Alolt de Elze wird 1177/88 erwähnt. 1332 wurde die Pfarre selbstständig; Marktrechte erhielt Els im 15. Jahrhundert. Kirche und Schloss erinnern an die Herrschaft; das Patrozinium des heiligen Pankratius weist auf eine frühere Burg. Die Schule des Schulsprengels und ein Erlebnisbad mit Liegewiese befinden sich ebenfalls in Els. Der Ortsname leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort für Traubenkirsche ab.
Funde aus den Höhlen des Kremstals
In der Gudenushöhle wurden eine vier Zentimeter lange Knochenpfeife und die Ritzzeichnung eines Rentierkopfs auf Adlerknochen entdeckt. Die Funde stammen aus altsteinzeitlichen Kulturschichten und sind im Naturhistorischen Museum Wien zu sehen. Die Gemeinde führt Fundstücke aus einer rund 70.000 Jahre alten Schicht auf Neandertaler zurück, die hier unter anderem Mammut, Wollnashorn, Ren und Wildpferd jagten. Die rund 30 Meter lange Höhle liegt acht Meter über dem Flussbett; der Göttweiger Benediktiner Leopold Hacker untersuchte sie 1884. Ihr Eingang war damals nur 90 Zentimeter hoch und wurde durch spätere Grabungen erweitert. Aus der Eichmayerhöhle stammen Magdalénien-Artefakte sowie Überreste von 27 Säugetier- und acht Vogelarten. Beim Steinernen Saal, einem etwa 30 Meter breiten Amphibolit-Felsdach, fand man mittelpaläolithische Steingeräte. In der Schusterlucke kamen Reste von Mauswiesel und Hermelin zutage.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Albrechtsberg an der Großen Krems – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Wohlfühlgemeinde Albrechtsberg an der großen Krems im Waldviertel - Startseite
- Schloss Albrechtsberg
- Pfarrkirche Albrechtsberg – Geschichtlicher Abriss
- Pfarrkirche Albrechtsberg – Kunsthistorisches und Architektur
- Els – Ortsgeschichte und Einrichtungen
- Höhlen im Kremstal
Stand der Angaben: 08.10.2026
