MÜHLDORF KENNENLERNEN
Mühldorf in der Wachau: Wasserräder, Grafit und alte Höfe
Die Marktgemeinde Mühldorf liegt sechs Kilometer von der Donau entfernt am Ende des Spitzer Grabens. Sie zählt 1.240 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 28,45 km². Neun Ortschaften verteilen sich auf neun Katastralgemeinden.
Am Ende des Spitzer Grabens
Die Gemeinde liegt zwischen Waldviertler Höhen und Wachauer Wein- und Obstlagen. Die Chronik vermutet frühe slawische Siedlungen östlich, bairische westlich des Spitzer Baches; die Gruppen hätten sich allmählich vermischt. Erste Höfe lagen auf geschützten Höhen. 1849 entstanden Gemeinden Elsarn am Jauerling, Mühldorf und Trandorf. 1972 vereinigte eine Kommunalreform sie zur Großgemeinde; Bengelbach und Eichberg kamen dazu.
Wasserkraft formte das „Dorf der Mühlen“
Schreibweisen wie Muldorf verweisen auf die Bedeutung des Namens: Mühldorf war ein Dorf der Mühlen, wobei „Mühle“ auch andere Wasserantriebe meinte. Das Gefälle des Spitzer Baches setzte Räder für Mühlen, Hämmer und Sägen in Gang. Die Gemeindegeschichte verzeichnet neun Wasserräder, darunter Anlagen in Eichberg und Niederranna. Ein Wasserradbauer arbeitete noch im 20. Jahrhundert im Ort. Heute stehen ein nachgebautes Wasserrad im Ortskern und symbolische Mühlsteine an den Zufahrten.
Grafit aus Wegscheid und den Seitentälern
Der Grafitbergbau ist für Mühldorf von 1832 bis 1968 belegt. Abgebaut wurde in Unterranna, Ranna, Ötz und Amstall; der bedeutendste Stollen lag in der Wegscheid. Der Rohstoff diente zunächst Töpferwaren, Schmelztiegeln und Ofenschwärze, später auch der Eisenindustrie. Eine neue Aufbereitungsanlage entstand ab 1870. 1912 bis 1916 wurde die erste genaue Grubenkarte für den Wegscheider Abbau vermessen. Der abgebaute Naturgrafit wurde vor Ort zerkleinert und im Wasser zu feinem Schlamm aufbereitet. Nach Abscheidung und Pressung trocknete man ihn und versandte ihn. Der Bergbau prägte damit die Arbeit in mehreren Katastralgemeinden, obwohl die Stollen heute stillgelegt sind.
Trenninghof und Pranthof
Der Trenninghof liegt am Nordfuß des Trennings. 1427 ist die Bezeichnung „Hof an dem Trening“ belegt; die Neidegger besaßen den Ansitz im 15. und vermutlich 16. Jahrhundert. Christoph Greiß zu Wald und Pielach gab ihm 1571 seine heutige Gestalt. Seit 2012 gehört der Hof der Familie Weißmann, die ihn 2012/13 restaurierte. Er ist privat und laut Eigentümerangaben von außen zu besichtigen. Der Pranthof geht auf einen Herrenhof des späten 11. Jahrhunderts zurück. 1124 kam er mit Gerbirgs Besitz an Göttweig und diente danach als Amts- und Meierhof. Ein Brand um 1497 gab ihm den Namen Brandhof; 1501 wurde er wiederaufgebaut. 1728 bis 1731 entstand unter Abt Gottfried Bessel ein barockes Jagdschloss, von dem heute nur Teile der früheren Vierflügelanlage erhalten sind.
Marillengärten und ein Erlebnisbad
Mühldorf gehört zum abgegrenzten Anbaugebiet der Wachauer Marille. Die Blüte setzt hier je nach Witterung ein bis zwei Wochen später ein als im Donautal. Am Südhang des Trennings liegen Weinlagen; die Gemeinde führt die Nähe von Waldviertler Höhen und Wachau als Einfluss auf die Reife von Wein und Marillen an. Für 2026 kündigte die Marktgemeinde den Badebeginn am 30. Mai an. Kinderbecken und Wasserrutsche sollten wieder in Betrieb gehen; die täglichen Öffnungszeiten waren wetterabhängig von 10 bis 19.30 Uhr. Das Buffet sollte auch ohne Badeeintritt offenstehen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Mühldorf (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
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- Trenninghof
- Ehemaliger Grafitbergbau
- Pranthof
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- Marille
Stand der Angaben: 08.10.2026
